Änderung wichtiger Regel

Corona-Änderung in NRW: Ab Mai droht deshalb große Pleitewelle für Bars, Geschäfte und Kultur

Im Mai könnte auf NRW und ganz Deutschland eine Pleitewelle zurollen. Ein wichtiger Schutz in der Corona-Pandemie fällt weg.

Düsseldorf - Diese Änderung erschüttert ganze Branchen. Ab Mai gilt die in der Corona-Pandemie ausgesetzte Insolvenzantragspflicht wieder. Was bedeutet das für Gastronomie, Einzelhandel und Kultur?

BundeslandNRW
HauptstadtDüsseldorf
Corona-Inzidenz158,5 (Stand, 3. Mai)

Corona-Pleitewelle im Mai: In NRW und anderen Bundesländern gilt die Insolvenzantragspflicht wieder

Ab dem 1. Mai gilt die sogenannte Insolvenzantragspflicht wieder. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein zahlungsunfähiges oder verschuldetes Unternehmen innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag stellen muss. Falls nicht, droht eine Klage wegen Insolvenzverschleppung.

Die Insolvenzantragspflicht wurde in NRW und ganz Deutschland im Zuge der Corona-Krise im vergangenen Frühjahr ausgesetzt. Das Ziel war es Unternehmen zu schützen, die ohne eigene Schuld zahlungsunfähig wurden. Das galt bis Ende April 2021.

Aber nur unter der Voraussetzung der Beantragung von Staatshilfen, die noch nicht ausgezahlt wurden. Im Endeffekt haben die Unternehmen glaubhaft machen müssen, durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten zu sein.

Corona: Die große Pleitewelle blieb im Pandemie-Jahr 2020 aus

Die Pleitewelle blieb 2020 und bislang auch 2021 aus. Mit 16.000 Pleiten 2020 ist es der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung, wie die Tagesschau berichtet. Die in NRW wohl einschneidendste Insolvenz war die von Galeria Karstadt Kaufhof, bei der auch Filialen in Dortmund und anderen Städten im Ruhrgebiet zittern mussten. Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister in Dortmund, hat im März eine sogenannte „Vier-S-Strategie“ entwickelt, um die angeschlagene Innenstadt über die Coronakrise zu bringen.

Im Jahr 2021 mit der Wiedereinführung der Insolvenzantragspflicht droht NRW und anderen Bundesländern eine große Pleitewelle, wie einige Experten glauben. Es sei, wie Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbands der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID), sagt, mit einem spürbaren Anstieg der Insolvenzen zu rechnen (alle News zu Corona in NRW bei RUHR24).

Galeria Karstadt Kaufhof meldete im Jahr 2020 Insolvenz an.

Allerdings gibt es auch optimistischere Prognosen. So geht der Kreditversicherer Euler Hermes davon aus, dass Unternehmenspleiten lediglich um sechs Prozent steigen werden. Es sei nicht unrealistisch, dass es unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 bleibt, wie die Tagesschau berichtet.

Corona in NRW: Experten schildern fatales Bild – Pleitewelle kommt ab Mai

Mittlerweile, so die Begründung der Wiedereinführung der Insolvenzantragspflicht, würden die Corona-Hilfen an die Unternehmen fließen. Zudem wird das sogenannte Schutzschirmverfahren als Alternative zur Insolvenz genannt.

Mehrere Vertreter der Branchen und Verbände in NRW haben schon im Vorfeld der Wiedereinführung der Insolvenzantragspflicht Alarm geschlagen. Der Westdeutsche Handwerkskammertag fürchtet eine nie dagewesene Pleitewelle und fordert daher eindeutige Perspektiven und bessere Hilfen.

Die Industrie und Handelshammer Ruhr wertete Mitte April 2021 eine Umfrage aus, die eine nach eigenen Aussagen existenzbedrohende Lage im Reise- und Gastgewerbe und Einzelhandel in NRW zeigt. Die Lage sei mehr als alarmierend.

Rubriklistenbild: © Victoria Maiwald/RUHR24

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