Überfüllte Intensivstationen

Corona in NRW: Luftwaffe fliegt Covid-Patienten aus Rumänien nach Bochum

In Rumänien spitzt sich die Lage immer weiter zu. Nun hilft NRW aus, und nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten auf. Einer soll in Bochum behandelt werden.

Bochum – In Rumänien spitzt sich die Lage angesichts der wieder aufflammenden Corona-Pandemie* aktuell zu. Mit über 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen, ist das Land nun auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Wie RUHR24* weiß, kommt die unter anderem aus NRW. Hierhin flog die Bundeswehr sechs schwerkranken Covid-Patienten aus.

LandRumänien
HauptstadtBukarest
Inzidenz450,2

Coron-Patienten aus Rumänien in NRW-Krankenhäusern aufgenommen

Rumänien steht aktuell vor einem immer größer werdenden Problem. Mit einer der niedrigsten Impfquoten in der EU und einem maroden Gesundheitssystem bahnt sich derzeit angesichts steigender Corona-Zahlen die totale Überlastung der Krankenhäuser an. Wie der MDR berichtet, nehmen die aktuell täglich Hunderte neuer Corona-Patienten auf. Alle nicht lebensnotwendigen Operationen wurden vielerorts bereits abgesagt.

Nur knapp ein Drittel der Menschen, die in Rumänien leben, sind laut DPA geimpft. Die Zahl der Covid-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, ist entsprechend groß. Doch die steigende Anzahl der Covid-19-Patienten ist nicht das einzige Problem, mit dem die Krankenhäuser aktuell zu kämpfen haben. Denn es fehlen nicht nur Personal, sondern auch Medikamente, Beatmungsgeräte und Intensivbetten.

Besonders prekär ist die Lage in der Stadt Timisoara: Dort fiel zuletzt sogar die Wärmeversorgung aus – die Stadt konnte die steigenden Erdgaspreise laut MDR nicht mehr bezahlen. Doch nicht nur in Timisoare sieht die Lage derzeit alles andere als gut aus.

Patienten nach NRW ausgeflogen: Corona-Lage in Rumänien spitzt sich zu

Auch im Rest des Landes sind die Intensivstationen bis auf den letzten Platz belegt. Täglich soll es Hunderte Corona-Tote geben. Und so entschloss die EU-Komission angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in Rumänien zusätzliche Ärzte und medizinische Ausrüstung in das Land zu schicken.

Die fehlende Impfbereitschaft wird in Südosteuropa im zweiten Pandemie-Herbst zu einem großen Problem.

Zudem werden dutzende schwer kranker Patienten, die keinen Platz mehr in den übervollen Intensivstationen des Landes finden, in Nachbarländer wie Ungarn, aber auch nach Deutschland ausgeflogen (mehr News zur Corona-Pandemie in NRW* auf RUHR24).

Corona: Luftwaffe fliegt Patienten aus Rumänien nach NRW

Wie die DPA berichtet, erklärte die NRW-Staatskanzlei, dass am Montag (1. November) sechs Covid-Patienten aus Rumänien von der Luftwaffe zum Flughafen Köln/Bonn gebracht wurden. Vier der Patienten werden auf Intensivstationen in Bochum, Krefeld und in Bergisch Gladbach behandelt. Die übrigen zwei kommen in das Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz.

„Lebensrettung kennt keine Grenzen“, erklärte der erst kürzlich ernannte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) laut DPA. Bereits im vergangenen Jahr waren Corona-Patienten aus den Niederlanden nach Deutschland geflogen und behandelt worden*, nachdem sich die Lage in den Krankenhäusern auch da zugespitzt hatte. Die nun mittlerweile vierte Corona-Welle trifft nun die Menschen in Rumänien besonders hart. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Vadim Ghirda/dpa

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