Covid-19

Corona trifft jetzt auch Kinder – Schüler aus dem Ruhrgebiet auf der Intensivstation

Die Corona-Inzidenz in NRW geht langsam zurück. Doch unter Kindern und Jugendlichen infizieren sich noch immer viel zu viele. Und immer häufiger erkranken einige von ihnen ernst.

Duisburg/NRW – Mitten im Streit um neue Quarantäneregeln an Schulen in NRW, schießen die Neuinfektionen unter Schülern im Ruhrgebiet in die Höhe. Wie RUHR24* berichtet, führte an einer Duisburger Schule die Infektion mit dem Coronavirus* für einen Schüler zu einer lebensbedrohlichen Situation. Er wird intesivmedizinische behandelt. Viele weitere Schüler sind ernsthaft krank.

VirusCoronavirus/Sars-Cov-2
ErkrankungCovid-19
SymptomerHusten, Schnupfen, Fieber, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona in NRW: Weniger Neuinfektionen – doch nun trifft es vor allem Jüngere und Ungeimpfte

Die gemeldeten Corona-Neuinfektionen in NRW vermitteln das Gefühl: Die Lage entspannt sich. Binnen einer Woche sank die Inzidenz von 131,3 (30. August) auf 113,7 (6. September). Auch die Forderung nach weniger strengen Quarantäneregeln für Schüler* zeigen in dieselbe Richtung. Doch ein Blick auf die Zahlen verrät auch, dass sich nun vor allem die Jüngeren und zum größten Teil Ungeimpften infizieren.

Unter den unter 19-Jährigen liegt die Inzidenz aktuell bei 248,3 (Stand 6. September), und damit deutlich höher als die Gesamtinzidenz. Zwar sinken die Zahlen auch in dieser Altersgruppe, doch sie befinden sich weiter auf einem sehr hohen Niveau. Trotzdem: Nur noch die positiv auf Corona getesteten Schüler und ihre Familienangehörigen sollen nach dem Willen von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zukünftig in Quarantäne zu gehen. Sitznachbarn und Klassenkameraden dürften dann weiter zur Schule gehen.

Denn es gelte die Schulen weiter offenzuhalten. Und das gelingt nicht, wenn immer wieder ganze Schulklassen in Quarantäne geschickt werden. „30.000 Schüler in NRW in Quarantäne“ titelte die FAZ vor rund einer Woche. Und auch jetzt, eine Woche später, dürften viele Schüler noch immer zu Hause sein. Laut des WDR-Magazins Westpol befinden sich über 90 komplette Schulklassen derzeit in Quarantäne.

NRW: Viele Schüler in Corona-Quarantäne – einige von ihnen ernst an Covid erkrankt

Doch viele von ihnen fristen ihr Dasein nicht nur aus einer Vorsichtsmaßnahme heraus zu Hause, sondern auch, weil sie tatsächlich an Covid-19 erkrankt sind. In Duisburg, wo aktuell ein Schüler auf der Intensivstation behandelt werden muss, berichten Schulen davon, dass auch Grundschüler heftige Symptome zeigen würden. Die Pandemie trifft nun offensichtlich vor allem die Jüngsten.

Ein Kinder- und Jugendarzt impft eine Jugendliche gegen Corona. Doch viele Jugendliche und Kinder sind bislang nicht geimpft. Für unter 12-Jährige ist noch kein Impfstoff zugelassen.

Einige Experten sprechen längst davon, dass die Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen begonnen hätte*. In Duisburg, sind es aktuell 244 Kinder, die positiv auf Corona getestet wurden. Am Landfermann-Gymnasium hat es laut des Berichts der WAZ nun zudem ein Kind getroffen, welches die Infektion alles andere als gut oder symptomlos wegzustecken vermochte. Aufgrund einer Vorerkrkankung müsse das Kind derzeit intensivmedizinisch betreut werden, so die Schulleitung gegenüber der Zeitung.

Corona-Zahlen in NRW bereiten Sorge mit Blick auf den Herbst

Davor, dass Fälle wie dieser bei einer so hohen Inzidenz unter Kindern und Jugendlichen häufiger auftreten können, warnte Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bereits Anfang September. Die Inzidenz in NRW* unter Kindern sei inzwischen so hoch, dass auch seltene Komplikationen „zu oft vorkommen“, twitterte der Experte. Im Herbst könnten Kinder richtige Probleme bekommen.

Auch an der Duisburger Schule macht man sich angesichts der hohen Corona-Zahlen mit Blick auf den Herbst große Sorgen. An einer Impfaktion hätten laut WAZ selbst unter den Schülern, für die eine Impfung infrage kommt, weniger teilgenommen als erhofft. In Duisburg liege die Impfquote in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen bei aktuell 25 Prozent. In der Gesamtbevölkerung liege sie bei 70 Prozent.

Immerhin: Unter den Lehrern sei die Impfquote hoch. Dennoch: Das sei zu wenig, um die Pandemie zum Stillstand zu bringen, so der Gesundheitsamtsleiter der Stadt Duisburg gegenüber der WAZ. Er rechnet wie viele andere Experten auch damit, dass in den kommenden Wochen die Zahlen in allen Altersgruppen steigen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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