Corona-Pandemie

„Lebensfremd zu glauben, dass das gut geht“ – Laschet versteht „Impfchaos“-Ärger nicht

Wer einen Termin für eine Corona-Impfung ergattern wollte, hatte nachts um zwei die besten Chancen. Trotzdem findet NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den Impfstart gelungen.

NRW – Seit Montag (25. Januar) können sich alle über 80-Jährigen in NRW um einen Termin für die Corona-Impfung bemühen. „Bemühen“ trifft es dabei offenbar gut, denn ohne etwas Mühe lief in den ersten Tagen bei der Terminvergabe wenig: Sowohl die Hotline als auch die Website der 116117 waren selten erreichbar, wie RUHR24.de* berichtet. Trotzdem verteidigt Armin Laschet (CDU) den Start der Terminvergabe als gelungen. Die SPD hingegen spricht von der „nächsten Runde“ im Impfchaos.

BundeslandNRW
MinisterpräsidentArmin Laschet
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Corona-Impfung in NRW: Chaotischer Start bei der Terminvergabe

Dennoch: „Oma hat einen Impftermin!“ So oder so ähnlich freuten sich einige User auf Twitter Anfang der Woche. Doch der Zusatz unter vielen Tweets macht stutzig. So schreibt eine Nutzerin: „Mitten in der Nacht hat es dann online funktioniert.“ Bei vielen anderen hat es offenbar aber weder in der Nacht, noch am Tag geklappt. Unter dem Hashtag #impftermin machen nun viele ihrem Ärger Luft. Denn auch am Mittwoch (27. Januar) scheint nicht alles rundzulaufen bei der Terminvergabe zur Corona-Impfung

Trotz der Anlaufschwierigkeiten erklärt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den Impfstart in den Corona-Impfzentren als gelungen. Allein in den ersten beiden Tagen seien jeweils zwei Impftermine an rund 275.000 Impfwillige in NRW vergeben worden, so Laschet laut eines Berichts der Deutschen Presseagentur (dpa).

NRW: Termin für eine Impfung gegen Corona schwer zu ergattern

Dass sowohl Hotline als auch Website zwischenzeitlich nicht zu erreichen waren, erklärt sich für den Ministerpräsidenten von selbst: „Es ist doch lebensfremd zu glauben, dass das gut geht, wenn alle gleichzeitig zum Hörer greifen.“ Zum Start der Terminvergabe waren am Montag Webseiten und Hotlines geradezu überrannt worden (mehr News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24.de).

Anders als in anderen Bundesländern hatten Anfang der Woche alle zu Hause lebenden über 80-Jährigen in NRW einen Brief bekommen, in dem sie über die Terminvergabe informiert worden waren. Nicht wenige hatten direkt danach versucht einen Termin für die Corona-Impfung* zu ergattern. Viele haben allerdings auch drei Tage nach Start der Terminvergabe offenbar noch kein Glück gehabt.

Und so fällt das Urteil der Grünen und der SPD zum Start der Terminvergabe für die Corona-Impfungen in NRW auch alles andere als postiv aus. Während die Landesvorsitzende Mona Neubaur laut RP Online von einer „Voll-Katastrophe“ sprach, sprach Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW davon, dass mit der Terminvergabe das Impfchaos in NRW schlicht in „die nächste Runde“ gegangen sei (mehr News zum Coronavirus im NRW-Live-Ticker* auf RUHR24.de).

Corona-Impfung in NRW: Alle Termine bereits vergeben?

Zwar sei die Website nun wieder erreichbar, allerdings bekämen die Besucher nur den Hinweis, dass bereits alle Termine vergeben seien, so die SPD in NRW in einer Pressemitteilung. Der Vorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, ist trotz aller Schwierigkeiten zuversichtlich: „Bis Ende der Woche werden alle einen Termin bekommen können“, erklärt er gegenüber dem WDR.

Und tatsächlich verursachte für manche der Start in die Impf-Terminvergabe nicht nur Stress und Frust, sondern auch Freude. Inzwischen lassen sich auch vereinzelte Meldungen darüber finden, dass es mit der Terminvergabe geklappt hat. Auch wenn es bei den meisten etwas länger gedauert hat. Das Portal wa.de berichtet im Zuge der Termin-Impfvergabe über eine kuriose Geschichte eines Lkw-Fahrers aus Dortmund, dessen Nummer der Impf-Hotline gleicht.

Die Telefon-Hotline 116117 ist weiterhin täglich zwischen 8 und 22 Uhr erreichbar. Und auch auf der Website würden die Datenbanken täglich um neu verfügbar Termine ergänzt, informiert die kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. Demnächst soll es laut WDR sogar möglich sein, dass Eheleute sich gemeinsam anmelden können. Bislang war das nicht möglich. *RUHR24.de und wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Fotos: Arne Dedert/Britta Pedersen/dpa; collage: RUHR24

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