Wegen Corona

Schülervertreter will Impf-Pflicht für NRW-Schüler und stellt weitere Forderungen

Der Präsenzunterricht an den Schulen in NRW bahnt sich an. Jetzt hat ein Schüler eine drastische Forderung.

NRW – Die Inzidenz-Werte sinken, die Impf-Zahlen steigen. In immer mehr Kreisen in NRW* dürfen die Außen-Gastronomien wieder öffnen. Auch die Schulen stehen wieder vor der Rückkehr zum Präsenzunterricht*. Doch ehe die Schüler wieder in die Klassenzimmer zurückkehren, fordert ein Schüler jetzt die Impfpflicht, berichtet RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
LandeshauptstadtDüsseldorf

Corona in NRW: Impfpflicht an Schulen gefordert – insbesondere mit Blick auf den Schulweg

Daniel Ackermann kommt aus dem Kreis Gütersloh, ist 20 Jahre alt und Landesdelegierter der Landesschülervertretung NRW. Er erlebte die Folgen der Corona*-Pandemie als Schüler und aktuell als Azubi.

Die Schulöffnungen hält er für einen „wichtigen und richtigen Schritt“ zurück in die Normalität, wie er in einer Pressemitteilung schreibt. Der 20-Jährige warnt allerdings: „Was aber auf keinen Fall passieren darf ist, dass wir strikt zum Lehrplan zurückkehren und es normal wie gewünscht weitergeht mit Klausuren oder typischen Matheaufgaben.“

NRW-Schulen kehren zurück zum Präsenzunterricht: Schüler verlangt Corona-Impfpflicht

Seit November haben Schüler kaum mehr die Klassenzimmer von Innen gesehen, es sei denn Wechselunterricht fand statt. Die Regel war jedoch eher Homeschooling und Bildschirm-Unterricht. Laut Daniel Ackermann bräuchten die Schüler die Möglichkeit, anzukommen, sich auszutauschen und missverstandenen Lehrstoff aufzuholen (alle News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24).

Im Zuge dessen hat der Schülervertreter aber eine noch dringlichere Forderung: „In meinen Augen brauchen wir eine Impfpflicht an Schulen, um wieder das erleben zu dürfen, was wir noch im Januar letzten Jahres erleben durften.“

Daniel Ackermann ist Landesdelegierter der Landesschülervertretung NRW.

Viele Schüler in NRW mit Bus und Bahn unterwegs: Corona-Impfung mit Blick auf den Schulweg notwendig

Er macht bei der Forderung nach der Corona-Impfpflicht an Schulen auf einen Punkt besonders aufmerksam: den Weg zur und von der Schule zurück. Denn die Rückkehr zum Präsenzunterricht bedeutet auch wieder Schulbusse und Bahnen voller Kinder samt ihres Tornisters.

Der Vorschlag von Ackermann: Die Politik und Kommunen sollten beispielsweise das 1000-Busse-Konzept nochmal voranstellen „und dafür sorgen, dass mehr Busse fahren, um die Schülermassen auf dem Schulweg zu entzerren“. Bei dem Konzept handelt es sich um die Förderung zusätzlicher Schulbusse mithilfe des Verbands Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen e. V. (NWO). Die Verlängerung des Programms bis zum Beginn der Sommerferien wurde bereits am 5. März vom Land NRW beschlossen.

NRW: Corona-Impfpflicht an Schulen – Warnung von Verband vor Präsenzunterricht

Doch nicht nur der Schülervertreter hat seine Zweifel. Auch der Verband Bildung und Erziehung NRW warnt vor der Rückkehr zum Präsenzunterricht: „Es ist klar, dass die weitere Öffnung Schulleitungen, Lehrkräfte und das pädagogische Personal erneut und hoffentlich ein letztes Mal in diesem Schuljahr vor große Herausforderungen stellt“, lässt sich Landesvorsitzender Stefan Behlau auf der Internetseite zitieren.

Auf der einen Seite die Sehnsucht nach Normalität, auf der anderen Seite der Wunsch nach Sicherheit. Die Forderung nach der Impfpflicht an Schulen ist nachvollziehbar, die Umsetzung jedoch fraglich. Am 7. Juni soll die Impf-Priorisierung in NRW aufgehoben werden*.

Hausärzte, Betriebsärzte und Impfzentren dürfen dann jedem Impfwilligen das Vakzin gegen das Coronavirus geben. Für Daniel Ackermann bedeutet eine Impfpflicht an Schulen Rückkehr zur Normalität und neugewonnene Freiheit: „Dann kann unsere Generation am Ende sagen wir haben eine Pandemie besiegt.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Daniel Ackermann/ Jack Taylor/AFP; Collage: RUHR24

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