Nicht nur ein Sprachproblem

Corona und Migranten: NRW-Politikerin spricht Problem an und macht Vorschlag

Serap Güler (CDU) ist NRW-Integrationssekretärin und äußert sich über die Corona-Situation bei Migranten und Probleme bei den Impfungen.

Dortmund – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach am Dienstag (27. April) über das Thema Migranten, Corona und Impfungen. Es sei schwierig, Menschen mit Migrationshintergrund für die Impfungen zu gewinnen. Auch die Integrationssekretärin und CDU-Politikerin Serap Güler aus NRW sieht eindeutige Probleme.

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Corona-Inzidenz178,2 (28. April)

NRW: Beim Thema Corona und Migranten gibt es ein klares Problem für Serap Güler

Im Interview mit N-TV äußerte sich Serap Güler, dass in der türkischstämmigen Community in Deutschland ein ähnliches Bild zu beobachten sei wie im Rest der Bevölkerung. Es würde wenige geben, die Corona leugnen oder Verschwörungstheorien Glauben schenkt. Bei Vielen sei die Bereitschaft, sich zu impfen, da.

Doch würde es vor allem ein Sprachproblem, weniger ein Akzeptanzproblem, geben. Es sei schwieriger, die Migranten-Communitys zu erreichen. „Wenn ich an die Anschreiben denke, die die erste oder zweite Priorisierungsgruppe nach Hause bekommen haben, da haben deutsche Muttersprachler häufig schon ein Problem“, so Serap Güler (alle News zu Corona in NRW bei RUHR24).

Die Gefahr ist real, dass Menschen, die der deutschen Sprache nicht richtig mächtig sind, diese Briefe einfach weglegen und dann nicht mehr dran denken. „Und da müssen wir einfach bessere Aufklärungsarbeit machen“, so die CDU-Politikerin.

NRW hat Corona-Aufklärungsarbeit geleistet und kämpft gleichzeitig gegen Legenden und Mythen

Man habe im 15. Monat der Pandemie im Bundesland NRW schon viel Aufklärungsarbeit in mehreren Sprachen geleistet. Und so gibt die Integrationssekretärin zu, dass man auch gegen Legenden und Mythen kämpfen würde.

Zum einen würde es bei Geflüchteten die Angst geben, dass man durch eine Impfung leichter abgeschoben werden könne. Junge Frauen würden zudem Bedenken haben, dass Impfstoffe die Fruchtbarkeit beeinflussen.

Mit einer mehrsprachigen Kampagne sei das Corona-Problem bei den Migranten-Communitys nicht gelöst. „Was wir vor allen Dingen brauchen, sind Vorbilder, die sich impfen lassen“, so Serap Güler.

NRW: Serap Güler schlägt vor, beim Thema Corona-Impfungen Vorbilder einzusetzen

Diese Vorbilder, auf die die CDU-Politikerin nicht im Detail eingeht, sollten sowohl der älteren als auch der jüngeren Generation klarmachen, dass man durch Impfungen wieder den Weg in die Normalität finden kann.

Die Stadt Köln hat laut diverser Medienberichte beim NRW-Gesundheitsministerium angefragt, ob es möglich sei, in ärmeren Stadtteilen die Impfungen zu forcieren. Serap Güler hält diesen Vorschlag für gut. „Es ist keine Frage der Herkunft, es ist vor allem eine soziale Frage“, sagt sie.

Corona in NRW: Impfungen in ärmeren Stadtteilen hält Serap Güler für eine gute Idee

Viele Migranten würden in ärmeren Verhältnissen leben und mit vielen Familienmitgliedern unter einem Dach wohnen. Sie würden in Berufen arbeiten, in denen Homeoffice nicht möglich sei. Sie würden sich im Endeffekt einer höheren Corona-Infektionsgefahr aussetzen.

„Dass man in diese Sozialräume geht und sagt, hier müssen wir stärker impfen, ist ein Ansatz, den ich sehr begrüße“, so die CDU-Politikerin.

Nach WDR-Informationen will das NRW-Gesundheitsministerium zunächst an der Impf-Priorisierung festhalten. Aber die Anfrage aus Köln sei bekannt und es würden Gespräche laufen. Es würden allerdings noch keine konkreten Vorschläge aus Köln vorliegen, wie man den Vorschlag der mobilen Impfzentren umsetzen wolle.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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