Hilfe in der Pandemie

Intensivstationen in Holland wegen Corona überlastet - NRW hilft jetzt aus

Covid-Patienten aus den Niederlanden sollen an die Uniklinik Bochum verlegt werden. Denn dort sind die Intensivstationen restlos überlastet. Und auch innerhalb Deutschlands muss NRW aushelfen.

NRW – Wie schon im vergangenen Winter setzen steigende Infektions- und Patientenzahlen die Krankenhäuser in einigen Ländern massiv unter Druck. Zunächst sollen in NRW 20 Corona-Patienten aus den Niederlanden aufgenommen werden. Erste Patienten wurden bereits verlegt. Und es sollen weitere folgen – nicht nur aus Holland. Auch Bayern, Sachsen und drei weitere Bundesländer müssen Intensivpatienten verlegen.

BundeslandNordrhein-Westfalen, NRW
Inzidenz249,7 (24. November)
Hospitalisierungsrate3,96 (23. November)

Corona-Krise: Intensivstationen in NRW nehmen Patienten aus Bayern, Sachsen und Holland auf

Besonders im Süden und Osten Deutschlands ist die Sorge aktuell groß: Die steigende Zahl der schweren Covid-Verläufe und die damit immer größer werdende Belastung der Intensivstationen in der Corona-Krise droht zu eskalieren.

Am höchsten lag die Corona-Inzidenz am Mittwoch (24. November) mit 935,8 in Sachsen. In Thüringen sieht es mit einer Inzidenz von 721,6 nur wenig besser aus. Und auch Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt liegen weit über 600. In einigen Landkreisen dieser Bundesländer liegt die Inzidenz derzeit über 1000. Zum Vergleich: In NRW liegt die Inzidenz bei 249,7 (mehr News zur Corona-Pandemie in NRW bei RUHR24).

Und so sollen in den nächsten Tagen nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) Covid-Patienten mit schweren Verläufen aus den besonders betroffenen Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg in Regionen verlegt werden, die noch ausreichend Kapazitäten aufweisen. Wie zum Beispiel auf die Intensivstationen der Krankenhäuser in NRW.

NRW-Gesundheitsminister Laumann: Froh, in der Corona-Krise helfen zu können

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ist froh, dass NRW derzeit noch Hilfe für seine Nachbarn anbieten kann. „Es gibt Regionen in Deutschland, die in großer Not sind. Solange wir noch freie Intensivkapazitäten haben, können wir, falls erforderlich, helfen“, erklärte der Politiker auf einer Pressekonferenz am Mittwoch (24. November). Unter anderem Bayern hätte bereits überregionale Unterstützung angefragt und das Kleeblattprinzip aktiviert.

Die Intensivmediziner-Vereinigung Divi hat das Kleeblatt Süd und Ost aktiviert: Intensiv-Patienten sollen strategisch verlegt werden, auch nach NRW.

Das Kleeblatt-Konzept wurde im Zuge der Corona-Pandemie dafür entwickelt, um bei einer hohen regionalen Auslastung der Intensivstationen die Verteilung von Patienten zu vereinfachen. Dafür wurde Deutschland in fünf Regionen unterteilt. Die Kleeblätter Nord, Ost, Süd, Südwest und West.

Das Kleeblatt West bildet Nordrhein-Westfalen. Bayern das Kleeblatt Süd. Im Norden bilden Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ein Kleeblatt. Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Berlin befinden sich im Kleeblatt Ost.

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Hilfe in der Corona-Krise: Kleeblatt-Prinzip regelt Verlegung von Intensivpatienten

Das Kleeblatt-Prinzip wird aktiviert, sobald in einer Region Überlastungssituationen entstehen, Krankenhäuser keine Intensivpatienten mehr aufnehmen können und auch die Verlegung innerhalb der Region keine Option mehr darstellt. Das ist nun in einigen Bundesländern der Fall. Zuerst hatte Bayern das Kleeblatt-Prinzip aktiviert.

Doch nicht nur innerhalb Deutschlands werden Covid-Patienten umverteilt. Auch die Niederlande sind auf die Hilfe ihres Nachbarlandes angewiesen. Viele Krankenhäuser warnen laut RND bereits vor dem Notzustand. Und so mussten erneut einige Patienten aus niederländischen Krankenhäuser in Klinken nach NRW verlegt werden.

Bereits am Dienstag (23. November) verließ laut RND der erste Krankenwagen Rotterdam mit einem Covid-19-Patienten in Richtung Deutschland. Der Patient soll nun im Universitätsklinikum in Bochum versorgt werden. Zuletzt hatte Bochum einen schwerkranken Covid-Patienten aus Rumänien aufgenommen.

Rubriklistenbild: © Danny Gohlke/dpa

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