Neue Form von Sars-CoV-2

Corona-Mutation aus Großbritannien: Welche Maßnahmen NRW jetzt plant

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) reagiert mit neuen Maßnahmen auf die Corona-Mutation in Großbritannien.
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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) reagiert mit neuen Maßnahmen auf die Corona-Mutation in Großbritannien.

In NRW soll eine Ausbreitung der Corona-Mutation aus Großbritannien verhindert werden. Dazu gibt es nun spezielle Regeln.

NRW - Die Mutation des Coronavirus, die kürzlich in Großbritannien entdeckt wurde, verunsichert auch die Menschen in Deutschland. Um die Bevölkerung vor einer Ansteckung zu schützen, soll es in Nordrhein-Westfalen (NRW) nun weitere Maßnahmen geben.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019) Eurostat
HauptstadtDüsseldorf

Corona-Mutation: Neuartige Covid-19-Variante hat Konsequenzen für NRW

Das Coronavirus breitet sich trotz des Lockdowns weiter in NRW aus. (Alle Informationen zu Covid-19 in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de). Nun kommt eine weitere Sorge hinzu. Am Wochenende vermeldeten Medien aus Großbritannien, dass sich dort Personen mit einer Corona-Mutation infiziert hätten. Das hat nun auch für das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands Konsequenzen.

Hierzulande gibt es bislang zwar noch keine derartigen Fälle. Doch damit dies auch so bleibt, sollen nun bestimmte Regeln gelten. Dabei handele es sich um „vorbeugende Vorsichtsmaßnahmen“, erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gegenüber dem WDR. So gibt es für Reisende, die in den letzten Tagen aus Großbritannien nach NRW zurückgekommen sind, besondere Vorkehrungen.

Noch am Sonntag (20. Dezember) sind Flugzeuge aus Manchester und London an den Flughäfen von Köln, Düsseldorf und Dortmund gelandet, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Diese sollen aber vorerst die letzten Flieger aus dem Gebiet gewesen sein. Denn: „Ab Mitternacht gilt dann das Flugverbot auch in NRW“, zitiert die dpa NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Quarantäne und Corona-Tests für Reiserückkehrer aus NRW

Wer in einer der Maschinen gesessen hat, muss sich umgehend in Quarantäne begeben. Die Quarantäne-Pflicht gilt aber auch für Personen, die seit dem 11. Dezember wieder in NRW sind.

Zusätzlich gilt laut der am Sonntag (20. Dezember) veröffentlichten und in Kraft getretenen Reiseschutzverordnung nach der Ankunft die sofortige Verpflichtung zu einem Corona-Test, der nach fünf Tagen erneut gemacht werden muss. Ist dieser dann negativ, ist die Quarantäne dann beendet.

Armin Laschet will einen schnellen Lockdown für Deutschland und NRW.

Aber nicht nur die Reise-Rückkehrer könnten ein Problem darstellen. „Was natürlich ins Land kommt, sind Lkw, die Güter bringen, oder Personen, die mit Pkw anreisen“, warnt Armin Laschet. Daher gelte auch für sie die Quarantäne-Verordnung. Insgesamt sollen die Maßnahmen mindestens bis zum 17. Januar gelten.

Wegen Corona-Mutation aus Großbritannien: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will Einreiseverbot

Züge aus Großbritannien sollen hingegen laut Armin Laschet „kein großes Problem“ darstellen, da diese schon in Belgien gestoppt werden würden und somit nicht weiter nach NRW fahren können.

Der NRW-Ministerpräsident will aber scheinbar noch einen Schritt weiter gehen. Er fordere nach Informationen der dpa ein Einreiseverbot für Menschen, die während des Lockdowns aus Großbritannien ankommen.

Im Video: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet über den Lockdown wegen Covid-19

Was gefährlich an der Corona-Variante aus Großbritannien ist und was nicht

Das Gefährliche an der Corona-Mutation ist, dass sie bis zu 70 Prozent ansteckender sein soll als die bisher bekannte Form des Coronavirus. Dazu kommt, dass die Anzahl verschiedener Mutationen steigen könnte, je mehr Leute sich mit Covid-19 infizieren. Dies könnte dann wie in einer Art Teufelskreis ablaufen. Davon geht SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach aus.

Nach Informationen des ZDF soll es aktuell außerhalb von Großbritannien elf registrierte Fälle mit der neuartigen Mutation geben, davon neun Fälle in Dänemark, wo bereits im November dieses Jahres eine mutierte Form von Covid-19 das Land in Aufregung versetzt hat.

Doch es scheint auch einen kleinen Hoffnungsschimmer zu geben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht nach aktuellem Stand (21. Dezember) davon aus, dass die Corona-Impfung auch gegen die Mutation helfen soll. Dazu kommt, dass die veränderte Form von SARS-CoV-2 nach Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson (56) nicht tödlicher verlaufen soll als die bisherige Form der Erkrankung.

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