Gerichtstermin

Ordnungsamt in NRW verprügelt Schüler wegen Corona-Regel – Nase gebrochen

Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts in Hagen müssen sich vor Gericht verantworten. Sie haben einen Schüler, der keine Maske trug, schwer verletzt.

Hagen – Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Hagen mussten am Freitag (10. September) vor Gericht erscheinen. Der Vorwurf hatte es in sich.

BundeslandNRW
StadtHagen
EreignisMitarbeiter des Ordnungsamts attackieren Schüler

Hagen: Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt verfolgen Schüler – der trug keine Maske

Wie die Bild berichtet, lautete die Anklage: Körperverletzung im Amt. Eine Anklage gab es am Ende nicht. Dafür wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage von 2000 Euro eingestellt. War war passiert?

Der Vorfall hatte sich im Januar 2021, auf dem Höhepunkt der Corona-Restriktionen in NRW ereignet. Zwei 51- und 43-jährige Mitarbeiter des Ordnungsamts hatten in der Innenstadt in Hagen eine Gruppe Schüler entdeckt, die keine Maske trugen. Zum damaligen Zeitpunkt gab es in zahlreichen Städten in Deutschland, so auch in Hagen, während des Corona-Lockdowns eine strikte Maskenpflicht an vielen Stellen im Freien.

Die zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien daraufhin zu den Schülern gegangen und hätten diese kontrollieren wollen. Einer der Schüler sei daraufhin geflüchtet. Einer der zwei Mitarbeiter des Hagener Ordnungsamts habe dann die Verfolgung aufgenommen.

Hagen: Beide Ordnungsamt-Mitarbeiter werden gegenüber dem Schüler gewalttätig

Die sei über mehrere hundert Meter durch die NRW-Stadt verlaufen. Der Mitarbeiter des Hagener Ordnungsamts habe dann dem Schüler mit der Hand ins Gesicht geschlagen und gesagt: „Das ist dafür, dass ich laufen musste.“

Doch das war nicht alles. Der Schüler sei fixiert zum Dienstwagen gebracht worden. Der andere Ordnungsamt-Mitarbeiter habe daraufhin das Gesicht des Schülers gegen das Auto geschlagen. Dann soll er gesagt haben. „Jetzt kannst du dich verpissen.“

Hagen: Ordnungsamt-Mitarbeiter geben zu – Sache ist aus dem Ruder gelaufen

Der Schüler kam in der Folge mit einer gebrochenen Nase ins Krankenhaus und wurde operiert. Eine weitere Operation wartet noch auf ihn.

Laut Bild haben sich beide Mitarbeiter der Stadt Hagen derweil entschuldigt. Es sei nicht ihre Absicht gewesen, den Schüler zu verletzen. Der Einsatz sei aus dem Ruder gelaufen. Gegen diese Summe von 2000 Euro hat das Amtsgericht das Verfahren eingestellt.

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