Covid-19 in Nordrhein-Westfalen

Corona: Shopping in NRW-Geschäften morgen doch möglich – sogar bei Inzidenz über 200

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann
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NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am 26. März über die Corona-Lage informiert.

NRW will alle Geschäfte im Bundesland offen halten – selbst bei Inzidenzen von über 200. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Freitag (26. März) mit.

Update, Montag (29. März), 8.25 Uhr: In vielen Städten und Kreisen ist ab heute ein negativer Schnelltest nötig, um den Einzelhandel oder Kultureinrichtungen betreten zu können. In NRW wollen viele Kommunen und Städte diese Testoption umsetzen. Köln, Hagen, Remscheid, Kreis Düren und der Märkische Kreis sind vorerst von der Regel ausgeschlossen.

Corona in NRW: Einzelhandel darf weiter offen bleiben

Düsseldorf – Das ist ein Paukenschlag! Nordrhein-Westfalen will Geschäfte und weitere Einrichtungen wie Zoos trotz steigender Inzidenzen komplett offen halten. Selbst in Städten, in denen die Inzidenz über 100 oder sogar 200 liegt. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag (26. März) in einer Pressekonferenz in Düsseldorf mit. Damit soll „Click and Meet“ losgelöst von Inzidenzen flächendeckend möglich bleiben.

NameKarl-Josef Laumann (62)
PostenGesundheitsminister von NRW
ParteiCDU

NRW: Corona-Notbremse greift in Geschäften nicht, wenn Städte das nicht wollen

Der Einlass in die Geschäfte in Städten oberhalb der 100er-Inzidenz solle ab dem 29. März durch einen negativen Schnelltest möglich gemacht werden. Das solle überall dort möglich sein, wo es ausreichend Testkapazitäten gäbe, so Laumann. Er gehe davon aus, dass es in jeder Stadt in NRW der Fall sei. „Wir haben in NRW in den letzten Wochen eine flächendeckende Teststruktur aufgebaut“, sagte Laumann. Er nannte die Zahl von rund 5.000 zugelassenen Teststellen.

Die Maßnahme solle zudem einen Anreiz in den Kommunen erzeugen, weitere Testkapazitäten zu ermöglichen bzw. die Teststrukturen zu erhalten, so der Gesundheitsminister. Laumann gehe davon aus, dass Geschäfte, wie etwa große Möbelhäuser, nun eigene Teststrukturen organisieren werden.

Negativer Corona-Test soll in NRW Eintrittskarte für Geschäfte sein

Voraussetzung für den Einlass in ein Geschäft, einen Baumarkt oder in eine Einrichtung wie einen Zoo oder eine Gedenkstätte sei ein offizieller und negativer Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist. Diese Bereiche sind von der neuen Regelung in der Coronaschutzverordnung betroffen:

  • Bibliotheken einschließlich Hochschulbibliotheken sowie Archive,
  • Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlösser, Burgen, Gedenkstätten und ähnliche Einrichtungen,
  • Zoologische Gärten und Tierparks sowie nicht frei zugängliche Botanische Gärten, Garten- und Landschaftsparks,
  • Reisebüros,
  • Verkauf von nicht mit handwerklichen Leistungen oder Dienstleistungen verbundenen Waren in Einrichtungen des Handwerks und des Dienstleistungsgewerbes.

Hygienemaßnahmen wie die Begrenzung von Personen pro Quadratmeter oder die Maskenpflicht blieben bestehen. Damit solle die Gefahr durch falsch negativ getestete Menschen niedrig gehalten werden. Auch ein Termin sei weiterhin nötig. Die Öffnung der Geschäfte trotz Inzidenzen über 100 oder gar 200 müsse allerdings von den jeweiligen Städten mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abgestimmt werden. Städte müssten dafür Allgemeinverfügungen erlassen (hier weitere NRW-Corona-News auf RUHR24.de lesen).

In Städten, die eine Inzidenz unter 100 haben, sollen die aktuellen Regelungen bestehen bleiben. Shopping ist also weiterhin mit Termin, aber ohne negativen Test möglich.

Corona in NRW: Für Friseure und Fußpflegedienste ist kein negativer Corona-Test nötig

Kein negativer Test sei weiterhin für Friseure und Fußpflege nötig. Die Gastronomie sei von dieser Regelung allerdings ausgenommen und darf vorerst nicht öffnen. Wieder öffnen dürfen ab dem 29. März Sonnenstudios. Öffnungen von Kinos, Theatern oder anderen Freizeiteinrichtungen seien allerdings in den sogenannten Modellregionen nach „Tübinger Modell“ möglich.

Für den Friseur muss man in NRW nach wie vor keinen negativen Corona-Test vorweisen.

Und was ist mit der viel zitierten „Notbremse“ für NRW? Diese sollte doch ab einer Inzidenz von 100 an drei Tagen in Folge in betroffenen Städten greifen? Zumindest für Städte, die sich zu Ladenöffnungen durch das nun mögliche Testkonzept entscheiden, soll diese im Einzelhandel und den weiteren oben genannten Fällen nicht gelten.

Karl-Josef Laumann gehe nicht davon aus, dass es durch die Maßnahme zu „Shopping-Tourismus“ zwischen Städten kommen werde, die Geschäfte geschlossen haben und solchen, die geöffnet haben. Im Gegenteil: Durch die Chance, Geschäfte zu öffnen, werde der Shopping-Tourismus eher verringert, so das Credo des CDU-Politikers.

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