Häftlinge mit Coronainfektion

Corona: Lockdown verhindern - Insassen der NRW-Gefängnisse machen es vor

strenger Coronaschutz hinter Gefängnismauern, berührende Hände hinter Plexiglas
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In den Gefängnissen herrschen strenge Regeln zum Schutz vor Corona.

In den Gefängnissen von NRW sind seit Beginn der Pandemie 26 Häftlinge mit Corona infiziert worden. Ein großer Ausbruch konnte bisher abgwandt werden.

NRW - Die Insassen der Gefängnisse in NRW sind bisher von einem größeren Corona-Ausbruch verschont geblieben. Das zeigt, wie gut die Maßnahmen zum Schutz vor Corona wirken können, wenn sie mit der nötigen Strenge umgesetzt werden.

VirusSARS-CoV-2/Coronavirus
ErkrankungCOVID-19
Infektionsschutz Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen, Kontakte einschränken

Corona in NRW-Gefägnissen: wenige Infektionen seit Beginn der Pandemie

Aktuell sind sechs der insgesamt knapp 14.000 Gefangenen in NRW mit dem Coronavirus infiziert. 20 Häftlinge gelten als inzwischen wieder genesen, teilte das NRW-Justizministerium auf Anfrage der dpa mit. Gleichzeitig seien bisher mehr als doppelte so viele JVA-Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden: 46 der 65 positiv getesteten seien aber inzwischen auch wieder gesund.

Die Situation in den NRW-Gefängnissen überrascht damit nicht unbedingt, zeigt aber, wie Wirksam die getroffenen Maßnahmen sein können, um einen größeren Ausbruch zu verhindern. So waren Besuche und Freigänge für die Gefangenen des offenen Vollzugs zunächst deutlich reduziert worden . Im Juni wurde diese Maßnahme dann aber wieder gelockert (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24.de).

NRW-Gefängnisse: Strenge Regeln zum Schutz vor Corona

Inzwischen dürfen maximal zwei Personen einen Gefangenen besuchen. Kinder der Häftlinge zählen dabei nicht unbedingt und können als weitere Besuchsperson zugelassen werden. Zudem gilt Maskenpflicht während des gesamten Besuchs und ein körperliches Kontaktverbot. Neu inhaftierte müssen ähnlich wie Reiserückkehrer aus Risikogebieten zunächst 14 Tage in Quarantäne.

Häftlinge in NRW blieben bisher größtenteils vom Coronavirus verschont.

Maßnahmen, wie sie sich Bürger, die nicht inhaftiert sind, in dieser Strenge wohl kaum wünschen. Dennoch appellieren Städte und Gesundheitsämter derzeit dringend an alle, sich freiwillig an die geltenden Corona-Schutzregeln zu halten - auch um die Einführung noch härterer Maßnahmen, wie etwa bei einem Lockdown, zu verhindern. Gegenüber den Ruhr Nachrichten äußerte ein Sprecher der Stadt, dass die Einhaltung der Regeln Alternativlos sei, wenn eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden solle.

Von den Gefangenen seien die Maßnahmen überwiegend akzeptiert worden, berichtet das Ministerium. Das Problembewusstsein der Häftlinge sei sehr ausgeprägt. Als Ersatz für die Einschränkungen sei es des Gefangenen in 23 Gefängnissen in NRW zudem ermöglicht worden, kostenlos per Videotelefonie mit ihren Angehörigen zu sprechen.

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