Debatte um mehr Freiheit

NRW-Minister mit Stellungnahme zu aktuellen Corona-Maßnahmen: „Müssen auf Sicht fahren“

Karl-Josef Laumann und Armin Laschet auf einer PK
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Armin Laschet (l.) und Karl-Josef Laumann informieren regelmäßig über neue Corona-Strategien in NRW.

Die Corona-Zahlen in NRW entspannen sich so langsam. Folgen jetzt Lockerungen? NRW-Minister Laumann hat sich dazu geäußert - und macht Hoffnung.

Düsseldorf - Nach wochenlangem Lockdown ist gefühlt inzwischen auch der geduldigste Bürger in NRW genervt und zermürbt von der Corona-Langeweile. Die Spazierrunden rund um die eigene Wohnung scheinen die Meisten inzwischen auswendig zu kennen. Homeschooling und Co. setzen vielen zusätzlich zu - vor allem den Kindern. Zeit für Lockerungen, oder Herr Minister Laumann?

NameCornavirus / Sars-Cov-2
Name der ausgelösten ErkrankungCovid-19
Erste Feststellung in Deutschland27. Januar 2020

Corona-Lockerungen in NRW: Minister nimmt Stellung

Dieser Frage musste sich am Montag (8. Februar), zum Start der Impfzentren in NRW, der Gesundheitsminister (CDU) des größten deutschen Bundeslandes stellen. Laumann habe zwar Verständnis, dass es Forderungen gäbe, Schulen und Kindergärten zu öffnen. Die aktuelle Debatte sei eine andere, als noch vor einem dreiviertel Jahr. Damals seien Schulen und Kitas die ersten Einrichtungen gewesen, die geschlossen worden waren.

„Aber man hat jetzt dazugelernt, dass das vernünftig ist, eine andere Priorisierung vorzunehmen.“ Laumann teile aktuell die Meinung des Gesundheitsministers Jens Spahn (ebenfalls CDU), der der Ansicht sei, noch einmal 14 weitere Tage „sehr, sehr vorsichtig zu sein.“ Damit scheint sich der NRW-Minister für eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns auszusprechen.

Laumann sprach sich zudem aus, in der Pandemie „auf Sicht zu fahren“ und Beschlüsse immer von der aktuellen Lage abhängig zu machen. Diese sei zur Zeit aber nicht so, dass man wieder groß lockern könne.

Virologe warnt vor zu frühen Corona-Lockerungen in NRW

Neben dem Minister nahm am Montag auch Dr. Jan Leidel, Facharzt für Virologie und Infektionsepidemiologie, Stellung zu der Frage nach Lockerungen. Er halte die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch für zu lückenhaft, um weitgehend zu lockern. Man müsse sich sehr sicher sein, um zu Lockerungen zu greifen - „sonst haben wir sehr bald den nächsten Lockdown“ (hier weitere News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).

Video: Corona-Lockerungen: Spahn und Söder dämpfen Hoffnungen

Hintergrund der Debatte sind auch Aussagen des NRW-Familienministers Joachim Stamp (NRW). Er hatte vor einigen Tagen einen Weg aus der Pandemie in fünf Phasen vorgeschlagen. „Wir müssen sehr vorsichtig mit der Situation umgehen, aber wir müssen auch Perspektiven bieten“, sagte Stamp dem WDR.

Die fünf Phasen in Stamps Plan orientieren sich an den Inzidenz-Zahlen in NRW. In Phase 5 etwa, bei einer Inzidenz von unter 10, fordert Stamp etwa die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen sowie die Öffnung von Veranstaltungen, Kneipen, Bars und Co. unter Hygieneauflagen und Selbsttests.

Verlängerung des Corona-Lockdowns in NRW scheint wahrscheinlich

Indes scheint vorerst alles für eine Verlängerung des Lockdowns über den 14. Februar hinaus zu sprechen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) hatte am Sonntag im Bericht aus Berlin gesagt, den Lockdown jetzt abzubrechen, bringe nichts. Oberster Maßstab müsse die Sicherheit sein. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilt diese Ansicht.

Sollte es nach der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch (10. Februar) Lockerungen in NRW geben, scheint jetzt schon klar zu sein, wo es diese geben wird. So hatte sich Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erst kürzlich dafür ausgesprochen, als erstes Schulen und Kitas zu öffnen. Erst danach seien Geschäfte und weitere Einrichtungen dran. Von Innenminister Seehofer kam zuletzt dagegen die Forderung, auch Friseure wieder zu öffnen.

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