Notversorgung in Krankenhäusern

NRW: Alarmstufe Rot auf Intensivstationen – nicht nur Corona-Patienten betroffen

Das Coronavirus grassiert in NRW. Trotz leicht fallender Inzidenzen, schlagen Krankenhäuser jetzt Alarm auf den Intensivstationen. Es sind nicht nur Covid-Patienten betroffen.

NRW – Der Blick auf die Corona-Karte für NRW ist bedrückend. Die Farbe Rot herrscht in den Landkreisen vor. Mal dunkler, wie in der kreisfreien Stadt Remscheid mit einer Inzidenz von 293,7, mal etwas heller, wie im Kreis Höxter mit einer 7-Tage-Inzidenz von 74,2.

BundeslandNRW
HauptstadtDüsseldorf
Fläche34.098 km²
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Corona in NRW: Intensivbetten weitestgehend belegt – Krankenhäuser auf Notversorgung

Insgesamt sank in den letzten Tagen die Inzidenz in NRW allerdings. Aber Grund zum Aufatmen ist das noch nicht. Denn während die eine Zahl fällt, ist die Zahl der belegten Intensivbetten derzeit enorm hoch (alle News zu Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Am Donnerstag (29. April) waren laut dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) insgesamt 5228 Intensivbetten belegt – dementsprechend waren nur 566 Betten frei. Das entspricht nur 9,77 Prozent aller verfügbaren Betten. Die Krankenhäuser in NRW haben deshalb auf Notversorgung umgestellt.

Corona: Intensivbetten-Belegung in NRW am Anschlag – viele jüngere Menschen sind betroffen

1147 der Intensiv-Patienten sind mit dem Coronavirus infiziert. Am Vortag waren es noch 1157. Den traurigen Rekord bisher markiert der 3. Januar 2021: 1167 Corona-Intensivpatienten wurden damals an einem Tag in NRW registriert.

Doch nicht nur die begrenzte Zahl an verfügbaren Intensivbetten lässt Grund zur Besorgnis zu. Lange ist man davon ausgegangen, dass vornehmlich Ältere einen schweren Coronavirus-Verlauf haben. Aktuell seien vor allem Jüngere betroffen. Zahlreiche jüngere Patienten müssen lange behandelt werden. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU, 60) am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. Erst vor Kurzem warnte eine NRW-Virologin bei Markus Lanz (ZDF) vor Versäumnissen der Politik beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warnt, dass immer mehr junge Patienten auf den Intensivstationen liegen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warnt: Junge Corona-Patienten werden auf Intensivstationen beatmet

Alarmstufe Rot. Das NRW-Landesoberhaupt warnte: „Insofern haben wir auch einen traurigen Rekord an Intensivpatienten mit Beatmung“. Davon ist logischerweise auch das medizinische Personal betroffen. Die Belastung für ebenjenes sei immens, warnte Armin Laschet.

Die Notversorgung auf den aktuellen Intensivstationen in NRW führt unter anderem auch dazu, dass planbare Operationen bereits in mehreren Städten verschoben wurden. Deshalb seien auch andere Patienten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den CDU-Politiker Armin Laschet.

Corona in NRW: Intensivstationen nicht in allen Städten auf Notversorgung – es gibt zwei Ausnahmen

Betroffen von der angespannten Lage auf den Intensivstationen sind allerdings nicht alle Kreise und Städte in NRW. Entspannt ist die Lage etwa im Kreis Ennepe-Ruhr und in Olpe – jeweils mehr als 25 Prozent der Intensivbetten ist noch frei. Allerdings ist die Lage in der Mehrheit der Regionen zugespitzt. In mehr als 20 Regionen des Bundeslandes stellten die Krankenhäuser auf Notversorgung um.

In NRW wurde längst die Corona-Notbremse gezogen. Es gelten schärfere Regeln zur Eindämmung der Pandemie. Die Erreichung des ersten Ziels – eine fallende Inzidenz – bahnt sich allmählich an. Der nächste Schritt muss sein, auch die Intensivstationen wieder zu entlasten.

Denn nicht nur Corona-Patienten leiden unter schlimmen Verläufen. Auch andere Patienten in NRW müssen bei einer Überbelastung auf ihre Behandlung warten.

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