Zahlen steigen

Corona-Landkarte in NRW färbt sich wieder rot: Großstadt hat jetzt Inzidenz von 100

Der Blick auf die Corona-Landkarte von NRW zeigt: Die Zahlen steigen unerbittlich. Die erste Stadt hat jetzt eine Inzidenz von 100. Ein Lockdown im Herbst ist nicht mehr ausgeschlossen.

NRW – Unpassender könnte der Schulstart in NRW* nicht kommen: Die Corona-Zahlen steigen, mehr und mehr Städte und Kreise nähern sich einer 7-Tage-Inzidenz von 100. Und wenn sich ab Mittwoch (18. August) tausende Schüler wieder regelmäßig auf das Coronavirus* testen lassen, dürften die Zahlen noch drastischer steigen. RUHR24* ordnet die aktuelle Lage ein.

Corona-7-Tage-Inzidenz in NRW57,2 (Stand 16. August)
Aktuell infizierte Personen16.600
Bislang genesene Personen810.900

NRW: Corona-Zahlen erreichen in Mönchengladbach 100er-Inzidenz

34 der 53 Städte und Kreise in NRW haben bereits eine 7-Tage-Inzidenz von über 50. Mönchengladbach erreichte (Stand 16. August) nun als erste NRW-Stadt in diesem Sommer eine Inzidenz von 100. Das ist in Deutschland hinter Flensburg sogar Platz 2.

Auch in den zwei größten Städten in NRW, Köln (81,5) und Düsseldorf (83,8) sehen die Zahlen alles andere als rosig aus.

NRW: Bochum, Dortmund und Essen mit höchster Corona-Inzidenz im Ruhrgebiet

Im Ruhrgebiet bereiten vor allem die großen Städte Sorgen. Bochum wies am Montag mit 73,9 die höchste 7-Tage-Inzidenz im Revier auf. Es folgten Dortmund (68,7), Essen (66,8), Herne (63,3), Hamm (62,8) und Duisburg (61,4).

Auch der NRW-Schnitt der Inzidenz zeigt seit Anfang Juli eine durchgehend steigende Tendenz. Am 2. Juli hatte NRW eine Inzidenz von 5,6, eineinhalb Monate später liegt dieser Wert bei 57,2. Bedenklich: Gleich fünf Städte aus NRW sind deutschlandweit unter den zehn Städten mit den höchsten Inzidenzen.

NRW: Steigende Corona-Zahlen müssen nicht zu strengeren Regeln führen

Die Corona-Zahlen steigen in NRW zwar, aber was heißt das nun im Umkehrschluss? Fakt ist: Die aktuelle Coronaschutzverordnung läuft noch bis Donnerstag (19. August). Ab Freitag gilt dann eine neue Verordnung, deren Regeln sich aber nicht mehr nur an die Inzidenzen im Land richten werden. Das kündigte das Gesundheitsministerium zuletzt bereits an.

Die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 in NRW-Krankenhäusern steigt wieder, ist aber noch auf niedrigem Niveau.

Unklar ist, welche Parameter konkret für neue Regeln maßgeblich sein sollen. Als wahrscheinlich gilt, dass künftig auch die Zahl der Covid-19-Fälle auf den NRW-Intensivstationen eine Rolle spielen dürfte. Und die bewegte sich zuletzt auf einem relativ niedrigen Niveau, wie das DIVI-Intensivregister zeigt. Doch seit Ende Juli steigt der Wert drastisch an. Eine Kehrtwende ist erkennbar.

NRW: Folgt nach Inzidenzstufe 2 die nächste Stufe mit härteren Corona-Regeln?

Derweil rutschen immer mehr NRW-Städte in die Inzidenzstufe 2*, ab der wieder strengere Regeln gelten. Ob die aktuell bis zum 19. August ausgesetzte Inzidenzstufe 3* (Inzidenz ab 50 aufwärts) in der neuen Coronaschutzverordnung wieder greift, ist bislang unklar. Sollte das der Fall sein, können sich demnächst einige Städte und Kreise auf weitere Verschärfungen einstellen.

Gegenüber der Rheinischen Post sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums allerdings, dass ab dem 20. August auf deutlich mehr Parameter geachtet würde, als nur auf die Inzidenz. Etwa auch auf die Zahl der geimpften Menschen (hier weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Knapp 60 Prozent der Menschen in NRW sind gegen Corona geimpft

Die lag in NRW am Montag bei 59,2 Prozent vollständig Geimpften. Doch die Impfkampagne stockt*. Was in solch einer Situation passieren kann, ist derzeit in Israel zu sehen. Dort sind ebenfalls knapp 60 Prozent der Menschen doppelt geimpft – aber die Inzidenz steigt. Inzwischen liegt sie bei weit über 300.

Der Verteidigungsminister des Landes, Benny Gantz, warnte zuletzt: „Wir müssen die Öffentlichkeit auf einen Lockdown im September vorbereiten.“ Auch in Deutschland erscheint ein Lockdown im Herbst nicht mehr als Tabu* – allerdings könnte er dann nur noch Ungeimpfte treffen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jüngst andeutete.

Außerdem lässt bei den ersten Geimpften die Immunisierung nach. Ab September sollen dann – in erster Linie die Risikogruppen – die ersten Menschen in NRW die dritte Corona-Impfung erhalten. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Robert-Koch-Institut, dpa; Collage: RUHR24

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