Ausnahme für Friseure

NRW: die Lockdown-Verlängerung und neue Corona-Regeln im Überblick

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach über die neuen Corona-Beschlüsse.
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Der harte Lockdown in Deutschland geht weiter. Doch auch einige Lockerungen wurden beim Corona-Gipfel beschlossen. Welche Regeln nun in NRW gelten sollen.

Nordrhein-Westfalen - Die Beratungen bei der großen Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch (10. Februar) zogen sich über viele Stunden. Doch am Ende haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder auf neue Corona-Beschlüsse geeinigt, wie RUHR24.de* berichtet.

LandesregierungNordrhein-Westfalen
SitzDüsseldorf
RegierungschefArmin Laschet (CDU)

Neue Corona-Beschlüsse: Laschet und Gebauer informieren über Regeln in NRW

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) informierten noch am Mittwochabend über die getroffenen Entscheidungen - und inwiefern sie auch in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden sollen. „Ich weiß, dass viele Menschen im Lande das Thema Corona nicht mehr hören können. Wir sind trotzdem weiterhin in einer besonders ernsten Lage“, erklärte Armin Laschet eingangs.

„Wir haben das Virus, das wir schon länger kennen und wir haben die Virus-Variante.“ Diese sei laut Expertenschätzungen bereits zu sechs bis sieben Prozent verbreitet. „Und die große Sorge ist, dass dieses mutierte Virus* das andere Virus ablösen könnte“, so der CDU-Vorsitzende nach dem Corona-Gipfel weiter. Das sei der Unterschied zur Lage im letzten Frühjahr (mehr Corona-News aus NRW* im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Aktuelle Regeln in NRW: Corona-Lockdown bis zum 7. März verlängert

Gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel hätten sich die Länderregierungschefs deshalb darauf geeinigt, dass der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie* vorerst bis zum 7. März verlängert wird. Laschet verteidigte die Verlängerung der coronabedingten Einschränkungen. Zwar habe NRW bei der Neuinfektionsrate die niedrigste Zahl seit dem 20. Oktober erreicht, aber die Wirkung der neuen Mutation sei nicht abzuschätzen.

Gleichzeitig stellten Merkel und Co. Lockerungen in Aussicht. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bis zum 7. März unter den Wert von 35 gesunken sein, dürfen die Länder die Corona-Maßnahmen danach jeweils schrittweise lockern. Hierbei sollen zuerst der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen (unter anderem Fußpflege) wieder öffnen dürfen.

Bei den Friseuren einigten sich die Ministerpräsidenten jedoch auf eine Ausnahmeregelung. Sie dürfen bereits ab dem 1. März - unter Einhaltung strenger Auflagen - ihre Betriebe wieder öffnen. Dieser Beschluss gilt bundesweit und damit auch für Nordrhein-Westfalen.

Weitere Corona-Beschlüsse im Überblick

  • Die Kontaktbeschränkungen gelten vorerst weiter. Konkret bedeutet das: Private Treffen sind weiterhin nur im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person erlaubt.
  • Bund und Länder bitten weiterhin darum, private Reisen und Besuche zu unterlassen.
  • Wenn möglich, sollen Arbeitnehmer weiterhin aus dem Homeoffice arbeiten. Der Appell richte sich sowohl an die Arbeitgeber als auch an die Mitarbeiter.

Neue Corona-Beschlüsse: NRW plant Schulöffnungen ab dem 22. Februar

Generell fanden Bund und Länder für die neuen Corona-Beschlüsse* in den meisten Punkten einen gemeinsamen Konsens. Das Thema der Wieder-Öffnung von Schulen und Kitas* sorgte bei den Beratungen aber erneut für Diskussionen. So hatte sich Kanzlerin Angela Merkel die bundesweite Öffnung ab dem 1. März gewünscht. Die Länder setzten sich hierbei allerdings durch.

Sie haben im Rahmen ihrer Bildungshoheit freie Hand bei Öffnungen von Schulen und Kitas. Armin Laschet machte bereits vor dem Corona-Gipfel deutlich, dass „das Homeoffice für Kinder ist kein guter Lernort“ sei. Die NRW-Landesregierung plant deshalb die Grundschulen und die Förderschulen der Primarstufe mit einem Wechselmodell ab dem 22. Februar starten zu lassen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) informierten noch am Mittwochabend über die neuen Corona-Beschlüsse.

Schulöffnungen in Nordrhein-Westfalen: Weiterer Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 50

„Die Landesregierung wird diesen neuen Spielraum verantwortungsvoll nutzen und dabei die unterschiedlichen Interessen auch möglichst berücksichtigen“, so Schulministerin Yvonne Gebauer am Mittwochabend. Dazu gehöre, dass man den Eltern aber auch den Schulen für die Organisation eine ausreichende Vorberetiungszeit zur Verfügung stellen möchte.

Doch auch für alle anderen Schulen gaben Laschet und Gebauer eine Öffnungsperspektive. „Werden sich die Infektionszahlen weiter verringern und sinkt die wöchentliche Inzidenz im gesamten Land auf 50 beziehungsweise darunter, werden wir wieder zu Präsenzunterricht übergehen“, erklärte die Schulministerin weiter.

Die Details des „anspruchsvollen Wechselunterrichts“ sollen am Donnerstag (11. Februar) die Schulen in NRW erreichen sowie der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Video: Schulen in NRW: Gebauer über Zeitplan für Öffnungen und Vorkehrungen

Corona-Neuerung in den Schulen: NRW plant für Lehrer zwei Corona-Tests pro Woche

Weiterhin gab die NRW-Landesregierung bekannt, dass es für Lehrer künftig zwei Corona-Tests pro Woche geben soll. Zudem seien jeweils zwei FFP2-Masken pro Tag für Lehrkräfte sowie Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschule geplant.

Ministerpräsident Armin Laschet informiert am Donnerstag (13 Uhr) den NRW-Landtag über die neuen Bund-Länder-Beschlüsse. Dazu hatten die Regierungsfraktionen von CDU und FDP eine Sondersitzung beantragt. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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