Vorgaben gelten sofort

Corona-Impfung: Neue Regeln für Kinder und Jugendliche in NRW erlassen

NRW will die Impfkampagne im Kampf gegen Corona weiter vorantreiben. Für Kinder und Jugendliche hat das Land jetzt eine neue Regelung beschlossen.

NRW – Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den vergangenen Tagen bundesweit und auch in Nordrhein-Westfalen gestiegen. Experten sind sich sicher: Das Tempo bei den Impfungen muss unbedingt gehalten werden, sonst drohe eine vierte Welle der Pandemie.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Corona-Impfungen insgesamt19.925.593 (Stand 22. Juli)
Vollständig Geimpfte9.051.200 (Stand 22. Juli)

Corona-Impfung für Kinder ab 12 Jahren: NRW verkündet neue Regelung

Die NRW-Landesregierung versucht nun mit einer neuen Regelung, mehr Möglichkeiten für eine Impfung gegen das Coronavirus zu schaffen. Am Donnerstag (22. Juli) teilte das Gesundheitsministerium mit, dass sich ab sofort auch Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren in den Impfzentren in NRW impfen lassen können (weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Der Impfstoff des Hersteller Biontech/Pfizer darf in Deutschland seit Anfang Juni an Kinder ab 12 Jahren verimpft werden. Seither gilt jedoch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), dass Kinder und Jugendliche ab 12 nur gegen Covid-19 geimpft werden dürfen, wenn bestimmte Vorerkrankungen vorliegen. Weiterhin darf geimpft werden, wenn das Kind in einem regelmäßigen Kontakt zu Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe steht, die selbst nicht geimpft werden können.

Gemäß Stiko könnten weitere Kinder und Jugendliche nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz ebenfalls eine Impfung erhalten. Bislang wurden die Corona-Impfungen an den über Zwölfjährigen ausschließlich in Arztpraxen vorgenommen. Eben das soll sich in Nordrhein-Westfalen ab sofort ändern.

NRW erlaubt Impfzentren ab sofort Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche

„Ich habe in den letzten Tagen mit vielen Kinder- und Jugendärzten gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass die Möglichkeit der Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren nicht in allen Regionen in Nordrhein-Westfalen gleichermaßen verteilt ist. Das sollte aber nicht vom Wohnort abhängen“ erklärt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann (CDU) in einer aktuellen Mittelung.

Aus diesem Grund wolle das Land die Impfungen für die genannten Altersgruppen jetzt auch in den Impfzentren möglich machen. Damit würde zusätzlich die „medizinische Wahlfreiheit der Eltern“ gestärkt, so das Ministerium weiter.

NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann befürwortet die Corona-Impfungen von Kindern ab 12 Jahren in den Impfzentren.

Corona-Impfungen in NRW: Stiko-Empfehlung für Kinder gilt auch in den Impfzentren

Allerdings weist das Land darauf hin, dass die Stiko-Empfehlung auch bei den Kinder-Impfungen in den Impfzentren als Grundlage gilt. Bedeutet: Es muss zwingend eine ausführliche medizinische Beratung und Aufklärung der Kinder und Jugendlichen beziehungsweise ihrer Sorgeberechtigten durch einen Kinderarzt oder Kinderärztin erfolgen. Die Einwilligung zur Impfung geschieht außerdem durch alle sorgeberechtigten Personen.

Diese Vorgaben bestärkt auch der Gesundheitsminister: „Mir ist aber wichtig festzuhalten, dass auch in den Impfzentren die Empfehlungen der Stiko gelten. Ein ‚Ärmel hoch und Spritze rein‘ soll es bei jungen Menschen nicht geben. Das ärztliche Aufklärungsgespräch ist vor allem bei Impfungen von Kindern wichtig.“

Impfangebot für Kinder und Jugendliche: Bedarf in NRW ist unterschiedlich

Der neue Erlass aus NRW zu den Impfungen für Kinder und Jugendliche gilt ab sofort. Die Impfzentren können ein entsprechendes Impfangebot also umgehend einrichten, sofern vor Ort ein entsprechender Bedarf besteht. Dies könne laut den Angaben des Gesundheitsministeriums regional unterschiedlich sein und ggf. einige Zeit in Anspruch nehmen.

Außerdem sei aufgrund des erhöhten Beratungsbedarfs ein definierter Zeitraum für die Impfungen der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 15 in den Impfzentren nötig. „Bürgerinnen und Bürgern wird empfohlen, sich vorab im jeweiligen Impfzentrum zu erkundigen, ob und ab wann ein Impfangebot für Kinder und Jugendliche eingerichtet wird“, heißt es in der Mitteilung.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/AFP

Mehr zum Thema