Neuer Leitindikator

Corona: „7-Tage-Hospitalisierung“ – was sagt der neue Leit-Wert für NRW aus?

Die 7-Tage-Hospitalisierung entscheidet in NRW nun auch über die Corona-Regeln. Aber was bedeutet der Wert?

Düsseldorf – Der Blick auf die Inzidenz ist in NRW nicht mehr das wichtigste Kriterium, wenn es um die Frage nach neuen Corona-Regeln geht. Seit Samstag (11. September) blickt das Land zusätzlich auf die Auslastung der Intensivbetten – sowie auf die sogenannte 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz. Was bedeutet diese bislang eher unbekannte Zahl eigentlich?

Corona-Inzidenz in NRW103,3 (Stand 11. September)
Aktuell infizierte Personen52.000
Verstorbene Personen17.549

NRW: Hospitalisierung entscheidet jetzt auch über Corona-Maßnahmen

Einfach gesagt, spricht man bei der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz um die Fälle der Coronapatienten in einem Krankenhaus pro 100.000 Einwohner einer Stadt in sieben Tagen. Anhand dieses Werts sieht man also, wie viele schwere Corona-Verläufe es in einer Stadt oder einem Kreis gibt. Sie berechnet sich im Grunde ähnlich wie die 7-Tage-Inzidenz.

Der Wert lässt also einen Vergleich zwischen einer Großstadt wie Dortmund mit einer Kleinstadt wie Bottrop zu, was die Zahl der Corona-Fälle in Krankenhäusern betrifft.

Hospitalisierung in NRW soll frühzeitig eine Corona-Überlastung in Krankenhäusern anzeigen

Anders als die Auslastung der Intensivbetten zeigt die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz früher eine drohende Überlastung des Gesundheits- und Krankenhaussystems an, da sie nicht nur die Intensivpatienten angibt, sondern alle Menschen, die mit Coronavirus im Krankenhaus landen.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn es gibt in NRW gleich zwei Werte, die die Zahl der hospitalisierten Coronapatienten in Krankenhäusern anzeigen: Jenen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und jenen im Informationssystem Gefahrenabwehr NRW (IG NRW).

NRW erfasst zwei Corona-Zahlen der Hospitalisierung – für RKI und für IG NRW

Der Wert des RKI basiert auf Meldungen der Gesundheitsämter. Diese zeigen dem Institut an, wie viele Corona-Infizierte im Krankenhaus gelandet sind. Dafür benötigen sie die Angaben der Krankenhäuser selbst.

Mit diesem Wert ist genau zu sehen, wie viel Prozent aller Corona-Infizierten einer Stadt im Krankenhaus gelandet sind beziehungsweise wie viele Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner dort landen. Der Wert wird bundesweit in allen Städten einheitlich berechnet und lässt auch einen Vergleich zwischen den Bundesländern zu.

NRW blickt jetzt noch stärker auf die Zahl der Menschen, die mit Corona im Krankenhaus landen.

Das Problem: Bis die Städte die Krankenhauseinweisungen erfasst und zugeordnet haben, können ein paar Tage vergehen. Das liege laut NRW-Gesundheitsministerium an der aktuellen Belastungssituation der Gesundheitsämter (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Zwei Zahlen der Hospitalisierung in NRW

Es gibt daher noch einen zweiten Hospitalisierungsindikator. Die Krankenhäuser in NRW melden dafür ihre Coronapatienten direkt an das Informationssystem Gefahrenabwehr NRW (IG NRW). Dieser Wert ist bestenfalls noch am selben Tag der Aufnahme im Krankenhaus verfügbar und zeigt im Allgemeinen die Zahl der Corona-Patienten in den NRW-Krankenhäusern an.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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