Pleiten-Pech in der Pandemie

Insolvent wegen Corona: Unternehmen ist pleite - auch Filialen in NRW betroffen

Die Corona-Krise ist ein Zeitalter der Insolvenzen. Nun trifft es ein Traditionsunternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Was passiert mit den Filialen?

NRW/Hagen - Die Corona-Pandemie trifft nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch viele Unternehmen. Das zeigen die zahlreichen Insolvenzanträge der vergangenen Monate: Esprit, Vapiano, Galeria Karstadt Kaufhof, Hallhuber, Maredo. Sie alle sind während oder wegen der Krise zahlungsunfähig geworden. Und jetzt gesellt sich ein neuer Name auf die Liste.

UnternehmenHussel
SitzHagen
Gründung1949
Mitarbeiterzahlca. 1000

Corona-Krise: Traditionsunternehmen aus NRW meldet Insolvenz an

Am Dienstag (19. Januar) wurde bekannt, dass die Hagener Süßwaren-Kette „Hussel“ insolvent ist. Das Unternehmen betreibt etliche Filialen in NRW, darunter auch viele Läden in Ruhrgebietsstädten wie Dortmund, Bochum oder Recklinghausen. Doch die Corona-Krise hat der Confiserie nun offenbar das Genick gebrochen. Für immer?

Erst im September 2018 hatten Arko und Eilles die Süßwaren-Kette Hussel übernommen und fortan unter der gemeinsamen Deutschen Confiserie Holding (DCH) weiter betrieben. Doch das gemeinsam Wachstum des auf Kaffee, Tee und Schokolade spezialisierten Unternehmens blieb offenbar aus. Deswegen hat die DCH-Gruppe einen vorläufigen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Norderstedt in Schleswig-Holstein beantragt. (alle Updates zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de)

Hussel aus Hagen: Geschäftsbetrieb soll trotz Insolvenzantrag weitergeführt werden

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wie Patrick G. Weber, Geschäftsführer der DHC-Gruppe am Montag mitteilte, soll der Geschäftsbetrieb von der Insolvenz nicht beeinträchtigt werden. Im Gegenteil: Er werde sogar in „vollem Umgang“ weitergeführt. Das beantragte Insolvenz-Geld soll die Löhne und Gehälter für die kommenden drei Monate sichern.

„Es ist uns nicht leicht gefallen, den Insolvenzantrag zu stellen“, sagte Patrick G. Weber den Kieler Nachrichten. Doch gerade die anhaltende Corona-Pandemie hätte dem Unternehmen ordentlich zugesetzt. Der Zusammenschluss mit Arko und Eilles im Herbst 2018 sollte „Grundlage für gemeinsames Wachstum“ sein und „attraktive Größenvorteile“ bringen. Diese Ziele konnte man zuletzt aber nicht erreichen.

Trotz Insolvenzantrag sei Weber aber voller Zuversicht, alle Marken der DCH-Gruppe „positiv in die Zukunft zu führen“. Ob das gelingt, bleibt jedoch abzuwarten.

Hussel aus NRW ist insolvent: Filialen sind trotz Corona-Lockdown größtenteils geöffnet

Erst am Dienstag hatten sich Bund und Länder auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 14. Februar geeinigt. Was konkret bedeutet, dass der Einzelhandel auch in NRW weiterhin geschlossen bleibt. Ausnahmen bilden Lebensmittelgeschäfte, Apotheken oder Optiker. (alle News zu Corona in NRW bei RUHR24.de)

Das Süßigkeiten-Unternehmen Hussel aus Hagen hat wegen der Corona-Krise Insolvenz angemeldet.

Da Hussel in seinem Sortiment vielerlei Schokoladen-Kreationen anbietet, sind die Filialen momentan größtenteils geöffnet. Trotzdem dürfte wichtige Laufkundschaft fehlen, da wegen der Corona-Schließungen weniger Menschen in die Innenstädte fahren. Spontan Schokolade kaufen? Momentan vermutlich eher nicht.

Hussel insolvent: Nach dem Lockdown sollen alle Filialen in NRW wieder öffnen

In der Dortmunder Thier-Galerie und im Ruhr Park in Bochum sind die Hussel-Filialen aktuell geschlossen. Auch Abholungen via Click & Collect sind nicht möglich. Grund für die Schließungen dürfte sein, dass sich ein Geschäftsbetrieb wegen des Lockdowns momentan nicht lohnt. „An einigen Orten sind Filialen frequenzbedingt geschlossen“, teilte etwa Susanne Bodmann, Sprecherin der DCH-Holding den Ruhr Nachrichten (Bezahlinhalt) mit.

Sobald der Einzelhandel wieder wie gewohnt öffnen darf, sollen die Filialen in Einkaufszentren wie der Thier-Galerie oder dem Ruhr Park „sofort“ wieder öffnen. Wie es danach mit einzelnen Standorten in NRW und im Ruhrgebiet weitergeht, könne man aktuell aber noch nicht sagen. Auch andere Einzelhändler haben große Probleme. Gegenüber RUHR24.de schilderte ein Einzelhändler aus dem Dortmunder Kreuzviertel, wie es ihm und der Belegschaft während Corona und den Lockdowns ergangen ist.

Sowohl bei Hussel als auch bei Arko handelt es sich um echte Traditionsunternehmen. Hussel war bereits 1949 in Hagen gegründet worden und Arko 1948 in Wahlstedt in Schleswig-Holstein.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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