Wie war das mit Luft und Aerosolen?

NRW: Laumann irritiert mit Omikron-Zitat – „völlig inkompetent“

Karl-Josef Laumann (CDU) unterläuft ein Omikron-Versprecher. Nun wird dem NRW-Gesundheitsminister Inkompetenz vorgeworfen. Das kann Folgen haben.

Dortmund – Was hat sich der Gesundheitsminister von NRW* denn dabei gedacht? In einem Interview in der Aktuellen Stunde im WDR vom 27. Dezember 2021 äußerte sich Karl-Josef Laumann (CDU) zur Omikron-Variante des Coronavirus. Dabei unterlief ihm ein heftiger Fehler, der Diskussionen nach sich zog, wie RUHR24* beobachtet hat.

BundeslandNRW
GesundheitsministerKarl-Josef Laumann (CDU)
EreignisFehler im Interview zur Omikron-Variante

NRW: Karl-Josef Laumann (CDU) will Corona-Regeln erklären und sorgt mit Omikron-Aussage für Entsetzen

Seine Aussage im Wortlaut: „Und ich habe heute noch eine Expertise aus dem Gesundheitsamt in Köln bekommen, die noch ganz klar sagen: Das Neue an dieser Omikron-Variante ist, dass sie sich nicht nur durch Tröpfchen überträgt, sondern dass sie auch ähnlich wie Masern sich durch die Luft überträgt.“

Das Interview fand im Rahmen der am 27. Dezember in NRW neu eingeführten Corona-Regeln statt*. Diese Aussage beim WDR in der Aktuellen Stunde sorgte vor allem für Verwirrung und Entsetzen. Denn eine Sache ist schon eigentlich seit Beginn der Pandemie eindeutig, oder?

Das Coronavirus* verbreitet sich über die Luft – um es genau zu nehmen über Aerosole. Da gibt es doch keine zwei Meinungen mehr. Warum also – das fragen sich neben dem WDR auch die Menschen in den Sozialen Medien – kommt der NRW-Gesundheitsminister zu einer solchen Aussage?

NRW: Gesundheitsministerium will Laumanns Brände löschen – Verwirrung wegen Omikron komplett

Das NRW-Gesundheitsministerium äußerte sich noch am 27. Dezember: Karl-Josef Laumann sei bewusst, dass sich das Coronavirus über Aerosole übertragt, heißt es. Er habe schlicht den Inhalt eines Berichtes des Gesundheitsamts der Stadt Köln wiedergegeben (mehr News zu Corona in NRW* bei RUHR24).

In dem Bericht des Gesundheitsamtes der Stadt Köln, so das Gesundheitsministerium in NRW, heißt es: „Das bei der Omikron-Variante beobachtete Ausbreitungsverhalten ähnelt eher demjenigen von luftgetragenen Infektionen (z.B. Masern). Das bedeutet, dass die Ausbreitung nicht mehr nur an Tröpfchen gebunden ist.“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)

Weiter schreibt das NRW-Gesundheitsamt, dass es Laumann darum gegangen sei, dass sich die Omikron-Variante des Coronavirus viel einfacher über Aerosole überträgt als die anderen Varianten. Sie sei infektiöser.

Eine offene Frage in dieser Omikron-Debatte, die übrigens auch eine Verlängerung der Weihnachtsferien bedeuten könnte, wie wa.de* berichtet, bleibt bei den Menschen kleben: Hat der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verstanden, wie das Coronavirus funktioniert? Oder hat es sich schlicht und einfach um einen Versprecher gehandelt, der mal passieren kann.

NRW: Laumanns Omikron-Versprecher – Inkompetenz oder ein gefährlicher Kommunikationsfehler?

Johannes Hillje, Politikberater, äußerte sich auf WDR-Anfrage zu dem aus Laumanns Aussage resultierenden Problem. Eine missverständliche Kommunikation in Bezug auf wissenschaftliche Fakten sei fatal und kann Folgen haben. Das sei nämlich Futter für diejenigen, die die Gefährlichkeit des Virus anzweifeln und notwendige Maßnahmen in Zweifel ziehen. (Auch interessant: Kommentar – 2G-Plus in NRW ist wie ein fieser Muskelkater – dabei wäre die Lösung so einfach*).

Am 27. Dezember wurden in NRW neue, vom Bund abweichende, Corona-Regeln* eingeführt. Aus diesem Grund stellte sich Laumann auch der Presse. Der Fehler des Gesundheitsministers könnte auch weiterhin noch Diskussionen nach sich ziehen.*RUHR24 und wa.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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