Lage im Westen

Corona: Intensivbetten in NRW werden schon wieder knapp

Die vierte Corona-Welle eskaliert. So viele Intensivbetten in den Kliniken sind im Bundesland NRW aktuell noch frei?

Dortmund – Die Corona-Lage wird in Deutschland von Tag zu Tag dramatischer. Besonders in Bayern, Thüringen und Sachsen gibt es Landkreise, in denen schon jetzt keine Intensivbetten mehr frei sind. Auch in NRW melden einige Kreise und Städte Knappheit.

BundeslandNRW
InstitutDIVI-Intensivbettenregister
FrageWie viele Intensivbetten sind in NRW frei?

Intensivbetten in NRW: In Köln, Düsseldorf, Essen und Bochum werden sie knapp

Die Lage in Nordrhein-Westfalen ist zwar aktuell noch nicht mit Bayern, Sachsen oder Thüringen zu vergleichen. Aber auch hierzulande schießen die Infektionszahlen in die Höhe.

Doch wie sieht es denn insgesamt mit den freien Intensivbetten in NRW in den verschiedenen Städten und Kreisen am Samstag (13. November) aus? Dortmund hat 29 freie Betten, was einen Wert von 10,88 Prozent bedeutet. Die Informationen stammen aus dem DIVI-Intensivbettenregister.

In Bochum (11 freie Betten, 6,55 Prozent), Essen (25 freie Betten, 7,35 Prozent) und Duisburg (10 freie Betten, 6,37 Prozent) ist die Lage schon schwieriger (mehr News zu Corona bei RUHR24).

Am Rhein verkompliziert sich alles noch einmal. In Düsseldorf (13 freie Betten, 4,8 Prozent), Köln (19 freie Betten, 5,54 Prozent) und Bonn (12 freie Betten, 5,38 Prozent) darf sich die Lage eigentlich nicht noch einmal verschlechtern.

Intensivbetten in NRW: Lage noch nicht mit der in Bayern, Sachsen oder Thüringen zu vergleichen

Ähnlich negativ sieht es in den größeren Städten Aachen (14 freie Betten, 5,3 Prozent), Münster (6 freie Betten, 3,17 Prozent) und Bielefeld (6 freie Betten, 5,45 Prozent) aus (mehr News aus NRW bei RUHR24).

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Eine tägliche Aktualisierung gibt es auf der Internetseite des DIVI-Intensivbettenregisters. So viele Intensivbetten sind in den restlichen Städten und Kreisen im Ruhrgebiet am Samstag (13. November) noch frei.

  • Hamm, 18 freie Betten - 24,66 Prozent
  • Kreis Unna, 8 freie Betten - 7,69 Prozent
  • Kreis Recklinghausen, 25 freie Betten - 13,09 Prozent
  • Hagen, 12 freie Betten – 20 Prozent
  • Ennepe-Ruhr-Kreis, 6 freie Betten, 7,41 Prozent
  • Herne, 6 freie Betten, 9,68 Prozent
  • Gelsenkirchen, 8 freie Betten, 11,11 Prozent
  • Bottrop, 11 freie Betten, 25,58 Prozent
  • Oberhausen, 3 freie Betten - 5,56 Prozent
  • Kreis Wesel, 20 freie Betten, 17,24 Prozent

Doch wie sind die Zahlen und Prozente einzuschätzen? Auf Anfrage von RUHR24 äußerte sich Jochen Albrecht, ein Sprecher des DIVI-Intensivregisters des Robert Koch-Instituts: „Das Vorkommen eines freien Bettenanteils von nur 15 Prozent ist regional in einzelnen Intensivbereichen zu bestimmten Zeitpunkten nichts Ungewöhnliches!“

Problematisch werde jedoch ein freier Bettenanteil von unter 15 Prozent oder unter 10 Prozent. „Insbesondere wenn dies in mehreren Regionen und Häusern gehäuft und über längere Zeiträume auftritt“, so Albrecht.

Intensivbetten in NRW: Experte klärt auf – das bedeuten unter 15 Prozent und unter 10 Prozent

Das Problem, wie aktuell in Bayern oder auch in einigen Regionen beim NRW-Nachbarn Niederlande zu erkennen, ist folgendes: Verlegungsmöglichkeiten, die manchmal als Puffer dienen können, sind dann in aller Regel nur noch eingeschränkt möglich. In NRW und insbesondere im Ruhrgebiet ist die Lage aktuell kompliziert, aber noch nicht zu vergleichen mit Südbayern.

Allerdings gibt es mit Bochum, Essen, Duisburg, Kreis Unna, Ennepe-Ruhr-Kreis, Herne und Oberhausen auch Städte und Kreise, die einen Wert von unter 10 Prozent aktuell erreichen.

Hinzu kommt, wie Jochen Albrecht erwähnt, ein weiteres Problem: Die lange Liegedauer von Covid-19-Patienten und -Patientinnen und die Beatmungsbehandlung - 8,5 von 10 Covid-19-Erkrankte benötigen eine Beatmung. „Das ist eine besondere und bisher nicht da gewesene Herausforderung für die Versorgung“, so der DIVI-Experte.

Rubriklistenbild: © Patrick Stollarz/afp, Olga Maltseva/AFP; Collage: RUHR24