Shoppingtourismus

Lockerungen in NRW: Einkaufen ohne Termin - weitere Städte machen es möglich

Noch immer befindet sich fast ganz NRW im Lockdown. Hohe Inzidenzen erlauben nur vorsichtige Lockerungen. Doch in immer mehr Städten dürfen die Geschäfte wieder öffnen.

Update, Mittwoch (10. März), 9.30 Uhr: NRW - Nachdem bereits Paderborn und Bielefeld entschieden einen Sonderweg zu gehen und lokal zu lockern, reihen sich auch der Kreis Höxter und Coesfeld in die Reihe der Städte und Kreise ein, in denen nun wieder ohne Termin geshoppt werden kann, das berichtet die dpa.

Städte und Kreise mit Lockerungen im EinzelhandelPaderborn, Bielefeld, Höxter, Coesfeld
LandNRW
Inzidenznachhaltig unter 50

NRW: Einkaufen trotz Lockdown – in manchen Städten auch ohne Termin

In Bielefeld soll das Einkaufen ohne Termin ab morgen (Donnerstag, 11. März) wieder möglich sein. Der OB der Stadt sprach in Bezug auf die Entscheidung lokal zu öffnen von einem „wichtigen Signal für den gebeutelten Einzelhandel und die Kultur“.

Auch im Kreis Coesfeld kann ab Donnerstag wieder nach Herzenslust geshoppt werden. Selbst auf die einfache Rückverfolgbarkeit von Kontakten in den Geschäften und Einrichtungen soll in dem Kreis verzichtet werden. Da sich jedoch nur eine bestimmte Anzahl an Kunden je Quadramtmeter in den Geschäften aufhalten darf, könne es zu längeren Wartetzeiten kommen.

Im Kreis Höxter darf bereits ab heute (Mittwoch, 10. März) wieder ohne Termin geshoppt werden. Die Stadt Münster und Bottrop bleiben dagegen trotz niedriger Inzidenz weiter vorsichtig und verzichten auf zusätzliche Lockerungen.

Einkaufen trotz Lockdown in NRW: In manchen Kreisen und Städten durch lokale Lokerungen möglich

Erstmeldung, Dienstag (9. März), 17.45 Uhr: Der Lockdown in NRW ist bis zum 28. März verlängert worden. Im Großen und Ganzen. Denn die neuste Version der Coronaschutzverordnung sieht auch vor, dass es vorsichtige Öffnungsschritte geben darf – aber nur, wenn der Inzidenz-Wert stimmt. Zwei Städte in NRW machen von dieser Möglichkeit nun Gebrauch und lockern den Lockdown erheblich. Einkaufen – ohne Termin – ist hier trotz Coronavirus wieder möglich.

Geöffnete Geschäfte, Shopping ohne Termin, belebte Einkaufsstraßen und beinahe ein Gefühl von Normalität: Was sich für viele Bürger in NRW nach Utopie anhört, ist in Paderborn schon jetzt und bald auch in Bielefeld Realität. Beiden Städte wollen einen Sonderweg in der Corona-Pandemie beschreiten und lassen bereits jetzt zu, dass die Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Lockerungen vom Lockdown: Einkaufen bald möglich? In diesen Städten in NRW öffnen die Geschäfte wieder

Im Kreis Paderborn öffnete der Einzelhandel Dienstag (9. März). Auch Museen, Schlösser, Zoos und ähnliche Einrichtungen können wieder ohne Termin besucht werden. Bielefeld will dem folgen und in den kommenden Tagen die Geschäfte öffnen. Die Inzidenzen in den beiden Städten lassen es zu: Paderborn liegt laut RKI aktuell bei 37,7 (Stand 9. März), Bielefeld sogar bei 30,2. Und das auch nicht erst seit gestern (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Fällt die Inzidenz sieben Tage infolge unter 50, so wie in Paderborn und Bielefeld, können Städte und Kreise in Absprache mit dem Gesundheitsministerium NRW Lockerungen vom Lockdown umsetzen. Es dürfen dann nicht nur Buchläden, Blumengeschäfte und Gartencenter öffnen, sondern alle anderen Geschäfte auch. So sieht es der nach der Bund-Länder-Konferenz am 3. März veröffentlichte Plan vor.

Einkaufen trotz Lockdown in NRW: Mit oder ohne Termin - unterschiedliche Regelungen in Städten

Zwar gelten auch dann noch Einschränkungen für den Einzelhandel, wie zum Beispiel, dass sich abhängig von der Verkaufsfläche nur eine bestimmte Anzahl von Kunden im Geschäft aufhalten dürfen. Doch eine Terminvereinbarung, wie beim „Click and Meet“, ist in Paderborn und Bielefeld nicht mehr nötig. Das gilt auch für Menschen, die aus anderen Städten anreisen.

Trotzdem gibt sich zumindest der Oberbürgermeister von Bielefeld, Peter Clausen, genau wegen des Click-and-Meet-Konzepts unbesorgt, was einen möglicherweise drohenden Shopping-Tourismus angeht. Laut WDR bräuchte die Stadt den Shopping und Kulturtourismus aus dem Umland nicht zu befürchten, weil „auch in der Region Geschäfte und Museen geöffnet haben, wenn auch mit Terminvereinbarung.“

Trotz niedriger Inzidenz: Münster will, anders als andere Städte, keine frühen Öffnungen der Geschäfte.

Für andere Städte, die auch seit geraumer Zeit eine niedrige Inzidenz aufweisen, ist allerdings genau diese Befürchtung ein Grund, die Geschäfte noch nicht wieder zu öffnen. Für Münster soll demnach keine Sonderreglung gelten. Auch, wenn die Stadt nach wie vor mit 43,8 deutlich unter einer Inzidenz von 50 liegt (mehr News zur Corona-Pandemie im NRW-Live-Ticker auf RUHR24).

Kein Sonderweg bei der Öffnung von Geschäften: Städte entscheiden sich gegen Lockerungen im Lockdown

In Bottrop entschied man sich ebenfalls gegen den Sonderweg der frühen Öffnungen. Dabei liegt man in der Ruhrgebiets-Stadt mit einer Inzidenz von 34,9 sogar unter der von Paderborn. In Münster hatte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer bereits vor Wochen angekündigt erst auf Öffnungen zu setzen, wenn auch das Umland der NRW-Stadt eine niedrige Inzidenz aufweist. Und auch der Bottroper Krisenstab hält es laut Dorstener Zeitung im Hinblick auf die Pandemiebekämpfung offenbar nicht für zielführend, den Spielraum, den die Coronaschutzverordnung derzeit bietet, voll auszunutzen.

In Münster soll statt der eigenen, weiter der Inzidenzwert des ganzen Landes als Maßstab gelten. In der Stadt im Norden von NRW gilt also weiterhin: Shoppen nur nach Terminvereinbarung. Auch, wenn sich das Konzept des „Click and Meet“ in einigen Städten – wie etwa in Bochum – nach dem Start am Montag bereits als kompliziert und fehleranfällig erwies.

Wie lange die Geschäfte, in den beiden NRW Städten öffnen dürfen, ist ungewiss. Denn aktuell steigen die Corona-Zahlen in NRW wieder. Jetzt eingeführte Lockerungen müssen womöglich schon bald wieder rückgängig gemacht werden. Dann, wenn die Inzidenz über die Schwellenwerte von 50 oder 100 steigt. Für den Fall, dass Kreise und Städte erneut eine 7-Tages-Inzidenz von über 100 aufweisen, ist in den neuen Corona-Regelungen eine „Notbremse“ vorgesehen. Ein strenger Lockdown soll dann wieder in Kraft treten.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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