Maßnahmen werden verschärft

Corona-Lockdown in NRW beginnt heute - diese Regeln gelten ab jetzt

Ab heute (16. Dezember) gilt der harte Lockdown in Deutschland. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will heute über die Beratungen informieren. Das sind die Beschlüsse und die neuen Regeln.

Update, Sonntag (13. Dezember), 13.21 Uhr: NRW - Ab Mittwoch (16. Dezember) muss sich NRW auf härtere Corona-Regeln einstellen. Diese werden - Stand jetzt - bis einschließlich zum 10. Januar gelten. Es ist aber möglich, dass die Maßnahmen verlängert werden, sollten die Zahlen der Corona-Neuinfizierten bis Anfang kommenden Jahres nicht drastisch sinken.

Das sind die wesentlichen neuen Corona-Regeln ab Mittwoch (16. Dezember) und bis einschließlich 10. Januar 2021 in NRW:

  • Private Treffen: Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten sind erlaubt. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgezählt
  • Weihnachten: Vom 24. bis 26. Dezember sind private Treffen - so es die Zahlen in NRW zulassen - mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis erlaubt - auch wenn dann mehr als fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen.
  • Silvester/Neujahr: Bundesweit gilt an Silvester ein An- und Versammlungsverbot. Darüber hinaus gilt ein Feuerwerksverbot auf durch die Kommunen zu definierenden publikumsträchtigen Plätzen.
  • Verkauf von Pyrotechnik: Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird in diesem Jahr generell verboten und vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten.
  • Einzelhandel: Alle Geschäfte werden vom 16. Dezember bis zum 10. Januar 2021 geschlossen. Ausnahmen gelten für: Einzelhandels für Lebensmittel, der Wochenmärkte für Lebensmittel, Direktvermarktern von Lebensmitteln, der Abhol- und Lieferdienste, der Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, der Apotheken, der Sanitätshäuser, der Drogerien, der Optiker, der Hörgeräteakustiker, der Tankstellen, der Kfz-Werkstätten, der Fahrradwerkstätten, der Banken und Sparkassen, der Poststellen, der Reinigungen, der Waschsalons, des Zeitungsverkaufs, der Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, des Weihnachtsbaumverkaufs und des Großhandels.
  • Körpernahe Dienstleistungen: Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Physio-, Ergo und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege bleiben weiterhin erlaubt.
  • Schulen: Die Schulen in NRW bleiben geöffnet, es entfällt aber die Präsenzpflicht (siehe Absatz weiter unten).
  • Kitas: Trotz Lockdowns in NRW sollen die Kitas weiterhin geöffnet bleiben. Die Landesregierung gibt Eltern – anders als beim Lockdown im Frühjahr – eine Betreuungsgarantie. Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen können, sollten das laut NRW-Regierung aber dringend tun.
  • Arbeitsplätze: Arbeitgeber sollen dringend prüfen, ob ihre Arbeitnehmer ins Home-Office können.
  • Gastronomie: Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause bleibt erlaubt.
  • Gottesdienste: Bleiben weiterhin unter strengen Auflagen erlaubt.
  • Reisen: Sollten bis zum 10. Januar vermieden werden.

Am 5. Januar wollen Bund und Länder sich erneut treffen erneut über Maßnahmen beraten. Ab dem 11. Januar könnten dann noch strengere Regeln in Kraft treten, sollte sich die Corona-Zahlen nicht verbessert haben.

Update, Sonntag (13. Dezember), 11.30 Uhr: NRW - Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will heute um 12.30 Uhr in Düsseldorf über die Lockdown-Beratungen zwischen Bund und Ländern informieren - alle Infos über Corona in NRW im Live-Ticker von RUHR24.de.

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf der Pressekonferenz gesagt haben, handeln Bund und Länder einheitlich. Man sei sich selten so einig gewesen, äußerte sich Markus Söder.

Update, Sonntag (13. Dezember), 10.20 Uhr: Über die Entwicklung der Beratungen heute zwischen Bund und Ländern über den Lockdown berichten wir in unserem Live-Ticker zur Corona-Krise.

Erstmeldung, Samstag (12. Dezember): Um den drastischen Anstieg der Corona-Zahlen zu bremsen, will NRW die Maßnahmen jetzt so schnell wie möglich verschärfen. Am Sonntag (13. Dezember) sollen die neuen Regeln für den Lockdown im Dezember nach Absprache mit den anderen Ländern verkündet werden. Nordrhein-Westfalen hat bereits erste Planungen bekannt gegeben.

