Schnelltest als Eintrittskarte

Corona-Neuerung in Geschäften: „Test, Click and Meet“ startet in NRW

Erst testen, dann shoppen: Das neue Corona-Konzept „Test, Click and Meet“ startet heute (Montag, 29. März) in NRW. Aber nicht alle Städte machen mit.

NRW – Einerseits zieht die NRW-Landesregierung in Düsseldorf die „Corona-Notbremse“, andererseits dürfen in ganz NRW Geschäfte, Museen oder Zoos öffnen – egal wie hoch die 7-Tages-Inzidenz ist. Möglich machen soll das eine neue Test-Strategie. RUHR24.de* erklärt, wie „Test, Click and Meet“ funktioniert.

Corona-Inzidenz in NRW129,6 (Stand: 29. März 2021)
Aktuell infizierte Personen45.700
Verstorbene Personen total14.113

Corona in NRW: Geschäfte in NRW dürfen wegen „Test, Click and Meet“ öffnen

Ein Corona-Schnelltest als Eintrittskarte in Geschäfte, Museen und Zoos – einfach gesagt ist es diese Strategie, die in NRW das öffentliche Leben aufrechterhalten und die Wirtschaft wieder stärken soll.

Skurril: Eigentlich hat Nordrhein-Westfalen die Corona-Notbremse gezogen*. Seitdem 29. März gibt es in jenen Städten in NRW, in denen es seit mehr als drei Tagen in Folge eine Corona-Inzidenz von mehr als 100 gibt, wieder mehr Beschränkungen im öffentlichen Leben.

NRW zieht Corona-Notbremse: Geschäfte, Zoos, körpernahe Dienstleistungen dicht

Heißt konkret: Alle Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs dürfen nur nach Termin und per Abholung („Click and Collect“) ihre Waren anbieten. Körpernahe Dienstleistungen sind bis auf wenige Ausnahmen (Friseure etwa) verboten. Museen und Zoos sind dicht.

Doch für alle Städte gibt es seit Montag (29. März) die Chance, die Corona-Notbremse zu lockern. Dazu ist die Anordnung einer Allgemeinverfügung notwendig die mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW abgestimmt werden muss.

Negativer Corona-Test in NRW-Städten als Eintrittskarte für Geschäfte

In dieser Allgemeinverfügung können Kommunen innerhalb ihrer Stadtgrenze alle oben genannten Einrichtungen für jene Menschen öffnen, die an der Eingangstür einen offiziellen negativen Corona-Schnelltest nachweisen können. Dabei ist es egal, ob die Städte eine Inzidenz von 100, 200 oder 300 haben.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hält das neue Corona-Testkonzept für nicht gefährlich.

Voraussetzung für die Lockerung der Corona-Notbremse in den Städten ist laut Landesregierung „ein entsprechend ausreichendes Angebot für kostenlose Bürgertestungen“. Das sei, so NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in einer Pressekonferenz am Freitag (26. März)*, überall in NRW mutmaßlich der Fall.

Corona-Kontaktbeschränkungen in NRW bleiben von neuer Test-Option unberührt

Unberührt von der neuen Regelung bleiben die verschärften Kontaktbeschränkungen in Städten, die seit drei Tagen und mehr eine 7-Tages-Inzidenz oberhalb von 100 haben. Es gilt seit Montag: Kontakte sind nur zwischen einem Hausstand und maximal einer weiteren Person erlaubt. Kinder unter 14 werden nicht mitgerechnet.

Wer mit einem negativen Testergebnis shoppen gehen will, muss aber weiterhin die bestehenden Hygieneregeln einhalten. Es herrscht weiterhin Maskenpflicht, zudem gelten weiterhin die gebotenen Abstandsregeln. Und: Der Corona-Test darf nicht älter als 24 Stunden sein.

Nur offizieller negativer Corona-Test berechtigt zum Shoppen in Geschäften

Und mit welchem Corona-Test kommt man nun in NRW in Geschäfte, Zoos und Co.? In der Corona-Schutzverordnung ist die Rede von einem kostenlosen Bürgertest nach Paragraf 4a der Coronavirus-Testverordnung vom 8. März 2021 des Bundesministeriums für Gesundheit. Dort ist die Rede von einer Testung mittels PoC-Antigen-Tests. Ein privater Corona-Selbsttest von Zuhause reicht also nicht aus.

Offizielle Corona-Schnelltests dürfen demnach durchführen:

  • Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die von ihnen betriebenen Testzentren,
  • Arztpraxen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren,
  • medizinische Labore,
  • Apotheken,
  • Rettungs- und Hilfsorganisationen und
  • weitere Anbieter, die eine „ordnungsgemäße Durchführung, insbesondere nach einer Schulung garantieren.

In NRW will ab Montag (29. März) fast jede der 31 Städte mit Inzidenzen-Werten über 100 diese Lockerung der Corona-Notbremse vornehmen. Nur Köln, Hagen, Remscheid sowie der Kreis Düren und der Märkische Kreis machen vorerst nicht mit. Hier gibt es in den Geschäften nur „Click and Collect“, Zoos und Museen bleiben geschlossen.

NRW: Landesregierung sieht in Test-Option kein Aufweichen der Corona-Notbremse

Die NRW-Landesregierung sieht durch die neue Test-Option kein Aufweichen der Notbremse. „Im Gegenteil: Die Infektionen verbreiten sich nicht in Geschäften mit begrenzter Kundenzahl und Maske, sondern vor allem im Privatbereich, wo Menschen eng zusammenkommen. Wenn wir das vermeiden wollen, müssen wir mehr Infektionswege durch mehr Testungen aufdecken“, begründete Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) die Strategie.

Unberührt von der neuen Chance zur Öffnung bleiben vorerst Restaurants, Bars und Großveranstaltungen. *RUHR24.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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