Schnellere Impfungen

NRW ändert Impf-Regeln: Risikogruppe darf jetzt auf frühzeitige Impfung hoffen

Das Land NRW hat die Regelungen für Corona-Impfungen angepasst. Das soll schnellere Impfungen ermöglichen. Eine Gruppe soll dabei besonders profitieren.

NRW – Die Impfkampagne in NRW hat bereits für viel Kritik gesorgt: zu langsam, zu bürokratisch, zu verworren. Jetzt will die Landesregierung bei den Corona-Impfungen gegensteuern und kündigt „mehr Tempo durch mehr Flexibilität“ an. Eine Gruppe soll ab sofort und bis zum Start der Impfungen bei den Hausärzten am 6. April besonders profitieren (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,9 Millionen
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Corona-Impfungen in NRW: Risikogruppe profitiert von neuen Regeln besonders

Derzeit werden in NRW noch immer Personen aus Gruppe 1 geimpft. Darunter fallen etwa Menschen über 80, Ärzte und Klinikpersonal. Zusätzlich bekommen bereits Personen aus der Gruppe 2 Impfstoffe gegen das Coronavirus. Dazu gehören etwa Menschen über 70, solche mit Vorerkrankungen, aber auch Polizisten und Erzieher.

Doch immer wieder bleiben dabei nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums Impfdosen übrig und Termine ungenutzt. Diese sollen von den Kommunen nun unbürokratisch und flexibel an weitere Bedürftige in Gruppe 2 verteilt werden. Zahlreiche Städte und Kreise in NRW hätten freie Impftermine gemeldet. „Die Kommunen haben die Beinfreiheit, vorhandene Impfkapazitäten auch zu nutzen. Wir wollen Strecke machen!“, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (62, CDU) dazu.

Corona-Impfungen in NRW: Menschen mit Vorerkrankungen sollen profitieren

Das wird auch langsam Zeit. Denn NRW hinkt im bundesweiten Vergleich der Impfquote hinterher. Erst 9,1 Prozent der 17,9 Millionen Menschen in NRW haben zumindest eine Erstimpfung gegen Covid-19 bekommen. Schlechter sind nur Sachsen (8,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (8,9 Prozent). Laut RKI liegt die Impfquote in Deutschland derzeit bei 9,8 Prozent. Länder wie Israel und Großbritannien sind längst weiter.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will bei den Corona-Impfen „Strecke machen“.

Nach dem Knick durch das Aussetzen der Impfungen mit Astrazeneca will auch NRW jetzt endlich durchstarten. Dazu soll vor allem eine weitere Gruppe von ungenutzten Impfdosen profitieren: Menschen mit Vorerkrankungen, unabhängig vom Alter. Dabei ist zu beachten:

  • Der Nachweis erfolgt mit ärztlichem Attest.
  • Bescheinigung zur Zugehörigkeit zur Gruppe 2 muss vorliegen.
  • Eine konkrete Diagnose ist nicht notwendig.

Corona-Impfung für Kranke: „Sehr hohes Risiko für tödlichen Krankheitsverlauf“

Denn diese Menschen in Gruppe 2 haben laut Paragraf 3 der Corona-Impfverordnung (PDF) ein „sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“. Darunter fallen unter anderem folgende Erkrankungen:

  • Trisomie 21
  • Krebs
  • Demenz und schwere psychische Krankheiten
  • Chronische Leber- und Nierenerkrankungen
  • Adipositas (BMI über 40)

Deshalb sollen künftig weiterhin auch gemeinsame Buchungen der Impfung für Kontaktpersonen wie Lebenspartner möglich sein. Die Regelung, dass freie Impfstoffe zuerst an chronisch kranke Menschen gehen, soll zunächst bis zum Start der Impfungen bei den Hausärzten am 6. April (Dienstag) gelten.

NRW: Impfungen gegen Coronavirus bald auch für 70- bis 79-Jährige

Ab dem 6. April können auch Menschen ohne Vorerkrankungen im Alter von 70 bis 80 über die Hotline 116117 oder auf www.116117.de Termine für eine Impfung vereinbaren. Die Einladungen dazu werden in NRW jahrgangsweise verschickt, beginnend mit den 79-Jährigen.

„Geplant ist, sobald genügend Impfstoff zur Verfügung steht, weitere Geburtsjahrgänge zur Impfung einzuladen“, kündigt das Gesundheitsministerium an. Die Impftermine starten ab dem 8. April (Donnerstag).

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