Name des VirusCoronavirus, Sars-Cov-2
Ausgelöste ErkrankungCovid-19
Typische SymptomeTrockener Husten, Fieber, Müdigkeit

NRW: Corona-Regeln im Dezember – das passiert im neuen Lockdown

Im Kern geht es im verschärften Lockdown darum, noch mehr Kontakte zu reduzieren. Einen Hebel sieht die NRW-Landesregierung in den Schulen.

Sie sollen zwar weiterhin geöffnet bleiben, allerdings wird ab Montag (14. Dezember) die Präsenzpflicht an den Schulen in NRW aufgehoben.

NRW: Keine Präsenzpflicht an Schulen während des Lockdowns im Dezember

Das NRW-Schulministerium unterscheidet bei der Regelung – die vom 14. bis zum 18. Dezember und am 7. und 8. Januar gelten soll – zwischen den Jahrgangsstufen 1 bis 7 sowie 8 bis 13:

  • Jahrgangsstufe 1 bis 7: Eltern von Schülern dieser Jahrgangsstufen können entscheiden, ob die Kinder in den Distanzunterricht sollen. Es gibt aber auch die Möglichkeit auf Präsenzunterricht. Zwischen den Konzepten hin- und herwechseln ist mit Blick auf die Infektionsprävention nicht gestattet. Eltern müssen sich also festlegen: In der Schule lernen oder von daheim.
  • Jahrgangsstufe 8 bis 13: Diese Jahrgangsstufen gehen an den genannten Tagen ausschließlich in den Distanzunterricht. Eine Ausnahme sind Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung.

Stand jetzt (Samstag, 12. Dezember) will NRW die Schulen weiterhin bis zum 18. Dezember offen halten. Erst danach sollen die Weihnachtsferien beginnen. Erster Schultag nach den Weihnachtsferien ist in NRW der 11. Januar (Montag) – und nicht wie zunächst geplant am 7. Januar.

Klare Regeln: Kitas sollen in NRW trotz Corona-Lockdown geöffnet bleiben

Trotz Lockdowns in NRW sollen die Kitas weiterhin geöffnet bleiben. Die Landesregierung gibt Eltern – anders als beim Lockdown im Frühjahr – eine Betreuungsgarantie. Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen können, sollten das laut NRW-Regierung aber dringend tun.

Der wohl größte Einschnitt im Dezember-Lockdown in NRW dürfte den Einzelhandel betreffen. Also alle Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf notwendig sind. Diese sollen nach Wunsch der NRW-Landesregierung um Ministerpräsident Armin Laschet in ganz Deutschland schnellstmöglich schließen – und zwar bis einschließlich zum 10. Januar.

NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) will nicht noch früher in die Weihnachtsferien gehen und will auch die Schulpflicht nicht aussetzen.

Das Weihnachtsgeschäft dürfte damit – zumindest in den Innenstädten von NRW – komplett kollabieren. NRW will den Lockdown für die Geschäfte so organisieren, dass es vorher nicht zu Hamsterkäufen und überfüllten Läden und Innenstädten kommt. Einzig realistisches Szenario wäre damit eine unmittelbare Schließung des Einzelhandels direkt am Montag (14. Dezember). Armin Laschet wollte den Start der Schließungen bewusst noch nicht kommunizieren, um Chaos zu verhindern.

Corona: Geschäfte sollen in NRW im Lockdown schließen – aber nicht alle

Die von den Schließungen betroffenen Geschäfte sollen Hilfsgelder des Staates erhalten. Nicht betroffen vom Lockdown sollen unter anderem Supermärkte, Apotheken und Drogerien sein.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet machte am Freitag (11. Dezember) klar, dass die hohen Coronazahlen nur durch eine gemeinsame Antwort aller Länder gesenkt werden könnten. Zuvor hatte die Nationale Akademie Leopoldina einen strengeren Lockdown empfohlen.

Ausgangssperre im Dezember-Lockdown in NRW und Verbot für private Treffen?

Inwiefern der Lockdown im Dezember auch die Bewegungsfreiheit der Menschen in NRW einschränkt, ist noch nicht klar. Auch noch nicht ganz klar ist, was der Lockdown für private Treffen an Weihnachten bedeutet. Es zeichnet sich aber ab, dass die Lockerung über die Feiertage, an den Treffen mit bis zu zehn statt nur fünf Personen gestattet sein sollten, wieder zurückgenommen werden könnten (Hier mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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