Vierte Welle

Corona-Impfchaos in NRW: So soll die Terminvergabe jetzt erleichtert werden

Der Ansturm auf die dritte Corona-Impfung (Booster) hat begonnen. Doch NRW droht ein Chaos bei der Terminvergabe. Eine erste Lösung scheint da zu sein.

Dortmund – Wie schnell schafft es NRW*, seiner Bevölkerung die dritte Corona-Impfung zu verabreichen? Spätestens seit bei vielen Geimpften die Wirkung des Vakzins nachlässt, lechzen viele Bürger nach einem Termin für die sogenannte „Booster“-Impfung. RUHR24* erklärt, warum Nordrhein-Westfalen jetzt ein Chaos bei der Terminvergabe droht.

7-Tage-Inzidenz in NRW176,6 (Stand: 16. November)
7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz3,61
Anteil COVID-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten9,55 Prozent

NRW: Termine für dritte Corona-Impfung – Ärzte bekommen mehr Geld

Anders als bei der ersten Impfkampagne Anfang des Jahres ist die Situation in NRW jetzt eine ganz andere. Denn Impfzentren, die Menschenmassen in sich aufnahmen, um sie danach gegen Corona* geimpft wieder „auszuspucken“, die gibt es längst nicht mehr. Einen Großteil dieser Arbeit sollen jetzt niedergelassene Ärzte stämmen.

Doch anders als zu Beginn der Corona-Impfungen Anfang 2020 beteiligen sich aktuell deutlich weniger Ärzte an den Impfungen für die Bevölkerung. Beispiel: Impften anfangs rund 5000 nordrheinische Praxen gegen das Coronavirus, sind es jetzt nur noch 3700. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein (KVNO) haben sich also viele Praxen aus der Impfkampagne zurückgezogen (Hier weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

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Dritte Impfung: Weniger Ärzte in NRW beteiligen sich an Corona-Booster-Aktion

Einer der Gründe: Die Telefondrähte in den Praxen liefen vor allem nach Ende der Priorisierung zwischenzeitlich heiß, die Arzthelfer und Arzthelferinnen kamen kaum mit der Terminvergabe hinterher. Später dann ärgerten sich Ärzte über nicht abgesagte Impftermine und die viele Bürokratie beim Impfen. Zahlreiche Hausarztpraxen meldeten sich deshalb vom Impfsystem wieder ab. Sie hatten keine Lust mehr.

NRW versucht nun, wieder mehr Ärzte zum Impfen zu bewegen. Am besten geht das wohl mit: Geld. So bekommen Ärzte in NRW ab Dienstag (16. November) pro Corona-Impfung statt vorher 20 Euro jetzt 28 Euro. Am Wochenende steigt die Vergütung auf 36 Euro pro Impfung. Mit dem höheren Honorar soll Koordinierungs- und Beratungsaufwand in den Vertragsarztpraxen ausgeglichen werden.

Zudem gibt es inzwischen weniger bürokratische Vorgaben – etwa bei Aufklärung der Patienten oder der Dokumentation. Ob sich die genannten Maßnahmen positiv auf die Impf-Kampagne in NRW auswirken, steht allerdings in den Sternen.

NRW-Städte starten Corona-Impf-Aktionen: Busse in Dortmund und Stände auf Weihnachtsmarkt Bochum

Damit die Verantwortung der dritten Corona-Impfungen nicht nur auf den Schultern der niedergelassenen Ärzte lastet, organisieren die Städte in NRW zusätzlich Impfungen in Vierteln mit niedriger Impfquote oder lassen sogenannte „Impf-Busse“ durch die Bezirke touren.

Der Corona-Impfbus sorgte in Dortmund für eine lange Warteschlange.

Dass die Nachfrage bei letzteren Angeboten enorm ist, konnte man jüngst am Montag (15. November) bei einer Impfkation in der Dortmunder Innenstadt* beobachten. Die Warteschlange vor dem Impfbus war Hunderte Meter lang. Und in Bochum will man die Bürger indes sogar auf dem Weihnachtsmarkt impfen*. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch, Friso Gentsch/dpa; Collage: RUHR24

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