Kampf gegen Covid-19

Impfstoff von AstraZeneca: NRW-Minister Laumann verrät Details - und hat eine Sorge

Lange hat NRW darauf gewartet, am Montag (8. Februar) starten die Impfzentren endlich mit ihrer Arbeit. Zum Auftakt verriet Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erste Details - auch zu einem neuen Impfstoff.

Düsseldorf - In 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen ist am Montag (8. Februar) die Arbeit für den Kampf gegen das Coronavirus gestartet. Am Mittag informierte dazu Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) - und der hatte einige gute Neuigkeiten im Gepäck - aber auch eine schlechte.

Unter anderem sprach er über den Fortschritt bei den Schutzimpfungen und den neuen Impfstoff von AstraZeneca. An seiner Seite hatte Laumann Dr. Jan Leidel, Facharzt für Virologie und Infektionsepidemiologie sowie öffentliches Gesundheitswesen, ehemaliger Leiter des Kölner Gesundheitsamts und früherer Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI)

NameKarl-Josef Laumann
ParteiCDU
Alter63 Jahre

Coronavirus in NRW: Laumann informiert zum Start der Impfzentren

Gute Botschaften gibt es etwa aus den NRW-Krankenhäusern. Die Lage habe sich dort laut Laumann deutlich entspannt. Auch in Sachen Impfungen gäbe es in Nordrhrein-Westfalen Fortschritte. 489.000 Menschen hätten die erste Corona-Impfung erhalten, 330.000 davon die Zweite. Laumann: „Trotz aller Probleme, die ich nicht leugnen will, geht es voran.“

In den Altenheimen und Pflegeeinrichtungen in NRW seien die Erstimpfungen so gut wie abgeschlossen. In diesen Einrichtungen hatte NRW in der Vergangenheit jeden zweiten Corona-Toten zu beklagen, so Laumann. „Damit haben wir eine kleine aber wichtige Etappe erreicht.“

Viele freie Termine für Corona-Impfungen in NRW

Was die Impfungen in den Impfzentren in NRW betrifft, sagte Laumann, gäbe es noch viele freie Termine. Für das Rheinland nannte Laumann die Zahl von 36.000 freien Terminen, für Westfalen-Lippe 63.000. Angesichts des schlechten Wetters sagte Laumann, wer am Montag seinen Termin nicht wahrnehmen könne, der könne ihn ganz pragmatisch gesehen am Folgetag zur selben Zeit wahrnehmen. Das gelte auch für die Folgetage, falls das Wetter weiterhin schlecht bleibe. Ein Anruf im Impfzentrum sei nicht nötig.

Zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt Laumann der Einsatz des dritten Corona-Impfstoffs in NRW: Nach den Mitteln von BionTech und Moderna will NRW ab der ersten Märzwoche den Wirkstoff von AstraZeneca verimpfen. 600.000 Dosen stehen dafür zur Verfügung.

Diese Dosen würden einzig für eine Erstimpfung verimpft, es gäbe also keine Rückstellungen für eine zweite Impfung, so Laumann. Das läge daran, dass die AstraZeneca-Impfung bereits nach der ersten Impfung eine Wirkung zeige. Eine zweite Impfung sei erst nach 9 bis 12 Wochen nötig, um einen noch größeren Schutz zu bieten. Dafür würden dann weitere Dosen verwendet - nicht aber Dosen aus der ersten 600.000er-Lieferung.

AstraZeneca-Impfstoff für NRW in den Startlöchern

Wichtig: In NRW werden nur Menschen unter 65 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Für die Wirkung bei älteren Menschen lägen noch zu wenige Daten vor, sagte Dr. Jan Leidel, Facharzt für Virologie und Infektionsepidemiologie. Das heiße aber nicht, dass der Impfstoff in dieser Gruppe nicht wirken würde. Es gäbe aber noch zu wenige Erkenntnisse. Somit würde der Impfstoff zunächst Menschen aus der arbeitenden Bevölkerung angeboten, etwa zunächst Mitarbeitern ambulanter Pflegedienste oder medizinischem Personal im Alter unter 65.

Auch in Dortmund hat am Montag (8. Februar) das Impfzentrum seine Pforten geöffnet.

Sorge bereitet Laumann unterdessen eine Maßnahme aus Südafrika, wo die Verimpfung des AstraZeneca-Impfstoffs eingestellt wurde. Der Wirkstoff zeigt dort eine verminderte Wirkung gegen die dort grassierende Mutation. „Diese Variante ist bei uns aber noch recht selten“, sagte Virologe Jan Seidel am Montag. Der AstraZeneca-Wirkstoff verhindere zumindest schwere Krankheitsverläufe. Seidel: „Wir brauchen weitere Daten.“ Auch was die britische Mutation betrifft, zeigt man sich in NRW zurückhaltend. Bisher lägen für NRW noch zu wenige Erkenntnisse vor.

Und wie sieht es in Sachen Lockerungen aus in NRW, jetzt wo es eine 7-Tages-Inzidenz von 72,3 gibt? Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wollte sich am Montag dazu nicht wirklich äußern, ließ aber durchblicken, dass er eher ein Befürworter einer Verlängerung des Lockdowns ist. „Wir sollten erstmal auf Sicht fahren“, so der CDU-Politiker.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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