Ermittlungen eingeleitet

NRW: Frau (47) stirbt nach Corona-Impfung mit Astrazeneca – Zusammenhang noch unklar

Corona-Impfung
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Eine 47-jährige Frau aus NRW ist nach einer Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca gestorben.

Der Tod einer Frau aus NRW nach einer Corona-Impfung mit einer Astrazeneca-Dosis hat nun Ermittlungen ausgelöst.

Euskirchen/NRW – Die negativen Nachrichten über den Corona-Impfstoff der Firma Astrazeneca hören einfach nicht auf. Jetzt schockiert der Tod einer 47-jährigen Frau aus NRW nach einer Impfung mit diesem Wirkstoff das Land.

Name des Impfstoff-HerstellersAstrazeneca
BezeichnungAZD1222
ArtVektorimpfstoff

NRW: Frau (47) stirbt nach Corona-Impfung mit Astrazenca-Wirkstoff

Der Kreis Euskirchen hat den Fall bereits dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), dem deutschen Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, gemeldet. Dieses soll nun einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod und der Corona-Impfung untersuchen.

Zuletzt hatte das Paul-Ehrlich-Institut auf sehr seltenen Fälle spezieller Thrombosen nach der Verimpfung des Astrazeneca-Impfstoffs hingewiesen. Dennoch hält das Institut zusammen mit der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) den Nutzen des Impfstoffs für größer, als die Gefahr durch Nebenwirkungen.

Astrazeneca-Impfung: Sehr wenige Fälle von Thrombosen

Zum Hintergrund: Bei sehr wenigen Geimpften überwiegend im Alter unter 55 Jahren wurde nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca eine sehr seltene Form einer Thrombose (vor allem Hirnvenenthrombose) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) beobachtet. Gemeldet wurde dem PEI etwa ein Fall pro 100.000 Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff.

Ob die Frau aus Euskirchen Vorerkrankungen hatte oder welche anderen Umstände zum Tod der 47-Jährigen führten, wollte ein Sprecher des Kreises Euskirchen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Montag (29. März) nicht verraten.

NRW: Frau aus Euskirchen am 26. März nach Impfung mit Astrazeneca-Wirkstoff gestorben

Der Fall war dem Kreis am Freitag (26. März) durch einen Arzt im örtlichen Impfzentrum in Marmagen gemeldet worden. Der Arzt wiederum war durch das behandelnde Krankenhaus informiert worden. Inzwischen wurden Ermittlungen eingeleitet und die zuständigen Landes- und Bundesbehörden informiert.

Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.

Der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), habe bereits Kontakt zu NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) aufgenommen, „um die rasche und lückenlose Aufklärung voranzutreiben.“ Das Telefonat sei aber unabhängig vom behördlichen Ermittlungsverfahren zustande gekommen.

Astrazeneca-Impfstoffe sollen in Euskirchen (NRW) nicht gesperrt werden

Indes gibt es erste Ergebnisse nach dem Tod der Frau. Laut Angaben der Kreisverwaltung machten diese eine Sperrung der kompletten Impfstoffcharge von Astrazeneca nicht erforderlich, da nichts auf eine Verunreinigung oder fehlerhafte Zusammensetzung des Impfstoffs hindeute (hier mehr Corona-News aus NRW auf RUHR24.de lesen).

Hintergrund dieser Angabe ist der Hinweis des PEI, wonach es Hinweise auf Qualitätsmängel bei Astrazenca-Impfstoffen gäbe – also einen Zusammenhang von bestimmten Chargen oder der Herstellung an bestimmten Standorten des Impfstoffs mit den beobachteten thromboembolischen Ereignissen.

Video: Experte warnt: Thrombosen durch Covid-19 werden unterschätzt

Auch geben es laut Kreis Euskirchen keinen Verdacht auf eine fehlerhafte Anwendung des Impfstoffs. Die Impfungen im Kreis werden fortgesetzt.

Zum Hintergrund: Am 15. März waren Impfungen mit Astrazeneca in NRW für vier Tage ausgesetzt worden. Der Kreis Euskirchen stoppte daraufhin alle 1900 Termine für Astrazenca-Impfungen bis zum 21. März. mit dpa-Material.

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