Aufwand zu groß

Urlaub mit Corona-Impfung: Land NRW bremst Hoffnungen auf frühere Termine

Wer sich vor dem Sommerurlaub vollständig gegen das Coronavirus impfen lässt, kann weitgehend beschwerdefrei verreisen. Doch in Nordrhein-Westfalen wird das nicht für jeden möglich sein.

Düsseldorf – Die sinkenden Corona-Zahlen in Deutschland scheinen einen Sommerurlaub im eigenen Land möglich zu machen, berichtet RUHR24*. Wer vor Antritt der Reise den vollständigen Impfschutz besitzt, kann jenen sogar ohne viele nervige Auflagen genießen. Entsprechend wollen immer mehr Menschen den Zeitraum zwischen ihrer ersten und zweiten Impfdosis verkürzen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Armin Laschet (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Corona: Urlaub in Deutschland für alle möglich – doch für Geimpfte ist er wesentlich entspannter

Denn wer weder geimpft noch genesen ist, muss in vielen Bundesländern regelmäßig einen neuen negativen Corona-Schnelltest vorlegen – in Schleswig-Holstein etwa alle 72 Stunden. Auch die Innengastronomie im nördlichsten Bundesland darf ab dem 17. Mai nur Gäste empfangen, die ein negatives Testergebnis vorlegen können. Geimpfte und Genesene brauchen dies nicht.

Bund und Länder wissen um die Sehnsucht nach Urlaub innerhalb der Bevölkerung und ködern deshalb nicht nur mit der aufgehobenen Priorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca*, sondern auch mit einer deutlich verkürzten Zeitspanne zwischen Erst- und Zweitimpfung. Statt der ursprünglich vorgesehenen zwölf Wochen bis zur Booster-Impfung kann der Zeitraum nach ärztlichem Ermessen auf bis zu vier Wochen verkürzt werden.

Corona in NRW: Zweitimpfung mit Astrazeneca kann im Impfzentrum nicht vorgezogen werden

Wer sich also zeitnah beim Hausarzt um Termine für eine Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca bemüht, hat gute Chancen, in den beliebten Urlaubsmonaten Juli und August nahezu unbeschwert verreisen zu können. Doch für manche Impflinge in Nordrhein-Westfalen* hat das Gesundheitsministerium eine schlechte Nachricht parat (mehr Corona-News aus NRW* auf RUHR24).

Denn während die Hausärzte die Zeitspanne zwischen der ersten und zweiten Impfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca nach entsprechender Aufklärung des Patienten verkürzen dürfen, ist das in den NRW-Impfzentren nicht möglich. Der organisatorische Aufwand sei laut Gesundheitsministerium zu groß. Wer also seine erste Astrazeneca-Impfung im Impfzentrum erhalten hat, kann die Zweitimpfung nicht vorziehen.

Die Priorisierung für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca wurde aufgehoben.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wurde vor allem zu Beginn der Impfkampagne in großem Stil in den Impfzentren verimpft. Seit der Berichte über seltene Fälle von Sinusvenenthrombosen und der damit verbundenen Empfehlung, das Vakzin des schwedisch-britischen Herstellers nur noch über 60-Jährigen zu verabreichen, wird Astrazeneca überwiegend in Arztpraxen und bei Sonder-Impfaktionen eingesetzt.

Corona: Impfkampagne in NRW läuft gut – kaum noch Termine im Mai frei

Ohnehin scheinen die Tage des Astrazeneca-Impfstoffs in Deutschland gezählt zu sein. Die Europäische Union hat ihre Bestellungen bei dem Hersteller bislang nicht über den Monat Juni hinaus verlängert. Es stehe noch nicht fest, ob es danach zu weiteren Bestellungen komme, teilte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Sonntag (9. Mai) mit.

In Nordrhein-Westfalen wurde laut Bundesgesundheitsministerium bereits mehr als jeder dritte Bürger mindestens einmal gegen Corona geimpft (Stand 10. Mai, 12.30 Uhr). Seit vergangener Woche können Personen aus der Priorisierungsgruppe 3 in NRW einen Impftermin vereinbaren*.

Das Interesse daran sei erwartungsgemäß groß, teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit. „Die hierfür vorgesehenen Termine sind fast ausgebucht. Damit ist der vom Bund für den Monat Mai zur Verfügung gestellte Impfstoff für Impfzentren vollständig verplant.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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