„Wieder mehr Freiheiten“

Nächste Corona-Lockerungen in NRW ab Freitag: Neue Regeln auch für Kitas

Karl-Josef Laumann und Joachim Stamp sprachen heute bei einem Pressegespräch über die Corona-Lage in NRW und neue Maßnahmen. Kitas kehren in den Regelbetrieb zurück.

Update, Mittwoch (26. Mai), 16.05 Uhr: Düsseldorf – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält die dritte Corona-Welle für gebrochen. „Die Inzidenzen lassen wieder mehr Freiheiten zu“, erklärte der CDU-Politiker bei einem Pressegespräch am Mittwochnachmittag. Die Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen wird deshalb aktualisiert und tritt am Freitag (28. Mai) in Kraft.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandshauptstadtDüsseldorf
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Neue Corona-Regeln in NRW: Kitas kehren in den Regelbetrieb zurück

Für Kitas bedeutet das etwa, dass ab dem 7. Juni wieder Regelbetrieb mit vollem Betreuungsangebot angeboten wird. Die bislang geltende Trennung der Gruppen und Reduzierung der Wochenstunden wird aufgehoben. Weiterhin gelten aber die bisherigen Hygieneregeln. „Es ist notwendig und angemessen den Kindern ihren Alltag, ihre Kontakte und umfassende Bildung in der Kindertagesbetreuung wieder zu ermöglichen“, sagte Familienminister Joachim Stamp (FDP) zu dem Öffnungsschritt.

Die Rückkehr zum Regelbetrieb in den Kitas wird mit Corona-Testangeboten begleitet. Die freiwilligen Testangebote für Kinder und Beschäftigte in den Einrichtungen bleiben bestehen. Pro Woche werden zwei Tests zur Verfügung gestellt. Ab dieser Woche sollen die kindgerechten Lollitests zur Eigenanwendung durch die Eltern zur Verfügung gestellt werden.

Neue Coronaschutzverordnung in NRW: Laumann kündigt Öffnungen in drei Stufen an

Neue Regelungen gibt es auch mit Blick auf die jeweiligen Öffnungsschritte in Abhängigkeit von der Sieben-Tage-Inzidenz. Die neue Coronaschutzverordnung wird drei Inzidenz-Stufen enthalten, die unterschiedliche Öffnungsschritte für Kommunen vorsehen: Stufe 1 bei einem Inzidenzwert unter 35, Stufe 2 bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 35,1 und Stufe 3 bei einem Inzidenzwert zwischen 100 und 50,1. Darüber, also ab Inzidenz 100, gelten die Regeln der Bundes-Notbremse.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält die dritte Welle für gebrochen.

So darf sich bei einer Inzidenz unter 35 ab Freitag eine unbegrenzte Personenzahl aus fünf Haushalten treffen, bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen es dagegen nur Personen aus zwei Haushalten sein. Neu ist beispielsweise auch, dass Einkaufen in Kommunen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 im gesamten Einzelhandel wieder ohne Corona-Test möglich sein soll. Eine Übersicht über die drei Inzidenz-Stufen gibt es hier.

Erstmals gibt es auch eine lang ersehnte Perspektive für besonders infektionsrelevante Angebote wie Großveranstaltungen und Diskotheken. Ihnen wird laut Laumann bei nachhaltig niedrigen Infektionszahlen eine zeitliche Perspektive zum 1. September 2021 eröffnet.

NRW lockert Corona-Regeln: Großveranstaltungen sollen ab September zum Teil möglich sein

So sollen ab dem 1. September bei einem Inzidenzwert von unter 35 etwa Musikfestivals mit bis zu 1.000 Zuschauern möglich sein. Clubs und Diskotheken dürfen dann mit einem entsprechenden Testkonzept wieder ihre Innenbereiche öffnen. Auch für Schützenfeste und Jahrmärkte soll es bei einer entsprechenden Sieben-Tage-Inzidenz und unter Auflagen wie Tests und Personenbegrenzungen ab September grünes Licht geben.

Trotz der Öffnungen mahnte Laumann weiterhin zur Vorsicht. „Wir haben uns inzwischen oftmals an höhere Zahlen gewöhnt. Das ändert aber nichts daran, dass man auch heute noch bei einem Inzidenzwert von 35 eine Lage hat, auf die man sehr gut aufpassen muss.“

Erstmeldung, Mittwoch (26. Mai), 12.39 Uhr: Das Licht am Ende des Corona-Tunnels wird allmählich heller. Die Impfkampagne geht weiter voran, die wichtigen Corona-Kennzahlen sinken stetig. Die bestehenden Maßnahmen werden deshalb vielerorts gelockert. In NRW sind offenbar als Nächstes die Kitas an der Reihe.

