Erste Lieferung

Corona: Novavax-Impfungen starten – NRW veröffentlicht Zeitplan

NRW erwartet die erste Lieferung des Corona-Impfstoffs von Novavax. Das ist der aktuelle Plan.

Düsseldorf – Weil der Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax auf einer anderen Technologie basiert als die mRNA-Impfstoffe, erhofft man sich nicht nur in Nordrhein-Westfalen* durch die baldige Verfügbarkeit des Vakzins einen Schub in der Impfkampagne. Doch wann trifft Novavax endlich ein? RUHR24* kennt die Pläne.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Hendrik Wüst (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Corona in NRW: Novavax-Impfungen sollen spätestens Anfang März beginnen

Ende Februar erwartet der Bund eine erste Lieferung von etwa 1,4 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Novavax. Anschließend sollen die Impfdosen an die einzelnen Bundesländer verteilt werden. Das NRW-Gesundheitsministerium rechnet damit, dass die ersten Impfungen mit dem Proteinimpfstoff bereits Ende Februar, spätestens aber Anfang März erfolgen können.

Klar ist schon jetzt, wer den Impfstoff von Novavax in NRW zunächst erhalten soll*. Aufgrund der begrenzten Mengen, stehen 75 Prozent des Impfstoffs anfangs nur für Menschen zur Verfügung, die von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen sind und sich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mit einem mRNA-Vakzin impfen lassen können.

Nachgewiesen werden muss das über eine Arbeitgeberbescheinigung. Geimpft wird dann im Rahmen kommunaler Impfangebote, welche die Kommunen in NRW nach Erhalt des Impfstoffs für Einrichtungen mit einer Impfpflicht vorbereiten sollen. In Deutschland gilt die einrichtungsbezogene Impfpflicht ab Mitte März. Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen müssen bis 15. März nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind.

Novavax-Impfungen in NRW: 75 Prozent für einrichtungsbezogene Impfpflicht reserviert

Weitere 20 Prozent des Novavax-Impfstoffs werden in NRW für Personen reserviert, bei denen eine Unverträglichkeit der mRNA-Impfstoffe vorliegt. Eine solche Unverträglichkeit muss ärztlich attestiert sein. Die übrigen fünf Prozent stehen der Allgemeinbevölkerung zur Verfügung und sollen in kommunalen Impfstellen oder bei mobilen Impfaktionen verimpft werden.

„Diejenigen, die nicht unter diese Priorisierung fallen, bitte ich um etwas Geduld. Grundsätzlich stehen weiterhin auch die bekannten mRNA-Impfstoffe in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Sie sind genauso sicher und bieten einen hervorragenden Schutz vor einer schweren Coronainfektion“, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dazu.

Wirbt weiter für Corona-Impfungen mit mRNA-Impfstoffen: NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU)

In Europa wurde der Corona-Impfstoff von Novavax am 20. Dezember zugelassen. Er ist proteinbasiert und unterscheidet sich von anderen bisher zugelassenen Vakzinen, bei denen es sich entweder um sogenannte mRNA- oder Vektorimpfstoffe handelt (mehr Corona-News aus NRW* bei RUHR24).

Neuer Corona-Impfstoff Novavax: Stiko empfiehlt Vakzin ab 18 Jahren

Irreführend ist allerdings die häufige Bezeichnung des Vakzins als „Totimpfstoff“, weil er keine vermehrungsfähigen Viren enthält. Denn das gilt ebenso für die vier in der EU und Deutschland zugelassenen mRNA- (Biontech, Moderna) und Vektorimpfstoffe (Astrazeneca bzw. Vaxzevria, Johnson & Johnson).

In der Wissenschaft werden „Totimpfstoffe“ unterschiedlich definiert. In der engsten Auslegung werden so solche Impfstoffe bezeichnet, die aus abgetöteten Originalbestandsteilen eines Virus gewonnen werden. Dazu gehört Novavax allerdings nicht, weil die verwendeten Coronavirusproteine gentechnisch vermehrt werden.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Einsatz des Novavax-Impfstoffs zur Grundimmunisierung ab 18 Jahren. Die Stiko sprach sich am Donnerstag (3. Februar) für zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen aus. Schwangere und Stillende sind von der Empfehlung vorerst ausgenommen. Mit AFP-Material – *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/DPA

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