Kittel von „van Laack“

Corona-Pandemie: Affäre um Sohn von Armin Laschet hat Nachspiel – Klinik zieht Konsequenzen

Armin Laschet Lockdown NRW
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Armin Laschet bestellte bei van Laack und steht nun unter Verdacht, Vetternwirtschaft betrieben zu haben.

Im November orderte die NRW-Landesregierung Schutzkittel des Unternehmens van Laack. Für die Firma modelt der Sohn von Armin Laschet. War Vetternwirtschaft im Spiel?

Update, Dienstag (15. Dezember), 19.40 Uhr: Die Diskussionen rund um die Schutzkittel der Firma „van Laack“ reißen nicht ab. Nicht nur, dass Armin Laschet (CDU) sich mit dem Vorwurf der Vetternwirtschaft auseinandersetzen muss, jetzt meldet eine Essener Klinik, dass sie 40.000 Schutzkittel der Modefirma ausgemustert hat.

Essener Klinik mustert 40.000 Schutzkittel der Modefirma „van Laack“ aus

Wie die Essener Klinik auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilt, würden die Kittel beim Anziehen schnell reißen. An der Uni-Klinik seien demnach Ende August 40.000 Schutzkittel angekommen, die vom Land NRW bereitgestellt wurden. Sie wurden allerdings nicht für die Verwendung freigegeben.

„Wir setzen zum Schutz unserer Anwender und Patienten nur Schutzkittel aus Vlies ein, die gem. DIN EN ISO 10993-5 geprüft und zertifiziert sind“, heißt es in einer Mitteilung der Klinik. „Van Laack“ hat sich gegenüber dem Magazin Capital geäußert: „Selbstverständlich erhalten unsere Kunden ausschließlich Lieferungen, die den Anforderungen und Kriterien der Bestellungen entsprechen.“

Sohn von Armin Laschet stellt Kontakt zu van Laack her

Erstmeldung, Dienstag (15. Dezember), 16.47 Uhr: Am Mittwoch (16. Dezember) wird die umstrittene Bestellung der NRW-Landesregierung bei dem Modeunternehmen van Laack noch einmal Thema im Landtag sein. Zehn Millionen Schutzkittel hatte die Landesregierung bei dem Modeunternehmen aus Mönchengladbach bestellt. Den Kontakt zu dem Unternehmen hatte der Sohn von Ministerpräsident Armin Laschet hergestellt.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
Hauptstadt Düsseldorf

Vetternwirtschaft in NRW? Armin Laschets umstrittene Auftragsvergabe an van Laack in der Corona-Krise

Joe Laschet arbeitet als Influencer und hatte den Deal des Modeunternehmens mit der Landesregierung offenbar möglich gemacht. Er hatte den Kontakt zwischen seinem Vater Armin Laschet und der Unternehmensführung von van Laack hergestellt. Laschets Sohn modelt für den Modeunternehmer.

Am Ende entschied sich die Landesregierung unter Armin Laschet tatsächlich den Auftrag an van Laack zu vergeben – offenbar ohne den Auftrag vorher öffentlich auszuschreiben. Weitere Aufträge folgten. Van Laack fertigte demnach sowohl Schutzkleidung als auch Masken im Auftrag der NRW-Landesregierung.

Seitdem steht der NRW-Ministerpräsident im Verdacht, Vetternwirtschaft betrieben zu haben. Unklar ist, welche Produkte der Van-Laack-Chef dem Ministerpräsidenten anbot, ob es also direkt Zusagen zur Vergabe weiterer Aufträge gab und ob auch andere Firmen von Laschet kontaktiert wurden.

Laschet und van Laack: Auch andere Firmen in NRW boten Schutzkleidung in der Corona-Krise an

So will unter anderem die Grünen-Fraktionschefin Verena Schäffer in der Plenarsitzung am Mittwoch klären, von wie vielen anderen Unternehmen zeitgleich zum Angebot von van Laack weitere Angebote für die Beschaffung von Schutzbekleidung und Masken vorlagen.

Laut Spiegel Online will auch die Vergabekammer Rheinland den umstrittenen Auftrag prüfen. Anlass dafür hat ein Antrag gegeben, den eine andere Unternehmerin stellte. Auch ein direkter Konkurrent von van Laack, das Textilunternehmen Seidensticker, gibt an, der Landesregierung Hilfe bei der Ausstattung mit Schutzausrüstung angeboten zu haben – aber keine Antwort erhalten habe.

Auch die Unternehmerin aus Wuppertal gibt an, gemeinsam mit einer Textilfirma aus Borken Schutzmasken herzustellen. Im Zuge der Corona-Pandemie habe sie der NRW-Landesregierung ebenfalls angeboten, auch Schutzausrüstung herzustellen. Allerdings sei das Angebot nicht angenommen worden.

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