Corona in NRW: Kitas aktuell noch im eingeschränkten Regelbetrieb

Gegenwärtig werden die Kitas in Nordrhein-Westfalen gemäß der geltenden Coronabetreuungsverordnung noch im eingeschränkten Regelbetrieb betrieben. Der sieht unter anderem die Betreuung in festen Gruppen vor, die untereinander keinen Kontakt haben sollen. Zudem ist die Betreuungszeit um jeweils zehn Wochenstunden reduziert.

Diese Regelung gilt überall dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 165 gelegen hat und die Bundes-Notbremse somit nicht mehr greift. Weitere Abstufungen nach unten gibt es nicht. Selbst in Kreisen und Städten, in denen die Inzidenz seit Tagen unter 50 liegt, befinden sich die Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb. Damit soll bald Schluss sein.

Corona-PK mit Laumann und Stamp: NRW-Kitas wohl ab 7. Juni zurück im Vollbetrieb

Am Mittwochnachmittag (26. Mai, 15 Uhr) sprechen NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Familienminister Joachim Stamp (FDP) über die aktuelle Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen. Schon im Vorfeld sickerte dadurch, dass dabei wohl die Rückkehr der Kitas in den vollen Regelbetrieb ab dem 7. Juni verkündet wird.

Wie die Rheinische Post berichtet, sei Familienminister Stamp mit diesem Vorstoß bei einer Telekonferenz mit mehreren Kita-Trägern überwiegend auf Zustimmung gestoßen. Ab dem 7. Juni könnten Regeln wie die Betreuung in festen Gruppen und die Reduzierung der Stundenzahl somit fallen. Corona-Selbsttests sollen dabei weiterhin für zusätzliche Sicherheit sorgen.

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) plant offenbar eine Rückkehr der Kitas in den Regelbetrieb ab dem 7. Juni.

Laut Rheinischer Post soll es aber auch dabei Erleichterungen geben. In den Kitas sollen Lollitests auf freiwilliger Basis zum Einsatz kommen. Dabei handele es sich aber anders als bei den Lollitests in Schulen nicht um PCR-Tests, die an Labore geschickt werden. Das Familienministerium hält die Lollitests für „besonders kindgerecht“, da sie nur mittels eines Tupfers und einer Speichelprobe durchgeführt werden.

Corona: Impfungen in Schulen und Regelbetrieb in Kitas? – Spannung vor PK mit Laumann und Stamp

Gesundheitsminister Laumann wird sich bei der Pressekonferenz am Mittwoch derweil unter anderem zur Impfkampagne im bevölkerungsreichsten Bundesland äußern. Im Mittelpunkt könnten dabei die umstrittenen Impfungen für Kinder und Jugendliche stehen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will in den kommenden Tagen über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech in der Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen entscheiden.

Parallel dazu berät die Ständige Impfkommission (Stiko) über eine entsprechende Empfehlung in Deutschland. Das Fachgremium ist Berichten zufolge hinsichtlich einer allgemeinen Impfempfehlung für alle Kinder allerdings skeptisch. Grund dafür sei das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Betroffene. Es gebe das Risiko von Nebenwirkungen, ohne dass klar sei, in welchem Ausmaß die Kinder selbst von der Impfung profitierten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte am Mittwochmorgen in der Sendung „Frühstart“ bei RTL und ntv an, Jugendliche auch bei einer ausbleibenden Impf-Empfehlung durch die Stiko in die Impfkampagne einbeziehen zu wollen. Eltern und Kinder könnten in diesem Fall gemeinsam mit ihren Ärzten trotzdem eine individuelle Entscheidung treffen, so Spahn (alle News zur Corona-Pandemie in NRW im Live-Ticker).

Corona in NRW: Über 10 Millionen Impfungen durchgeführt – Inzidenz deutlich gesunken

Kinderärzte haben bereits vor einer „Impfpflicht durch die Hinterür“ gewarnt. Man sei in großer Sorge, dass Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) so eine Immunisierung in den Schulen erreichen wolle, sagte Axel Gerschlauer vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte der Rheinischen Post. Eine Impfung dürfe nicht zur Voraussetzung für einen Schulbesuch werden.

In NRW wurden mittlerweile über 10 Millionen Corona-Impfungen durchgeführt (Stand 25. Mai). Hinsichtlich der Erstimpfungen liegt das Land mit einer Quote von 42,8 Prozent auf Platz zwei und über dem Bundesdurchschnitt (40,4 Prozent). Einen vollständigen Impfschutz besitzen in Nordrhein-Westfalen 13,3 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt NRW im Ländervergleich auf dem drittletzten Rang.

Die Sieben-Tage-Inzidenz wies das Robert Koch-Institut für Nordrhein-Westfalen am Mittwochmorgen mit 51,6 aus – ein Minus von 10,5 im Vergleich zum Vortag. Bundesweit lag die wichtige Corona-Kennziffer bei 46,8. Hagen ist mit einem Inzidenzwert von 106 der einzig verbliebene Corona-Hotspot in NRW. Alle anderen Kreise und kreisfreien Städte verzeichneten weniger als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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