Neuer Leitindikator

Hospitalisierungsrate ist neuer Corona-Richtwert – was bedeutet der Wert?

Die 7-Tage-Hospitalisierung entscheidet nun auch bundesweit über die Corona-Regeln. Aber was bedeutet der Wert? Und wie hoch ist er gerade in NRW?

Update, Freitag (19. November), 9.21 Uhr: Düsseldorf – Der Blick auf die Inzidenz ist in Deutschland nicht mehr das wichtigste Kriterium, wenn es um eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen geht. Das haben Bund und Länder beim Corona-Gipfel am Donnerstag (18. November) beschlossen. In NRW blickt man bereits seit dem 11. September zusätzlich auf die sogenannte 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz. Welche Zahlen sind jetzt wichtig?

Corona-Inzidenz in NRW103,3 (Stand 11. September)
Aktuell infizierte Personen52.000
Verstorbene Personen17.549

Deutschland: Hospitalisierungsinzidenz entscheidet jetzt über Corona-Maßnahmen

Nicht die Anzahl der Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in Sieben-Tage entscheidet in Zukunft über die Verschärfung der Corona-Maßnahmen, sondern die Hospitalisierungsinzidenz. Bund und Länder haben sich dazu am Donnerstag (18. November) auf folgende Grenzwerte geeinigt:

  • höher als 3: Im Freizeitbereich gilt die 2G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene).
  • höher als 6: Im Freizeitbereich gilt die 2G-Plus-Regel (Zutritt nur für getestete Geimpfte und Genesene).
  • höher als 9: Länder können auch Kontaktbeschränkungen einführen.

In NRW liegt die Hospitalisierungsinzidenz derzeit (Stand: 18. November) bei 4,08. Im Freizeitbereich gilt also die 2G-Regel. Das hatte NRW-Ministerpräsident Wüst jedoch auch bereits am Anfang der Woche bekannt gegeben. Bundesweit liegt die Hospitalisierungsrate laut RKI etwas höher, bei 5,3. Höchstwerte gibt es derzeit in Sachsen-Anhalt mit 11,97 und Thüringen mit 18,54.

NRW setzt bereits seit September auf Hospitalisierungsrate

Erstmeldung, Samstag (11. September), 20.22 Uhr: Einfach gesagt gibt die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz an, wie viele Corona-Infizierte pro 100.000 Einwohner einer Stadt in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus mussten. Anhand dieses Werts sieht man also, wie viele schwere Corona-Verläufe es in einer Stadt oder einem Kreis gibt. Sie berechnet sich im Grunde ähnlich wie die 7-Tage-Inzidenz.

Der Wert lässt also einen Vergleich zwischen einer Großstadt wie Dortmund mit einer Kleinstadt wie Bottrop zu, was die Zahl der Corona-Fälle in Krankenhäusern betrifft.

Hospitalisierung in NRW soll frühzeitig eine Corona-Überlastung in Krankenhäusern anzeigen

Anders als die Auslastung der Intensivbetten zeigt die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz früher eine drohende Überlastung des Gesundheits- und Krankenhaussystems an, da sie nicht nur die Intensivpatienten angibt, sondern alle Menschen, die mit Coronavirus im Krankenhaus landen.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn es gibt in NRW gleich zwei Werte, die die Zahl der hospitalisierten Coronapatienten in Krankenhäusern anzeigen: Jenen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und jenen im Informationssystem Gefahrenabwehr NRW (IG NRW).

NRW erfasst zwei Corona-Zahlen der Hospitalisierung – für RKI und für IG NRW

Der Wert des RKI basiert auf Meldungen der Gesundheitsämter. Diese zeigen dem Institut an, wie viele Corona-Infizierte im Krankenhaus gelandet sind. Dafür benötigen sie die Angaben der Krankenhäuser selbst.

Mit diesem Wert ist genau zu sehen, wie viel Prozent aller Corona-Infizierten einer Stadt im Krankenhaus gelandet sind beziehungsweise wie viele Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner dort landen. Der Wert wird bundesweit in allen Städten einheitlich berechnet und lässt auch einen Vergleich zwischen den Bundesländern zu.

NRW blickt jetzt noch stärker auf die Zahl der Menschen, die mit Corona im Krankenhaus landen.

Das Problem: Bis die Städte die Krankenhauseinweisungen erfasst und zugeordnet haben, können ein paar Tage vergehen. Das liege laut NRW-Gesundheitsministerium an der aktuellen Belastungssituation der Gesundheitsämter (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Zwei Zahlen der Hospitalisierung in NRW

Es gibt daher in NRW noch einen zweiten Hospitalisierungsindikator. Die Krankenhäuser in NRW melden dafür ihre Coronapatienten direkt an das Informationssystem Gefahrenabwehr NRW (IG NRW). Dieser Wert ist bestenfalls noch am selben Tag der Aufnahme im Krankenhaus verfügbar und zeigt im Allgemeinen die Zahl der Corona-Patienten in den NRW-Krankenhäusern an.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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