PK nach Bund-Länder-Beratungen

Die aktuellen Corona-Regeln im Überblick: Was Angela Merkel und die Länderchefs entschieden haben

Gemeinsam mit den Regierungschefs der Länder hat Angela Merkel über strengere Corona-Regeln in Deutschland beraten. Nach den Bund-Länder-Beratungen trat die Bundeskanzlerin vor die Presse.

Update, Dienstag (19. Januar), 21.45 Uhr: Berlin/NRW – Im Anschluss an die Bund-Länder-Beratungen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die beschlossenen Corona-Maßnahmen auf einer Pressekonferenz verkündet. Die neuen Regeln in der Übersicht:

Lockdown-Verlängerung: Der ursprünglich bis Ende Januar vorgesehene Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert. Freizeiteinrichtungen und große Teile des Einzelhandels bleiben somit weiterhin geschlossen. Ausnahmen bestehen für Geschäfte des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien oder Apotheken. Restaurants dürfen Speisen weiterhin nur zum Verzehr außer Haus anbieten.

Kontaktbeschränkungen: Weiterhin sind private Treffen nur mit dem eigenen Hausstand und maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet.

Kitas/Schulen: Analog zur Lockdown-Verlängerung bis zum 14. Februar bleiben auch die Schulen und Kitas in Deutschland grundsätzlich bis zum 14. Februar geschlossen. Dieser Punkt war in den Verhandlungen besonders umstritten.

Maskenpflicht: Im Nahverkehr und in Geschäften gilt eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken (OP-Masken, KN95 oder FFP2).

Homeoffice: Eine Homeoffice-Pflicht wird es nicht geben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird eine Verordnung erlassen, wonach Arbeitgeber das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen müssen, sofern es die Tätigkeiten zulassen. Die Regelung soll bis zum 15. März gelten.

Erstmeldung, 19. Januar, 10.09 Uhr: Den Menschen in Deutschland und NRW droht der Mega-Lockdown. Bund und Länder treffen sich heute (19. Januar) - früher als geplant - um über weitere, womöglich deutlich strengere Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu beraten.

VirusCoronavirus (Sars-CoV-2)
ErkrankungCovid-19
SymptomeFieber, trockener Husten, Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn
Maßnahmen zur Eindämmung der PandemieAHA-Regel, Lockdown

Lockdown-Verlängerung: Infektionszahlen sinken, aber Sorge vor Corona-Mutation

Dass der aktuell geltende Corona-Lockdown bis zum 31. Januar vor einer Verlängerung steht, ist mehr als wahrscheinlich. Kanzlerin Angela Merkel machte erst vor wenigen Tagen in einer CDU-Schaltkonferenz deutlich, dass die vor Weihnachten verschärften Maßnahmen zu schwach seien.

Zwar zeigt ein Blick auf die Infektionszahlen, dass diese derzeit tendenziell sinken: Am Dienstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 11.369 Neuinfektionen mit Corona. Und auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit einem Wert von 131,5 rückläufig. Trotzdem ist weiter Vorsicht geboten - auch weil die Sorge vor einer massiven Verbreitung der mutierten Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika besteht (mehr News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Corona-Gipfel: Ministerpräsidenten und Merkel wollen Entscheidungen liefern

Nun wird bereits seit Tagen darüber diskutiert, welche weiteren Einschränkungen dazukommen könnten, um die Corona-Zahlen schneller, weiter sinken zu lassen. Beim Gipfel-Treffen am heutigen Dienstag (19. Januar, 14 Uhr) wollen Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer Entscheidungen liefern.

Erste Details sind bereits vor dem Beratungstreffen durchgesickert. Die Expertenrunde, bestehend aus Epidemiologen und Virologen, die die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten bei den weiteren Schritten zur Eindämmung der Corona-Pandemie berät, soll sich am Montagabend (18. Januar) laut Spiegel-Informationen für einen knallharten Lockdown ausgesprochen haben.

Kommt der Mega-Lockdown? Über diese Verschärfungen wird abgestimmt

Welche Corona-Regeln in einem möglichen Mega-Lockdown gelten könnten, wird nach der Bund-Länder-Konferenz feststehen. Über folgende Maßnahmen soll beraten werden:

  • Die Verlängerung des Lockdowns - angeblich mindestens bis zum 14. Februar,
  • eine nächtliche Ausgangssperre in ganz Deutschland,
  • eine Homeoffice-Pflicht für Arbeitnehmer,
  • eine FFP2-Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn) sowie im Handel,
  • eine Fahrgast-Beschränkung im öffentlichen Personennahverkehr
  • noch strengere Kontaktbeschränkungen - ein „Null-Kontakt-Gebot“,
  • eine Verlängerung der Schließung von Schulen und Kitas.

Lockdown-Verlängerung in NRW: Laschet warnt vor zu strengen Regeln

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet spricht sich für eine Lockdown-Verlängerung aus.

Zu welchen Beschlüssen sich Bund und Länder tatsächlich durchringen, wird sich erst am Nachmittag zeigen. Derweil warnte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet davor, dass bei einer erneuten Verschärfung der Corona-Regeln die Akzeptanz der Bürger dafür schwinden könnte.

„Diese Politik läuft Gefahr, die Bevölkerung als Ganzes nicht mehr zu erreichen und zu überzeugen“, so der Politiker. Gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger wies Laschet jedoch auch darauf hin, dass die Lage weiterhin sehr ernst sei und auch eine Lockdown-Verlängerung bis Ostern nicht auszuschließen sei.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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