Coronavirus-Pandemie

Harter Lockdown: Hoffnung auf Corona-Urlaub für Eltern kommt auf

Im harten Lockdown sollen Eltern mehr Möglichkeiten bekommen, Urlaub zu nehmen. Noch sind die Pläne der Regierung vage, wie Eltern unterstützt werden sollen.

NRW - Seit Montag (14. Dezember) sind Eltern in NRW dazu angehalten, ihre Kinder nur in die Kita zu schicken, wenn es gar nicht anders möglich ist. Auch der Präsenzunterricht in den Schulen wurde ausgesetzt. Die meisten Kinder lernen und spielen nun also wieder zu Hause. Auch im zweiten Corona-Lockdown wird berufstätigen Eltern viel abverlangt.

VirusSars-Cov-2/Coronavirus
HauptübertragungswegTröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch
MaßnahmenLockdown, AHA-L-Regel

Eltern im Lockdown: Hoffnung auf Corona-Urlaub

Bereits am Sonntag (13. Dezember) machten Politiker Eltern laut Spiegel online nach Beschluss des harten Lockdowns ab Mittwoch (16. Dezember) vage Hoffnung. Für den Lockdown, der wenige Tage vor den Weihnachtsferien in Kraft tritt, sollen für Eltern zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, für die Betreuung der Kinder bezahlten Urlaub nehmen zu können.

Was das genau heißen soll, blieb allerdings bislang offen. Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums erklärte, man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey kündigte laut taz an, dass eine entsprechende Regelung noch in der Woche, in der der Lockdown starte, auf den Weg gebracht würde.

Bereits im Lockdown im Frühjahr konnten manche Eltern Entschädigungsansprüche geltend machen. Die Ausgleichszahlungen entschädigten damals aber nur für 67 Prozent des ausgefallenen Verdienstes – falls Eltern aufgrund der fehlenden Betreuung ihrer Kinder nicht oder nur noch in reduzierter Stundenzahl arbeiten konnten.

Corona-Maßnahmen: Eltern sollen im Lockdown nicht allein gelassen werden

Im Gegensatz dazu würden zusätzliche, bezahlte Urlaubstage einem vollen Lohnausgleich gleich kommen. Dabei geht es nur um die Tage vor den regulären Weihnachtsferien. Und, vor allem für den Fall, dass der Lockdown ausgeweitet werden sollte, für die Tage nach den Freien, wenn die Schulen und Kitas weiterhin von den Kindern „nach Möglichkeit“ nicht besucht werden sollen.

Eltern sollen und können also nicht allein auffangen, was sich durch die Corona-Maßnahmen ändert. So sieht es auch Franziska Giffey. Bis eine klare Regelung für den Corona-Lockdown im Dezember und Januar vonseiten der Bundesregierung steht, rief sie Arbeitgeber dazu auf, Mitarbeiter mit Kindern jetzt zu unterstützen.

„Ich appelliere an alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in den kommenden Wochen pragmatisch zu unterstützen,“ zitiert das ZDF die Familienministerin unter Berufung auf die Funke Mediengruppe.

Bildung und Kinderschutz hätten Priorität und dabei bleibe es auch. Eltern, die wegen der Schließung von Schulen und Kitas ein Betreuungsproblem hätten, sollen eine Verdienstausfallentschädigung vom Staat erhalten (mehr News zur Corona-Pandemie im Live-Ticker)

Corona-Urlaub für Eltern: Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht einfach

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, sei eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und Unternehmen. Und so berät die Regierung nun über eine Regelung für zusätzlichen Urlaub für vom Corona-Lockdown betroffene Eltern. Doch ganz so einfach, wie manche hoffnungsfrohen Eltern es sich nun vorstellen könnten, wird es offenbar nicht werden.

Nach einem Bericht des mdr sei es gar nicht so einfach, Eltern mehr „echte“ Urlaubstage einzuräumen. Laut eines befragten Arbeitsrechtlers würde das eine Änderung im Bundesurlaubsgesetz voraussetzen, in dem der gesetzliche Mindesturlaub geregelt ist. Mindestens aber müssten Arbeitsverträge angepasst werden, in dem individuelle Urlaubsansprüche der Mitarbeiter geregelt sind.

Freistellung statt echtem Urlaub: Eltern im Corona-Lockdown

Beides sei laut des Juristen schwer umsetzbar. Stattdessen wäre aber eine Freistellung von der Arbeit denkbar. Wie Arbeitnehmer für ihren Verdienstausfall in diesem Fall entschädigt werden können, sei schon jetzt im Infektionsschutzgesetz geregelt: Im Fall einer Freistellung vom Arbeitgeber wird ein Verdienstausfall in Form einer Entschädigung gezahlt. Die zahle laut mdr zwar der Arbeitsgeber aus, letztendlich würde dieser aber vom Gesetzgeber erstattet.

Laut taz ändere auch die Tatsache, dass Arbeitnehmer im Home-Office arbeiten können, nichts an dem Anspruch auf einen Ausgleich. Wenn Leistungen gegenüber dem Arbeitgeber nicht adäquat erbracht werden können, weil gleichzeitig Kinder betreut und beschäftigt oder im Home Schooling unterrichtet werden müssen, gilt die Regelung auch für Arbeitnehmer im Home-Office.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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