Deutschland

Corona-Inzidenz über 100 – droht im Winter ein neuer Lockdown?

Deutschland meldet erstmals seit Mai wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Doch wie sehen die Corona-Zahlen in NRW aus und was bedeutet die neue Inzidenz?

Deutschland – Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder rapide an. Zum Ende der Herbstferien in vielen Bundesländern ist die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit Mai wieder dreistellig. Am Samstag (23. Oktober) meldet das Robert Koch-Institut (RKI) 15.145 Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit steigt die Inzidenz in der Bundesrepublik auf genau 100,0. Vor einer Woche hatte sie bei 70 gelegen.

PandemieCoronavirus-Pandemie
ErregerSARS-CoV-2
Erstes Auftreten31. Dezember 2019
Ursprung Volksrepublik China

Corona-Inzidenz in Deutschland steigt über 100 – NRW liegt unter Bundesdurchschnitt

15.145 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. – das sind 4196 Fälle mehr als am Samstag vor einer Woche (16. Oktober). Überall in Deutschland scheinen die Corona-Zahlen dieser Tage wieder exponentiell schnell anzusteigen. Auch NRW meldet 2047 Neuinfektionen. Trotzdem steht das westlichste Bundesland im bundesweiten Vergleich überraschend gut dar.

Führte Nordrhein-Westfalen lange Zeit die Liste der von Corona am stärksten betroffenen Bundesländer an, können sich die Zahlen zurzeit fast schon „sehen lassen“. Während die Bundesrepublik am Samstag (23. Oktober) die 100er-Grenze geknackt hat, liegt der Inzidenzwert in NRW bei 64,2 (Vortag: 61,0) (mehr Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Die Werte in den einzelnen Regionen und Landkreisen schwanken jedoch stark: Während Minden-Lübbecke mit einer Inzidenz von 135 derzeit NRW-Spitzenreiter ist, liegt die Inzidenz im Kreis Wesel nur bei 33,9. Im Kreis Olpe ist die Inzidenz am stärksten angestiegen (+22,5), am stärksten zurückgegangen ist der Wert in Bottrop (-12,8).

Corona-Schutzverordnung in NRW: Maßnahmen werden nicht mehr an Inzidenz gemessen

Was bedeuten die steigenden Corona-Zahlen aber nun konkret für das alltägliche Leben? Vorerst gar nichts, denn die Corona-Inzidenz wird nicht mehr als entscheidender Wert für Schutzmaßnahmen angesehen.

Sollte es wieder ernsthafte Überlegungen für Verschärfungen der Maßnahmen geben, sollen in Zukunft auch Werte wie die Hospitalisierungsrate, die Belegung der Intensivbetten und die Zahl der Todesfälle mit einbezogen werden. Für diese Werte wurden bislang noch keine Grenzwerte festgelegt.

Seit Dienstag (19. Oktober) gilt in NRW zudem eine neue Corona-Schutzordnung. Darin wurde der bislang geltende Inzidenz-Grenzwert von 35 gestrichen. Die 3G-Regelung für den Zugang zu Veranstaltungen oder bestimmten Einrichten gilt jedoch weiterhin.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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