Start am 17. Dezember

Corona in NRW: Vorerkrankungen spielen bei Kinderimpfungen eine große Rolle

Kurz vor dem Start der Kinderimpfung in NRW hat das Land 13 dafür priorisierte Vorerkrankungen genannt – und steht schon im Januar 2022 vor einem Problem.

Dortmund – Viele Eltern in NRW fragen sich derzeit: Sollte ich mein Kind gegen Corona impfen lassen? Wirklich empfohlen wird die Impfung für 5- bis 11-Jährige seitens der Ständigen Impfkommission (Stiko) nur für vorerkrankte Kinder. Aber was genau heißt das? Wer gilt laut Stiko als vorerkrankt?

7-Tage-Inzidenz in NRW (Gesamtbevölkerung)255,4 (Stand: 15. Dezember)
7-Tage-Inzidenz in NRW bei 5 bis 9-Jährigen646,1
7-Tage-Inzidenz in NRW bei 10 bis 14-Jährigen683,7

NRW: 13 Vorerkrankungen spielen bei Kinderimpfungen gegen Corona eine Rolle

Das Land NRW hat in seinem „12. Erlass zur Organisation des Impfgeschehens gegen COVID-19“ nun eine Liste veröffentlicht, in der 13 – weit gefasste – Vorerkrankungen konkretisiert werden. Und zwar:

  • Adipositas (größer 97. Perzentile des BMI)
  • Angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • Angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung unter 80 Prozent) und Einkammerherzen nach Fontan-Operation
  • Chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion unterhalb der 5. Perzentile, definiert als z-Score-Wert <-1,64 für die forcierte Einsekundenkapazität (FEV1) oder Vitalkapazität (FVC).
  • Schweres oder unkontrolliertes Asthma bronchiale
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • Diabetes mellitus, wenn nicht gut eingestellt bzw. mit HbA1c-Wert über 9,0%
  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Schwere pulmonale Hypertonie
  • Syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Trisomie 21
  • Tumorerkrankungen und maligne hämatologische Erkrankungen

Zusätzlich zu Kindern mit den genannten Vorerkrankungen wird die Kinderimpfung von der Stiko Kindern dieser Altersgruppen empfohlen, wenn sich in ihrem Umfeld Angehörige bzw. Kontaktpersonen mit einem hohen Risiko für schwere Covid-19-Verläufe befinden. Und zwar wenn:

  • diese selbst nicht geimpft werden können oder
  • bei diesen trotz Impfung von einem schweren Krankheitsverlauf auszugehen ist. 

Darüber hinaus können auch alle anderen Kinder der Altersklasse 5 bis 11 gegen das Coronavirus geimpft werden – auch wenn sie gesund sind. Die Stiko empfiehlt in diesem Fall vorab ein Beratungsgespräch mit einem Arzt. NRW hat sogar bereits angekündigt, an Schulen gegen Corona impfen zu wollen.

Aber: Derzeit besteht für Kinder ohne Vorerkrankungen in dieser Altersgruppe nur ein geringes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung, Hospitalisierung und Intensivbehandlung. Darauf weist die Stiko hin. Eine Erkrankung verlaufe meist ohne Symptome. Kinderärzte drängen darauf, zunächst alle Erwachsenen impfen zu lassen, statt sich nun auf die Kinder zu stürzen.

Corona-Impfung für Kinder in NRW: Drei bis sechs Wochen zwischen den beiden Impfungen

Eltern, die ihre Kinder trotzdem gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, müssen sich auf einen Abstand zwischen erster und zweiter Impfung von drei bis maximal sechs Wochen einstellen.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko), empfiehlt nicht allen Kindern im Alter von 5 bis 11 die Corona-Impfung.

Kinder, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren, sollen vorerst nicht geimpft werden, sofern sie nicht an einer der oben genannten Vorerkrankung leiden. Wer Corona hatte und vorerkrankt ist, soll sechs Monate nach der Infektion geimpft werden (Hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

NRW: Nicht mehr genug Biontech-Impfstoff für Kinder ab Januar 2022

Ungewiss ist, wie die Versorgung der Kinder in NRW mit dem Corona-Impfstoff von Biontech im Januar aussieht. Wie das NRW-Gesundheitsministerium in seinem 12. Impferlass mitteilt, werde es für den Jahresanfang 2022 nicht ausreichend Biontech-Impfstoff für die Kinder-Zweitimpfungen geben. Das hatte das Bundesgesundheitsministerium zuletzt angekündigt.

Die Städte und Kreise in NRW werden deshalb durch das Land dazu angewiesen, die Hälfte ihres erhaltenen Kinderimpfstoffs zunächst für die Zweitimpfungen zu reservieren.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa, MAGS NRW; Collage: RUHR24