SARS-CoV-2-Varianten

Corona-Mutation in NRW: Neue Studie zeigt, wo die Mutante besonders häufig vorkommt

Verschiedene Corona-Mutationen breiten sich in NRW aus. Nun zeigt eine Studie, wo sie gehäuft vorkommen. Ein Problem bahnt sich an.

Dortmund - Die Corona-Zahlen in NRW sinken und gleichzeitig macht sich Angst vor den Mutationen aus Großbritannien und Südafrika breit. Nun liefert eine vom Land NRW geförderte Studie über die Mutation des Coronavirus Erkenntnisse über Auftreten und Häufigkeit.

Coronavirus-Mutation aus EnglandB.1.1.7
Ausbreitung seitSeptember 2020
Problematikhöhere Reproduktionszahl als Ur-Form

Corona-Mutationen in NRW: Studie liefert erste Erkenntnisse

Die Ergebnisse stammen vom Universitätsklinikum Münster. Bis zum 27. Januar hatten Forscher der Einrichtung rund 1000 Proben von Corona-Positiven auf eine Mutation untersucht. Sie stammen aus allen 53 Kreisen des Landes. Neun Prozent aller Proben stellten sich in der Folge in NRW als Corona-Mutation heraus.

Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei 22 Prozent. Vor zwei Wochen hatte die Zahl noch bei 6 Prozent gelegen.

Britische Variante ist in NRW die häufigste Mutation des Coronavirus

Vorwiegend handelte es sich um die britische Variante mit der Bezeichnung „B.1.1.7“. Sie soll bis zu 35 Prozent ansteckender sein, als die Ursprungsform. Virologen des Robert Koch-Instituts blicken deshalb mit Besorgnis auf die Ausbreitung der Variante.

Die Variante P.1, die sich vor allem in Südamerika verbreitet, sei in Nordrhein-Westfalen bisher nicht gefunden worden, heißt es vom NRW-Gesundheitsministerium.

Mutationen des Coronavirus breiten sich in NRW in den Ballungsgebieten aus

Was für die Mutation wie für die Ursprungsversion typisch ist: Sie verbreitet sich überall dort schnell, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. In NRW ist das vor allem im Ruhrgebiet der Fall oder entlang der entlang Rhein-Schiene mit den Städten Düsseldorf und Köln. Im schlimmsten Fall könnte von hier aus eine dritte Infektionswelle über das Land schwappen.

Weil sich Corona-Mutationen bereits in den Niederlanden breit gemacht haben, schauten die Forscher aus Münster vor allem nach einer Ausbreitung der Mutation an der Grenze zwischen NRW und Holland.

Forscher aus Münster: Corona-Mutationen kamen nicht über Holland nach NRW

Die Wissenschaftler der Uniklinik Münster kamen zum Schluss, dass die Mutationen nicht über die Niederlande nach NRW gekommen sein können. Sie waren in der Grenzregion seltener nachzuweisen als in Ballungsräumen im Innern des Bundeslandes (Hier mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).

Prof. Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster und Leiter der Studie, resümiert: „Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Mutationen weniger über die grenznahen Regionen als vielmehr durch überregionale Mobilität hinein in die Ballungsräume getragen werden.“

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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