Stopp bei Erstimpfungen möglich

NRW: Corona-Problem bei Hausärzten - wegen Biontech droht ein Impf-Desaster

Die Impfung gegen das Coronavirus ist Thema Nummer eins. Jetzt kommt Frust bei den Hausarzt-Praxen auf: Die Biontech-Lieferung wird gedeckelt. Das birgt viele Probleme.

NRW – Der Kampf gegen die Corona-Pandemie läuft auf Hochtouren. Die Impf-Spritzen sind gezückt – seit dem 6. April nicht mehr nur in den Impfzentren, sondern auch bei den Hausärzten in NRW. Doch die Biontech-Menge ist für sie limitiert. Die Gemüter sind erhitzt.

KrankheitCovid-19, Coronavirus-Erkrankung
VirusSARS-CoV-2
Verfügbare ImpfstoffeBiontech/Pfizer, Astrazeneca, Johnson & Johnson und weitere

Corona-Impfung beim Hausarzt in NRW: Engpass bei Biontech droht – nur limitierte Lieferung möglich

Die Zahl der Geimpften steigt, schon bald können Personen der Priorisierungsgruppe 3 in NRW einen Termin für die Corona-Impfung machen. Ausgerechnet jetzt könnte es bei Hausärzten aber zu einem Impfstoff-Engpass kommen.

Wie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) am Montag (3. Mai) mitteilt, sollen Hausärzte in NRW weiterhin nur eine begrenzte Anzahl an Dosen für den Corona-Impfstoff Biontech bekommen. Grund dafür: In der ersten Maiwoche sei „deutlich mehr Impfstoff“ von Biontech/Pfizer bestellt worden, als der Bund bereitstelle, teilte die KVWL in einem Schreiben mit.

Corona-Impfung in NRW: Limitierter Impfstoff – nur noch 36 Dosen Biontech für Hausärzte

Die Konsequenz: „Deshalb gibt es auch für die Woche vom 10. bis 16. Mai für diesen Impfstoff eine maximale Bestellmenge: Pro Arzt sind bis zu 36 Dosen COVID-19-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer möglich. Für die Bestellung des Impfstoffes von AstraZeneca gibt es hingegen keine Obergrenze“, so die KVWL (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Nur 36 Dosen des Biontech-Impfstoffs für Hausärzte pro Woche. Eine überschaubare Menge, insbesondere mit Blick auf die angekündigten Freiheiten für Geimpfte in NRW, die das Interesse am Vakzin sicherlich noch steigern dürften. Jetzt bahnen sich mehrere Probleme im Kampf gegen das Coronavirus an.

Hausarzt-Praxen in NRW erhalten nur noch begrenzt den Corona-Impfstoff Biontech. Probleme bahnen sich an (Symbolbild).

NRW: Wut über Regeln der Corona-Impfung in Hausarzt-Praxen steigt – „Resteverwerter“ der Impfzentren

Die Unzufriedenheit in den Praxen steigt. Als „Gamechanger“ gelten die Hausärzte, die das Impf-Tempo in NRW ankurbeln und damit wesentlich zu Bekämpfung der Corona-Pandemie beitragen. Doch mit der aktuellen Bestimmung fühlen sie sich nur noch als „Resteverwerter“ der Impfzentren, wie die Essener Internistin Dr. Susanne Weber der WAZ erklärte.

Kaum Planbarkeit, zu wenig Biontech-Impfstoff – die Ärztin ist frustriert: „Wenn wir wüssten, wir bekämen 100 Dosen Biontech, vier Wochen lang – damit könnte man planen, aber so ist das alles nur Mängelverwaltung und ein Lotteriespiel zulasten von Praxen und Patienten“.

Corona in NRW: Biontech-Mangel bei Hausärzten könnte zu Stopp bei Erstimpfungen führen

Auch Monika Baaken, Sprecherin des Hausärzteverbands Nordrhein, teilt offenbar die Meinung: „Jeder Hausarzt sollte bestellen dürfen und erhalten, was er braucht“, sagte sie. Hausärzte könnten anhand der Patientenakten am besten einordnen, wer den Impfstoff am dringendsten brauche. Die limitierte Stückzahl des Corona-Impfstoffs Biontech führe zu einem unnötigen Impfwettbewerb zwischen Impfzentren und Praxen, wie auch fr.de* berichtet.

Doch ein weiteres Problem entsteht durch den Biontech-Mangel bei Hausärzten. Durch die Deckelung des Corona-Impfstoffs bahnt sich ein Stopp der Erstimpfungen mit dem Vakzin an. Noch zu Beginn durften Hausärzte in NRW ausschließlich Biontech verimpfen. Jetzt stehen die ersten Zweitimpfungen an.

Corona-Impfung bei Hausärzten in NRW: Biontech limitiert – dauerhaft ein Problem in Pandemiebekämpfung

Doch mit Blick auf die Zweitimpfungen droht ein Engpass in NRW: „Die vom Bundesgesundheitsministerium für Mai angekündigten Mengen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer reichen nicht aus, um damit ab Mitte des Monats Erstimpfungen in nennenswertem Umfang in den Praxen durchführen zu können“, so Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), in einer Mitteilung an die Praxen, die der Rheinischen Post vorliegt.

Der KBV-Chef richtete die dringliche Forderung an die Politik, „endlich dafür zu sorgen, dass die Praxen genügend Impfstoff erhalten“. Auch ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) bestätigte gegenüber wa.de*: Mit einer begrenzten Impfstoff-Menge „graben wir uns irgendwann selbst das Wasser ab.“ Etwas, dass auf keinen Fall nach über einem Jahr Coronavirus in Deutschland passieren sollte. *wa.de ist wie RUHR24 Teil des Redaktinosnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Cole Burston/AFP

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