Neue Personengruppen bekommen Impfangebot

Corona in NRW: Ab sofort ändert sich die Impf-Reihenfolge – wer wann dran ist

Ab Mittwoch (10. Februar) ändert sich die Personengruppe, die sich in NRW schon jetzt gegen das Coronavirus impfen lassen darf. Wir verraten, wer mit welcher Priorität einen Termin bekommt.

Düsseldorf – Wann bin ich mit der Corona-Impfung dran? Diese Frage stellen sich in NRW derzeit viele Menschen. Klar: Wer einmal geimpft ist, kann wieder etwas entspannter unter die Leute gehen. Für einige Personengruppen ist das bald schneller möglich, als zunächst gedacht. RUHR24.de* fasst zusammen, für wen genau.

ArtCorona-Impfverordnung
Inkrafttreten8. Februar 2021
Grund der ÄnderungZulassung des Impfstoffs von AstraZeneca

Corona-Impfung in NRW: Neuer Impfstoff sorgt für neue Prioritäten

Bislang durften sich in Nordrhein-Westfalen nur Menschen über 80 Jahre gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch mit der Zulassung des Impfstoffs des Herstellers AstraZeneca* hat sich bei der Priorisierung der Personengruppen etwas geändert.

Grund dafür ist, dass der Impfstoff in Deutschland vorerst nicht an über 65-Jährige verimpft werden soll – weil es laut Ständiger Impfkommission (Stiko) noch keine verlässlichen Daten zur Wirkung in diesem Personenkreis gibt.

Corona-Impfungen in NRW jetzt auch für unter 65-Jährige

Aus diesem Grund dürfen sich jetzt Menschen auf eine Impfung gegen Corona freuen, die unter 65 Jahre alt sind und nach ehemaliger Priorisierung deutlich später zum Zuge gekommen wären.

Um das möglich zu machen, hat die Bundesregierung die Impfverordnung (PDF) angepasst. Weiterhin werden Personen gegen Corona geimpft, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Covid-Infektion besteht.

NRW: Weitere Personengruppen mit Krankheiten bekommen höhere Prio bei Impfung gegen Corona

Neu ist aber, dass nun Menschen mit bestimmten Erkrankungen höher in der Impf-Prio eingestuft wurden, als bislang – zum Beispiel solche mit chronischen Nierenerkrankungen oder COPD.

Neu ist auch, dass sich ab dem 10. Februar zwei Personen (statt bisher einer) impfen lassen dürfen, die als enge Kontaktperson einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person gelten. Auch zwei Kontaktpersonen von Schwangeren dürfen sich jetzt impfen lassen – Schwangere selbst allerdings vorerst nicht.

In NRW dürfen neben den in der neuen Impfverordnung genannten Gruppen von Erkrankten nun auch folgende Menschen ein Impfangebot erhalten:

  • Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste,
  • Beschäftigte in Tagespflegeeinrichtungen und Wohngemeinschaften (ausgenommen Eingliederungshilfe),
  • Beschäftigte und Ehrenamtliche in Hospizen bzw. ambulanten Hospizdiensten,
  • Heilmittelerbringer, die regelmäßig in vollstationären Pflegeeinrichtungen tätig sind,
  • (Zahn-) Ärzte und deren medizinisches Fachpersonal, die regelmäßig in Pflegeeinrichtungen tätig sind oder in Schwerpunktpraxen vorrangig Corona-Patienten behandeln,
  • Ärzte sowie deren medizinisches Fachpersonal in onkologischen Praxen und Dialysepraxen,
  • Personal in Impfzentren,
  • Rettungsdienstpersonal.

Corona-Impfung in NRW: Karl-Josef Laumann kündigt große Impfstoff-Lieferung von AstraZeneca an

Wer zu den oben genannten Berufsgruppen gehört, darf sich freiwillig gegen Corona impfen lassen. Es besteht keine Pflicht. Die Organisation erfolgt über die Träger bzw. den Arbeitgeber in Abstimmung mit den Kassenärztlichen Vereinigungen in den jeweiligen Impfzentren.

Die genannten Berufsgruppen sollen vorrangig den Impfstoff von AstraZeneca geimpft bekommen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kündigte am Montag (8. Februar) an, dass das Bundesland in der ersten Märzwoche 600.000 AstraZeneca-Impfdosen geliefert bekomme*.

Karl-Josef Laumann (CDU), NRW-Gesundheitsminister, kann inzwischen auf drei Impfstoffe in NRW zurückgreifen: jene von Biontech, von Moderna und nun auch von AstraZeneca.

Diese 600.000 Impfdosen sollen in NRW komplett für die Erstimpfung genutzt werden. Für die zweite Impfung sollen dann nach etwa neun bis zwölf Wochen neue Lieferungen genutzt werden. Im Gegensatz zu anderen Impfstoffen zeigt jener von AstraZeneca bereits nach der ersten Injektion eine Schutzwirkung gegen das Coronavirus - allerdings auch solche Nebenwirkungen, dass sich in Dortmund 25 Prozent einer geimpften Rettungsdienstbelegschaft nach der Impfung krankmeldete, wie WA.de berichtet. *RUHR24.de und WA.de sind Teil des Ippen-Digtal-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa, Federico Gambarini/dpa, Collage: RUHR24

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