Vor der Wahl

Armin Laschet will Impf-Verweigerer nicht benachteiligen – doch es gibt einen Haken

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wiederholt sein Corona-Versprechen. Mittlerweile ist seine Partei voller Zweifel wegen des Wahlkampfes.

Düsseldorf/Berlin – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat in einem Interview mit der Bild noch einmal wiederholt, dass ungeimpfte Mitbürger keine Nachteile haben sollten.

PolitikerArmin Laschet
ParteiCDU
AmtNRW-Ministerpräsident

Armin Laschet: NRW-Ministerpräsident wiederholt seine Meinung zum Thema Impfpflicht

Der Ministerpräsident aus NRW äußerte, dass Impfen zwar ein Akt von Eigenschutz und Solidarität sei. Je mehr es machen würden, desto mehr Freiheit gebe es für alle. Wer geimpft, genesen oder getestet sei, den dürfe der Staat nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausnehmen. Damit wiederholt er seine Aussage, die schon im ZDF-Sommerinterview gefallen ist.

Allerdings sollen die kostenlosen Tests im Verlaufe des Herbstes verschwinden. Wenn jeder, so Armin Laschet, ein Impfangebot gegen das Coronavirus bekäme, darf der Steuerzahler nicht mehr für die Tests aufkommen. So erhofft sich der CDU-Kanzlerkandidat einen Impfturbo.

Letztendlich wolle er auch nicht mehr alleine auf den Inzidenzwert bei der Bewertung der Corona-Regeln schauen. Der NRW-Ministerpräsident äußerte sich in Bezug auf den Umgang mit Geimpften und Ungeimpften im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonfrenz am Dienstag (10. August).

Armin Laschet: NRW-Politiker und Kanzlerkandidat schießt gegen die Grünen

Im Bezug auf den Wahlkampf konnte sich Armin Laschet Spitzen gegen die Grünen nicht verkneifen. Im Sachen Steuern hätten vor allen Dingen Familien am Ende des Monats mehr Geld mit der CDU und CSU (alle News über Armin Laschet bei RUHR24).

Armin Laschet spricht im ZDR-Sommerinterview über das Corona-Thema Impfpflicht – und wiederholt gegenüber der Bild seine Meinung

Zudem sei die Klimapolitik der Grünen nachteilig für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Union wolle ebenfalls ein klimaneutrales Deutschland schaffen. Allerdings sozialverträglich und wirtschaftlich nachhaltig.

Derweilen wächst bei der eigenen Partei der Zweifel an dem CDU-Wahlkampf um Armin Laschet und fordert einen anderen Kurs. Das wiederum sorgt für Trubel in den eigenen Reihen.

CDU ist sich uneins: Armin Laschet erlaubte sich zahlreiche Fehltritte im Wahlkampf

Mehrere CDU-Politiker äußerten sich gegenüber den Medien, dass sie sich mehr Offensive, mehr Inhalt und Antworten auf die wichtigen Zukunftsfragen wünschen würden. Vor allen Dingen die Klimapolitik und das Thema Steuern werden bemängelt.

Aber auch der Umgang mit der Flutkatastrophe sorgt für Unmut. So hat Armin Laschet zunächst mehr Tempo beim Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Nur wenige Stunden später aber sagte er, dass man die Politik nicht wegen eines Ereignisses ändere.

Jetzt sprangen dem NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Kanzlerkandidaten allerdings auch einige Parteikollegen zur Seite und kritisierten die gefallenen Äußerungen. Man setze den Wahlsieg der Union aufs Spiel, gewinnen könne man nur zusammen, sagte beispielsweise der CDU-Fraktionschef Christian Baldauf.

Aber auch aus Hessen (Hans-Jürgen Irmer) und Niedersachsen (Bernd Althusmann) gibt es wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, Unterstützung für den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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