Vierte Welle

Corona-Virologe Streeck räumt mit Mythos auf und warnt vor Trugschluss

Angesichts der Corona-Lage in NRW befürchtet Virologe Hendrik Streeck, dass es im Winter 2021/2022 auch für Geimpfte zu harten Maßnahmen kommen muss.

Dortmund – Der kommende Winter wird nach Ansicht des Bonner Virologen Hendrik Streeck nicht ohne härtere Corona-Maßnahmen auskommen – selbst für Geimpfte. RUHR24* verrät, was der Wissenschaftler aus NRW* befürchtet und was viele Geimpfte unterschätzen.

NameHendrik Streeck
Genboren7. August 1977 (Alter 44 Jahre), Göttingen
PositionDirektor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn (NRW)

NRW: Virologe Hendrik Streeck befürchtet im Winter harte Corona-Maßnahmen

Streeck, der Direktor des Virologie-Instituts der Universität Bonn ist, sieht die Beschränkung der Kontakte in den kommenden Monaten als wohl unausweichlich an. Auch Großveranstaltungen sollte es nach Ansicht des Experten in der aktuellen Form nicht mehr geben.

Für Konzerte oder Stadionbesuche beispielsweise sieht Streeck nur eine Chance: Eintritt für Ungeimpfte nur nach PCR-Test sowie Zugang für Geimpfte und Genesene nur nach Schnelltest (Antigen-Test).

2G-Plus-Regel: Hendrik Streeck fordert harte Corona-Maßnahme in NRW

Damit spricht Hendrik Streeck eine Forderung aus, die bereits in aller Munde zu sein scheint: Die Einführung der 2G-Plus-Regel, also dem Zutritt zu gewissen Orten nur für Geimpfte mit zusätzlichem Corona-Test (Hier weitere News zum Coronavirus in NRW* bei RUHR24 lesen).

In NRW gibt es seitens des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) bereits die Bekundung, zwar die 2G-Regelung einführen zu wollen*. Also Zurtritt zu Veransaltungen und anderen Orten nur für Geimpfte und Genesene. Doch den Schritt zu 2G-Plus, also Zutritt zu bestimmten Orten nur für Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem Test*, so weit will Wüst dann doch nicht gehen.

NRW-Virologe Streeck warnt Geimpfte vor Trugschluss

Indes warnt Virologe Streeck vor einem Trugschluss, dem viele Corona-Geimpften aufsitzen: dem der Unverwundbarkeit. So machte der Bonner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) deutlich, dass sich auch Geimpfte mit dem Coronavirus infizieren und es übertragen können.

Längst weisen Wissenschaftler darauf hin, dass die Corona-Impfung vor allem mit Entstehen der Delta-Variante nicht mehr so stark wirkt, wie zu Beginn der Pandemie. Zudem lässt die Wirkung bei vielen so langsam ohnehin nach und müsste per „Booster“ aufgefrischt werden.

NRW-Virologe Hendrik Streeck gilt als Befürworter der Corona-Lockerungen.

„Es ist in diesem Herbst und Winter trügerisch zu glauben, dass ein Geimpfter sich nicht infizieren kann* und das Virus nicht an seine Großmutter weitergeben kann, die vielleicht noch keine Booster-Impfung bekommen hat.“ Der Begriff „Pandemie der Ungeimpften“ sei noch nie richtig gewesen, auch wenn es am Anfang vielleicht so ausgesehen habe. „Alle Menschen sind Teil dieser Pandemie.“ Mit DPA-Material. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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