Dramatische Corona-Lage

Holland ist Hochrisikogebiet: Corona-Randalen mit Schüssen und Verletzten

Die Bundesregierung stuft Holland wieder als Hochrisikogebiet ein. Zu hoch sind die aktuellen Corona-Infektionszahlen beim NRW-Nachbarn. Indes kommt es in Holland zu Randale.

Update, Samstag (20. November), 8 Uhr: Die stark verschärften Corona-Maßnahmen in Holland haben am Freitagabend (19. November) zu Ausschreitungen in Rotterdam geführt. Nach Schüssen der Polizei gab es Verletzte – die Zahl war zunächst unklar. Zuvor hätten Polizisten zunächst Warnschüsse abgegeben.

Randale nach Verkündung neuer Corona-Regeln in Holland.
In Holland lieferte sich die Rotterdamer Polizei Straßenschlachten mit Corona-Demonstranten.

Die Protestierenden waren in Rotterdam wegen einer drohenden weiteren Verschärfung der Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen – eine flächendeckende 2G-Regelung ist geplant.

Einige Demonstranten legten dabei Brände auf den Straßen, zündeten Polizeiautos an und beschädigten diese und griffen Polizei und Feuerwehr mit Gegenständen an. Die Polizei setzte auch Wasserwerfer ein, um die Protestierenden wieder unter Kontrolle zu bringen.

Erstmeldung, Freitag (19. November), 17 Uhr: Holland/NRW – Die Vorzeichen haben es in den vergangene Tagen und Wochen bereits erahnen lassen. Letztes Wochenende sind die Niederlande einen harten Schritt gegangen und haben erneut einen Teil-Lockdown verhangen. Seit dem 13. November (Samstag) gilt unter anderem: Nicht lebensnotwendige Geschäfte sowie die Gastronomie schließen täglich schon um 19 Uhr. Private Treffen in der eigenen Wohnung sollen außerdem nicht über mehr als vier „haushaltsfremde Besucher“ hinausgehen.

Land in EuropaNiederlande
Bevölkerung17,44 Millionen (2020)
HauptstadtAmsterdam

Dramatische Corona-Lage in Holland – NRW-Nachbar wieder im Teil-Lockdown

Die niederländische Regierung hat damit auf die massiv steigenden Corona-Zahlen im Land reagiert. Viele Maßnahmen in Holland wurden zudem wieder verschärft. Die Maskenpflicht gilt nun wieder an allen öffentlich zugänglichen Orten. In der letzten Woche lag die Inzidenz in Holland bei 460 (Donnerstag, 11. November).

Eine Woche später sieht sich nun jedoch die deutsche Bundesregierung gezwungen, auf das Infektionsgeschehen beim NRW-Nachbarn zu reagieren. Am Freitag (19. November) lag die Inzidenz schon bei über 700 (734,1). Laut den Daten der Johns Hopkins University gab es in dem Land mit seinen rund 17 Millionen Einwohnern zudem über 23.000 Neuinfektionen binnen eines Tages – ein neuer Negativrekord.

Bundesregierung reagiert auf Corona-Lage in Holland: Niederlande wieder Hochrisikogebiet

Die Folge: Holland wird von der Bundesregierung ab Sonntag (21. November) wieder als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. „Die Hochstufung Belgiens und der Niederlande war unvermeidbar. Die Bundesregierung musste auf die rasant steigenden Infektionszahlen reagieren. Wichtig ist, der kleine Grenzverkehr bleibt. Wir stimmen uns mit beiden Ländern weiterhin eng ab», sagte NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner laut Mitteilung.

Denn auch in Belgien hat sich die Corona-Situation stark zugespitzt. Die Zahl der Patienten, die täglich mit einer Covid-Erkrankung ins Krankenhaus kommen, stieg zuletzt um 52 Prozent, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA). Mit Holland und Belgien stehen ab Sonntag also gleich zwei NRW-Nachbarländer auf der Liste der Hochrisikogebiete (weitere Nachrichten aus Holland bei RUHR24 lesen).

Neben Holland gilt Belgien ebenfalls wieder als Hochrisikogebiet. Das betrifft auch die Hauptstadt Brüssel.

Holland ab Sonntag wieder Corona-Hochrisikogebiet – schärfere Einreise-Regeln

Diese Einstufung hat vor allem auch Konsequenzen für Urlauber. Wer aus einem Hochrisikogebiet wieder nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Corona-Test beendet werden. Sprich: Ungeimpfte kommen um mindestens fünf Tage Quarantäne nach einem Holland- oder Belgien-Aufenthalt nicht herum.

Rückkehrer müssen ab Sonntag außerdem eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Wer sich weniger als 24 Stunden in Holland aufgehalten hat, ist von der Test- bzw. Nachweispflicht bei der Einreise nach Deutschland befreit.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts verbunden, sie bedeutet allerdings kein Reiseverbot in die Niederlande. Touristen könne so jedoch die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen erleichtert werden.

Aktuelle Hochrisikogebiete: Griechenland und Irland jetzt auch auf der Liste

Neben Holland und Belgien stehen ab Sonntag zwei weitere europäische Staaten auf der Liste der Hochrisikogebiete. Das bei Urlaubern beliebte Griechenland sowie Irland fallen dann ebenfalls in diese Kategorie. Costa Rica, Guatemala, Guayana, Suriname sowie Französisch Guayana und Neukaledonien stuft die Bundesregierung hingegen wieder herab auf einfache Risikogebiete.

Rubriklistenbild: © dpa

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