Corona-Pandemie

Corona-Impfstoff für NRW: Minister verrät erste Details zum Prozedere

Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von NRW, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (4. November).
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Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von NRW, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (4. November).

Ganz NRW wartet auf eine Impfung gegen Corona. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Mittwoch (4. November) Details zum Prozedere verraten.

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen bereitet sich auf Millionen von Impfungen gegen das Coronavirus vor. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (4. November) in Düsseldorf, das Ministerium arbeite derzeit an einer Impfstrategie.

ForschungsgegenstandImpfstoff gegen Covid-19
Grundprinzip aller Corona-ImpfstoffeHervorrufen einer Immunreaktion durch Antigen-Präsentation
HauptentwicklungslinienLebendimpfstoffe mit Vektorviren, Totimpfstoffe mit Virusproteinen oder RNA/DNA-Impfstoffe

Corona-Impfstoff für NRW: Alte und schwache Menschen könnten zuerst geimpft werden

Zu klären sei, welche Bevölkerungsgruppen zuerst gegen das Virus geimpft werden müssten. Laumann nannte am Mittwoch Menschen mit Vorerkrankung und besonders alte und damit schützenswerte Menschen als erste möglicherweise zu impfende Gruppe. Der NRW-Minister verwies in diesem Zusammenhang auf die Sterblichkeit von 75 Prozent bei Corona-Patienten im Alter von über 80 Jahren.

Fraglich ist auch die Art und Weise der Aufbewahrung der Corona-Impfstoffe. Da es verschiedene Mittel gäbe, gäbe es entsprechend auch unterschiedliche Verfahrensweisen bei der Aufbewahrung. Impfdosen bestimmter Hersteller, so Laumann, müssten zum Beispiel bei minus 70 Grad gelagert werden.

Bund verteilt Corona-Impfstoff auf die Bundesländer wie NRW und Co.

Fest steht schon jetzt, dass die Corona-Impfstoffe durch den Bund gekauft werden. Die Bundesländer, so auch NRW, müssen entsprechendes Impfbesteck zur Verfügung stellen. Sprich: Nadeln, Kanülen und weitere Utensilien für das Impfverfahren. Der Bund entscheide dann über die Verteilung der Impfdosen auf die einzelnen Bundesländer.

Video: Corona-Impfstoff: Biontech-Chef Ugur Sahin macht Hoffnung

Noch seit laut Karl-Josef Laumann nicht klar, wann der Impfstoff gegen das Coronavirus in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehe. Der Minister wollte am Mittwoch bewusst keinen Monat nennen, um keine Hoffnungen zu wecken. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek rechnet damit, dass Mitte 2021 breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können.

NRW: Kommission entscheidet über Verteilung des Corona-Impfstoffs

Derzeit sei eine Kommission dabei zu entscheiden, welche Bevölkerungsgruppen die Corona-Impfung zuerst bekommen. Im Raum steht, zuerst alte Menschen zu impfen. Dazu müsste aber zunächst evaluiert werden, wie geeignet entsprechende Impfstoffe für Senioren seien.

Geplant ist, dass in Nordrhein-Westfalen spezielle Impfzentren entstehen sollen, in denen die Bevölkerung nach und nach gegen das Coronavirus geimpft werden soll - und zwar freiwillig. Demnach sollen die Impfungen (zunächst) nicht bei niedergelassenen Ärzten gemacht werden. Denkbar wäre jedoch, dass niedergelassene Ärzte zu alten Patienten in die Pflegeheime führen, um dort eine Impfung vorzunehmen, so Laumann.

Corona-Impfung für 18 Millionen Menschen in NRW könnte lange dauern

Fraglich sei noch, wie lange es dauere, bis alle 18 Millionen Menschen in vom Coronavirus hart getroffenen NRW geimpft seien. Laut Laumann sei dies nicht in zwei Wochen erledigt. Wahrscheinlich sei sogar, dass der Impfstoff zweimal verabreicht werden müsse, um richtig zu wirken. „Da kommt eine gigantische Geschichte auf uns zu - aber wir werden es hinkriegen“, warnte Laumann vor zu hohen Erwartungen auf eine schnelle Impfung für alle.

Zuversichtlich zeigte sich Laumann am Mittwoch, dass die Impfung gegen das Coronavirus in absehbarer Zeit in das normale und routinierte Impfprozedere integriert werde, ähnlich der Grippeschutzimpfung.

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