Corona

Dritte Corona-Impfung: Ärzte-Chef schüttelt über Politik nur den Kopf

Die Corona-Impfung muss bei den meisten Personen wohl noch einmal aufgefrischt werden. In ersten Bundesländern wird das bereits angeboten.

Dortmund – Wer schon mehrere Monate vollständig gegen Corona geimpft ist, kann den Impfschutz in einigen Bundesländern in Deutschland bereits auffrischen. Die Maßnahme sei vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen sinnvoll. Doch es hagelt Kritik.

Auffrischung von Corona-Impfung: Stiko-Empfehlung fehlt

Denn: Eine offizielle Empfehlung, etwa von der Ständigen Impfkommission (Stiko), gibt es bisher zu den Coronaschutz-Auffrischungen nicht. „Ich halte es deshalb für einen Fehler, dass Bund und Länder in der Breite Auffrischungsimpfungen angekündigt haben“, kritisiert der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Es spricht theoretisch einiges dafür, dass eine Auffrischungsimpfung für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, mit einem geschwächten Immunsystem sowie für Hochbetagte sinnvoll sein kann“, betonte der Experte. Allerdings sei eine Auffrischung nach aktuellen Erkenntnissen nicht sofort für alle Geimpften nötig.

Unter anderem bieten NRW, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg bereits Drittimpfungen an. Und das mit Konsequenzen.

Dritt-Impfung gegen Corona: Termine sind gefragt

Denn laut Reinhardt hätten Patienten verstärkt nach Terminen für den dritten Corona-Pieks gefragt, aber nicht alle Ärzte sind auch bereit, ihn zu verabreichen. „Da ist also von der Politik eine Erwartungs­haltung bei den Patienten geschürt worden, die viele Ärztinnen und Ärzte ohne eine wissenschaftlich fundierte Impfempfehlung nicht bedienen wollen“, sagte Reinhardt. Er könne alle Ärzte verstehen, die sich eine klare Positionierung der Stiko wünschen, bevor eine Auffrischung durchgeführt würde.

Doch die Problemlage sei laut ihm auch der Stiko sehr wohl bewusst. Die Impfkommission arbeite zurzeit „intensiv an Empfehlungen für Auffrischungsimpfungen“. Das bestätigte auch Stiko-Chef Thomas Mertens gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Lange würde es nicht mehr dauern, auf ein genaues Datum für die Empfehlung könne er sich aber noch nicht festlegen.

Corona-Impfung: Gibt es dritte Dosen zur Auffrischung auch in NRW?

In NRW ist es bereits möglich, einen Termin für die Impfauffrischung auszumachen. Seit Mitte August können sich Menschen über 80, Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche hierzu an ihren Hausarzt werden.

Ab Oktober sollen auch Menschen eine Auffrischung bekommen können, die mit einem Vektorimpfstoff geimpft wurden.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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