Ministerium mit Erlass

Corona: NRW passt Regelung für Zweitimpfung an – doch es gibt Kritik

Das NRW-Gesundheitsministerium hat am Freitag (2. Juli) einen Corona-Erlass veröffentlicht. Er ändert eine wichtige Regelung bei der Impfungen.

Düsseldorf – Ab sofort dürfen Menschen in NRW, die eine Corona-Zweitimpfung bekommen, den Impfstoff selbst aussuchen. Allerdings nur, wenn ihre Erstimpfung mit dem Stoff von Astrazeneca durchgeführt wurde. Diese Corona-Regelung geht aus einem neuen Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums hervor, der am Freitag (2. Juli) an die Städte und Kreise in NRW gerichtet wurde.

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GesundheitsministerKarl-Josef Laumann (CDU)

NRW: Neue Regelung bei erster Corona-Impfung mit Astrazeneca-Impfstoff

Hintergrund dieser Maßnahme ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Donnerstag (1. Juli) bei Erstimpfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca einen mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna folgen zu lassen. Die Kombination dieser zwei Impfstoff-Arten soll gegen die Delta-Variante des Coronavirus wirksamer sein, als zwei Impfungen mit Astrazeneca.

Das NRW-Gesundheitsministerium sichert den Impfzentren in NRW die entsprechend benötigten Dosen der mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zu. Wer trotz der Empfehlung der Stiko trotzdem beide Impfungen mit dem Stoff von Astrazeneca wünscht, darf dies dennoch weiterhin tun. Auch diese Kombination wirkt gut gegen das Coronavirus, allerdings nicht so gut, wie die Kombination der zwei verschiedenen Impfstoffarten.

Corona-Impfungen in NRW: Astrazeneca-Erstimpflinge haben die Wahl

Den Wunsch-Impfstoff dürfen Impflinge direkt bei der Anmeldung vor Ort im Impfzentrum angeben. Sie brauchen ihn nicht schon bei der Anmeldung im Internet oder via Telefon anzugeben (Hier weitere News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24 lesen).

Auch die niedergelassenen Ärzte sollen künftig die Möglichkeit haben, ihren Patienten die Wahl der Zweitimpfung zu lassen, sofern die erste Impfung mit Astrazeneca war. Patienten sollten bei ihrem Arzt im Vorfeld angeben, welche Zweitimpfung sie wünschen.

Von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordhrein (KVNO) gab es zunächst Kritik, da die Empfehlung der Stiko zu einem organisatorischen Mehraufwand in den Arztpraxen führen könnte, da Termine umgestellt werden müssten.

NRW: Patienten sollten Termine für Zweitimpfung möglichst nicht verschieben

Die KVNO etwa bittet Astrazeneca-Impflinge darum, möglichst darauf zu verzichten, ihre Zweitimpfungstermine nun zu verschieben bzw. den Zeitabstand zwischen Erst- und Zweitimpfung verkürzen zu wollen. Terminänderungen seien „extrem komplex“.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, empfiehlt nach Erstimpfung mit Astrazeneca die zweite Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna.

Bei den sogenannten „Kreuzimpfungen“, also Impfungen mit zwei verschiedenen Impfstoff-Arten wie Astrazeneca und Biontech oder Moderna, soll laut Stiko ein Impfabstand von mindestens vier Wochen zwischen der ersten und der zweiten Impfung bestehen.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/AFP

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