Impfung gegen Covid-19

Booster-Impfungen in Holland abgebrochen: Beim NRW-Nachbar herrscht Chaos

Die Corona-Impfungen in den Niederlanden scheinen gefragt zu sein. Der Andrang auf die Termine ist daher groß - mit ungeahnten Folgen.

NRW/ Niederlande - Die Covid-19-Pandemie sorgt in NRW aktuell für neue Corona-Regeln, bei denen Geimpfte und Genesene durch 2G mehr Vorteile gegenüber Ungeimpften haben sollen. Auch Holland, das Nachbarland des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslands, geht in diese Hinsicht nun wichtige Schritte. Doch das führte am Wochenende zu Chaos.

LandNiederlande
HauptstadtAmsterdam
RegierungssitzDen Haag
Bevölkerung17,44 Millionen (2020)

Corona in den Niederlanden: Verkehrschaos durch Booster-Impfungen - Sicherheitsdienst muss einschreiten

Gerade für spontane Kurzurlaube sind die Niederlande für Personen aus NRW eigentlich ein beliebtes Reiseziel. Mit dem Auto hat man es nach kurzer Zeit bereits über die Grenze geschafft. Doch aktuell explodieren die Zahlen bei dem Nachbarn förmlich. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Montag (6. Dezember) bei 889,6 und damit deutlich über der von Deutschland (441,9) und NRW (290,3) Dagegen will das Land weiter vorgehen (weitere News zum NRW-Nachbarland Holland bei RUHR24).

Seit Mitte November gibt es im Zuhause von Frikandel und Poffertjes die Impfungen zur Auffrischung. Wie auch in NRW scheinen die Booster-Impfungen gegen Covid-19 auch in Holland äußerst begehrt zu sein. So ist es am Samstag (4. Dezember) in mehreren Städten sowohl auf als auch neben der Straße zu langen Warteschlangen gekommen. Viele Städte hatten Booster-Impfungen ohne Termin angeboten.

Durch den riesigen Ansturm habe es mehrfach ein Verkehrschaos gegeben. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) und beruft sich dabei auf den Gesundheitsdienst für Zentral-Holland. Das Problem: Zu viele Personen über 60 Jahren seien zu den Impfzentren gereist in der Hoffnung, dass sie den Pikser mit dem Corona-Impfstoff erhalten ohne Termin erhalten könnten.

Corona-Impfungen in Holland: Niederlande wollen mit Boostern und Abend-Lockdown Inzidenz senken

Dabei habe es sich um tausende Personen gehandelt. Selbst auf den Straßen sollen sich sehr lange Warteschlangen gebildet haben. Beobachtet wurde dies in den Städten Gouda, Leiden und Alphen aan den Rhijn. Sogar die Sicherheitsbehörden mussten einschreiten - mit ernüchternden Folgen.

Denn die Impfzentren beendeten kurz darauf die Auffrischungs-Impfungen gegen Corona. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Booster-Spritzen zunächst hauptsächlich den älteren Personen vorbehalten, deren vorige Impfung mindestens sechs Monate her ist. Geimpft wird zunächst, wer über 60 Jahre alt ist.

Während in Deutschland auch jüngere Personen eine Booster-Impfung erhalten dürfen, ist die Spritze in den Niederlanden zunächst vorrangig für Ältere vorgesehen. (Symbolbild)

Aber nicht nur durch die Booster-Impfungen wollen die Niederlande die Inzidenz senken und die Intensivstationen der Krankenhäuser entlasten. Um eine weitere Ausbreitung möglichst zu stoppen, gibt es aktuell in den Niederlanden einen sogenannten „Abend-Lockdown“ zum Schutz vor dem Coronavirus. Das bedeutet, dass öffentliche Lokalitäten, wie Restaurants, Bars, Geschäfte und Museen bis spätestens 17 Uhr schließen müssen. Eine Ausnahme gibt es für Supermärkte.

Rubriklistenbild: © Ramon van Flymen/ANP/AFP

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