Immer weniger Besucher

Corona-Horror für Kinos: Bochumer Betreiber spricht unangenehme Vermutung aus

Die Kinos in NRW leiden unter den Corona-Maßnahmen massiv. Ein Betreiber spricht jetzt Klartext. Es gibt aber auch Hoffnung.

Bochum/NRW – Wegen der steigenden Corona-Infektionen wurde für den gesamten November ein vierwöchiger Lockdown verhängt. Darunter leiden auch die Kinos, die ihre Türen nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr schließen müssen. Ob die Branche noch zu retten ist?

Kino während Corona-Pandemie: Trotz Hygienekonzept kaum Besucher

Da ist sich Stephan Zabka, Sprecher der Bochumer Kinos „Casablanca“, „Metropolis“ und „Capitol“ nicht sicher. Er geht davon aus, dass nicht jedes Kino in Deutschland den zweiten Lockdown überleben wird. Gegenüber Der Westen äußerte sich Zabka gnadenlos ehrlich: „Die Menschen sollen keinen Grund mehr haben, das Haus zu verlassen. Dafür opfert man die Kulturbranche.“

Obwohl die Kinos vor November unter strengen Auflagen wie Sicherheitsabstand, Maskenpflicht und Hygieneregeln geöffnet hatten, blieben die Besucherschwärme aus. Ein Grund könnte die fehlende Auswahl in den Kinos gewesen sein. Viele Blockbuster wurden um Jahre verschoben oder auf Streamingplattformen veröffentlicht. Neue Filme hingegen werden derzeit nur wenig produziert (alle News zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Corona-Unterstützung vom Land NRW: Staatskanzlei bestätigt 15 Millionen Euro für Kinos

Ein Aussterben der Kinos könnte nun die Folge sein. Betroffen von der schwierigen finanziellen Lage sind vor allem kleinere Kinos, die privat betrieben werden und keiner Kette angehören. Ihnen setzt die Corona-Lage besonders zu. „Die Kinolandschaft wird sich definitiv verändern“, vermutet auch Stephan Zabka aus Bochum.

Doch es gibt Hoffnung. Wie die Staatskanzlei NRW am Donnerstag (5. November) mitteilte, unterstütze das Land die Kinos nun mit satten 15 Millionen Euro. Das Geld werde dann ab Januar kommenden Jahres ausgezahlt.

Während Corona-Pandemie: Besucherzahlen in Kinos stark eingebrochen

Dabei ist auch egal, welche Art von Kino den Antrag stellt. So können nicht nur kleine Programmkinos von dem Geld profitieren, sondern auch große Kinoketten.

Wie der WDR berichtet, sei im ersten Halbjahr 2020 die Besucherzahl in den Kinos in NRW auf 5,4 Millionen Besucher gesunken. Im Vorjahr lag die Zahl der Besucher noch bei 11 Millionen.

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