Vakzine im Anmarsch

NRW plant Auslosungen für Corona-Impfungen beim Hausarzt – Starttermin steht wohl fest

Bald dürfen in NRW auch Hausärzte und Gynäkologen Corona-Impfungen verabreichen. Ein Termin für den Start steht offenbar fest. Es soll sogar ein Losverfahren geben.

Dortmund – So langsam kommt in NRW Fahrt auf in Sachen Corona*-Impfungen. Ab dem 19. April, so der nun von den Gesundheitsministern der Länder gemachte Vorschlag, soll auch in den Hausarztpraxen geimpft werden. Nun kommen weitere Details zum Prozedere ans Tageslicht. RUHR24.de* fasst sie zusammen.

Corona-Inzidenz in NRW81,2 (Stand 15. März 2021)
Aktuell infizierte Personen30.100
Bislang gemeldete Corona-Fälle559.733

Corona-Impfungen in NRW: Hausärzte sollen am 19. April starten

So sollen niedergelassene Ärzte ab dem 19. April (Montag) über den Pharma-Großhandel direkt mit dem Corona-Impfstoff versorgt werden, heißt es etwa von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Sie geht davon aus, dass die Menge des zur Verfügung stehenden Corona-Impfstoffs bis Mitte April so sehr steigen werde, dass die 53 Impfzentren in NRW* es nicht mehr alleine schaffen, ihn unters Volk zu bringen.

Schon jetzt stellt das Land Nordrhein-Westfalen Hausärzten für die Hausarztpraxen eine begrenzte Menge Corona-Impfstoff von AstraZeneca zur Verfügung – 150.000 Vakzin-Dosen pro Woche für ganz NRW. Das kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in einer Pressekonferenz am Donnerstag (11. März) an. Das Land wolle damit einen zügigen Übergang des Impfens in die Regelversorgung unterstützen – sozusagen als Testvorlauf.

Hausärzte und Gynäkologen in NRW sollen zunächst 150.000 Corona-Impfungen verabreichen

Diese 150.000 Corona-Impfungen sollen zwischen dem 29. März und dem 18. April verabreicht werden. Hausärzte und Gynäkologen können sich um die Vakzine „bewerben“. Hausärzte sollen dabei chronisch kranke Personen unter 70 Jahren der Prio-Gruppe 2 und über 80-Jährige, die nicht mehr mobil sind, im Rahmen eines Hausbesuchs gegen Corona impfen. Wie viele Menschen das in NRW sind, ist unklar.

„Das ist eine Gruppe, von der ich nicht sagen kann, ob das eine Million sind oder zwei Millionen. Das weiß kein Mensch“, sagte Karl-Josef Laumann jüngst* bei einer Pressekonferenz zur Impflage in NRW. „Aber die Hausärzte kennen diese Patienten.“

Chroniker in NRW sollen durch Hausärzte gegen Corona geimpft werden

Dabei handelt es sich gemäß Paragraf 3 Abs. 1 Nr. 2 Coronaimpfverordnung* um folgende Menschen:

  • Personen mit Trisomie 21,
  • Personen nach Organtransplantation,
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression,
  • Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt,
  • Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung,
  • Personen mit Diabetes mellitus,
  • Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung,
  • Personen mit chronischer Nierenerkrankung,
  • Personen mit Adipositas,
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

Unterdessen dürfen Gynäkologen die Corona-Impfungen bei bis zu zwei Begleitpersonen von schwangeren Frauen vornehmen. Schwangere selbst dürfen sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen.

Ärzte sollen zur Not per Losverfahren für Corona-Impfungen zugelassen werden

Hausärzte und Gynäkologen, die den Zuschlag für einen Teil der 150.000 AstraZeneca Impfungen erhalten, sollen zunächst 100 Impf-Dosen davon als „Starter-Kit“ erhalten. Sollten sich ab Montag (15. März) zu viele Hausärzte und Gynäkologen für den „Testlauf“ registrieren, ist ein Losverfahren denkbar, teilen die Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW mit. 1500 Praxen sind mit der genannten Impf-Menge von 150.000 Dosen für den Testlauf möglich (hier weitere Corona-News aus NRW* auf RUHR24.de lesen).

Beliefert würden die ausgewählten Praxen dann direkt aus dem Zentrallager des Landes. Wie wa.de* berichtet, sollen spätestens ab Mai dann alle Haus- und Facharztpraxen in NRW flächendeckend gegen Corona impfen dürfen und ihre Dosen - wie auch bei der Grippe-Impfung - über den Großhandel beziehen.

Hausärzte wollen Erwachsene bis zum Sommer gegen Corona durchimpfen

Viele Hausärzte begrüßen das Go fürs Impfen gegen Corona in ihren Praxen. „Nur so kann es gehen, wenn wir bis zum Sommer die gesamte erwachsene Bevölkerung durchgeimpft haben wollen“, kommentiert die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) den jüngsten Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz. *RUHR24.de und wa.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein, Federico Gambarini/dpa; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema