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Virologe fürchtet Corona-Horror – schon jetzt Triage in NRW für Herz-Lungen-Maschinen

Ulf Dittmer, Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Essen, bei seiner Arbeit im Labor.
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Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen, fürchtet sich vor der aktuellen Corona-Entwicklung.

Wird weiterhin so wenig gegen Corona geimpft, erwartet ein Virologe aus NRW einen erneuten Kollaps auf den Intensivstationen. Schon jetzt käme es teils zu Triage für ein wichtiges Gerät.

Essen – Der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Essen hat angesichts steigender Inzidenzzahlen bei Ungeimpften vor einer Überlastung der Intensivstationen gewarnt. „Wir machen uns langsam das Gesundheitssystem kaputt“, sagte Ulf Dittmer der Düsseldorfer Rheinischen Post. Die Kräfte in den Intensivstationen kämen angesichts der steigenden Fallzahlen wieder an ihre Grenze.

NRW: Corona-Fälle bringen Intensivstationen wieder an Grenzen

In seiner Klinik liege die Zahl der Kranken mit schweren Symptomen bei 23. Davon seien 20 ungeimpft, der Jüngste sei 20 Jahre alt. Dittmer forderte deshalb eine Diskussion über die Impfpflicht. „Darüber müssen wir reden“, sagte er.

Schon jetzt gebe es in Nordrhein-Westfalen keinen freien Platz mehr für die Behandlung mit einer Herz-Lungen-Maschine (Ecmo). Es komme also zu einer Art Triage. „Hier müssen wir bereits auswählen, welchen Patienten wir an das Gerät anschließen“, so Dittmer.

Geräte für Herz- und Lungenfunktion in NRW schon rar – droht Corona-Horror auf Intensivstationen

Die Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO), ist ein Verfahren, durch das die Herz- und Lungenfunktion bei Kindern und Erwachsenen unterstützt bzw. übernommen werden kann. Diese Unterstützung kommt bei Patienten zum Einsatz, deren Lungen oder Herzen schwerst geschädigt sind und trotz anderweitiger Behandlungsmethoden keine ausreichende Organfunktion erreicht wird. Auch Covid-19-Patienten können in bestimmten Fällen damit behandelt werden. mit dpa-Material

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