Neue Corona-Beschlüsse

15-Kilometer-Regel: So soll sie künftig in NRW umgesetzt werden

Die 15-Kilometer-Regel aus den jüngsten Corona-Beschlüssen wird schon vor dem Inkrafttreten in NRW heiß diskutiert. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verrät erstmals Details.

NRW – Bund und Länder haben sich bei den Beratungen am Dienstag (5. Januar) auf schärfere Corona-Maßnahmen verständigt. Besonders die neue 15-Kilometer-Regel für Corona-Hotspots stieß bereits kurze Zeit nach Bekanntgabe auf Kritik. Was bedeutet sie für Nordrhein-Westfalen?

PolitikerKarl-Josef Laumann
Geboren11. Juli 1957 (Alter 63 Jahre), Birgte (Hörstel)
ParteiCDU
AmtMinister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW

Corona: NRW wird 15-Kilometer-Regel im Rahmen der Hotspot-Strategie umsetzen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich gegenüber der WAZ erstmals im Detail zu der umstrittenen Regelung geäußert. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums erklärte, wird Nordrhein-Westfalen die 15-Kilometer-Regel in Kreisen und kreisfreien Städten mit besonders vielen Corona-Neuinfektionen im Rahmen der bestehenden Hotspot-Strategie umsetzen (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Das bedeutet: In Gebieten mit einem Inzidenzwert von über 200 dürfen sich Menschen „ohne triftigen Grund“ nur noch bis zu 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen. Am Donnerstag (7. Januar) weist das Landesgesundheitszentrum nur für den Kreis Höxter eine 7-Tages-Inzidenz von über 200 aus – der Wert liegt aktuell bei 201,8.

15-Kilometer-Regel: In NRW aktuell nur Kreis Höxter von der Corona-Maßnahme betroffen

Ob die Corona-Bewegungseinschränkung im Kreis Höxter umgehend Anwendung findet, bleibt abzuwarten. Bis Montag (11. Januar) gilt in NRW noch die alte Coronaschutzverordnung. Die neue Coronaschutzverordnung, in die die jüngst von Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten beschlossenen Corona-Maßnahmen aufgenommen werden, wird gegenwärtig noch ausgearbeitet und tritt erst zu Beginn der kommenden Woche in Kraft. Das gilt auch für die 15-Kilometer-Regel in NRW, über die wa.de* berichtete.

Für die Umsetzung der 15-Kilometer-Regel in NRW gibt es laut dem Sprecher des Gesundheitsministeriums erste Ansätze. So sollen „Reisen und Fahrten im Freizeitzusammenhang“, die über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort hinaus gehen, untersagt werden. Tagesausflüge in die Wintersportgebiete im Sauerland wären somit für den Großteil der nordrhein-westfälischen Bevölkerung verboten.

Die 15-Kilometer-Regel soll Ausflüge in Wintersportgebiete wie Winterberg verhindern.

Laumann verrät: NRW legt Fokus bei 15-Kilometer-Regel auf Freizeitfahrten

Von der Regelung ausgenommen sollen indes Besuche von pflegebedürftigen Verwandten, Arztbesuche und berufliche Fahrten bleiben. Gleiches gelte für Fahrten zu geöffneten Einrichtungen des täglichen Bedarfs, die außerhalb des 15-Kilometer-Radius liegen. Weitere Einzelheiten würden gegenwärtig beraten.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte bereits Zweifel an der Umsetzbarkeit der 15-Kilometer-Regel geäußert, da diese „kaum kontrollierbar“ sei. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Verbands, stellte gegenüber der Rheinischen Post zudem die Wirkung der Maßnahme durch die vielen Ausnahmen – etwa für Berufspendler – infrage. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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